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„Doktor Klima“ hilft beim Kuren an der Ostsee

Kölpinsee „Doktor Klima“ hilft beim Kuren an der Ostsee

Die Mediziner der Ostseestrand-Klinik „Klaus Störtebeker“ zählen auf die Wirkung der sauberen, salzhaltigen Luft, von viel Sonne und Baden

Kölpinsee. Dana Schulte (38) aus Leipzig fährt mit ihrer Familie so oft es geht an die Ostsee. Der Grund: Ihre Töchter Tamina (10) und Chira (7) und auch sie selbst sind chronisch krank. „Tamina hat Neurodermitis, Asthma, eine Pollen- und eine Lebensmittelallergie, Chiara kämpft mit Bronchialasthma und leichter Neurodermitis“, erzählt die kurerfahrene Mutter. Mit Tamina war sie schon sieben, mit Chira viermal zur Kur: „Und auch in jedem Urlaub fahren wir an die Ostsee. Das Klima tut uns allen gut“.

Gerade sind die Drei zum zweiten Mal in der Johannesbad-Fachklinik Klaus Störtebeker Ostseestrand in Kölpinsee. „Wir waren im Dezember 2015 hier und wollten unbedingt wieder nach Usedom“, sagt Dana Schulte, „zum einen wegen der Nähe zum Strand, zum anderen, weil Klinikteam und Ärzte besonders gut sind.“

Oberarzt Dr. Zsolt Karoly Ecseki freut dieses Lob. Er weiß um den Vorteil, den die Klinik durch ihre Lage an der Ostsee bei der Rehabilitation der kleinen Patienten hat. „Die saubere Luft, ihr hoher Salzgehalt und die Luftfeuchte helfen vor allem gegen Atemwegserkrankungen. Bei Seewind ist das besonders gut und auf Usedom wird dieser Effekt noch durch die vielen Wälder verstärkt“, so Ecseki.

Allerdings müsse man genau hinsehen. „Es gibt Baumarten, die Allergien durch Pollen fördern. Das ist besonders bei ablandigenWinden zu beachten. Die hohe Luftfeuchtigkeit wirkt dem etwas entgegen, sie reduziert die Pollenkonzentration.“

Positiv wirke sich auch der hohe Salzgehalt aus. Vor allem Asthmatiker würden darauf reagieren. Allerdings müssten die Mediziner die Wirkung genau betrachten. Während Asthmatiker wegen einer möglichen starken Reaktion eher an die Ostsee fahren sollten, sei für Mukoviszidose-Patienten eher die Nordsee vorzuziehen, weil die stark salzhaltige Luft noch besser den Schleim löse. „Die hohe Luftfeuchtigkeit pflegt die Atemwege und löst den Schleim. Anfangs kann es einen kleinen Schnupfen geben, aber bald wird es besser“, sagt der Oberarzt. Diese Erfahrung hat auch Dana Schulte gemacht:

„In den ersten Tagen an der Ostsee sind die Mädchen meist etwas angegriffen, aber dann geht es bald bergauf.“ Vor allem im Sommer würde sich dann auch bald die Neurodermitis bessern.

„Hier ist es kälter als in den Großstädten. Der Wind kühlt die Haut und reduziert den Juckreiz, weil sich nicht so viele kranke Keime auf der Haut halten. Obendrein hilft Salz beim Abschuppen der Haut“, erklärt der Doktor, wie das Klima auch bei Hauterkrankungen hilft. Und dann kommt auch noch mehr Licht ins Spiel: „Die Sonnenscheindauer ist hoch, der weiße Strand strahlt obendrein Licht zurück. Auch die UV-Strahlen reduzieren Keime auf der Haut.“

Dr. Ecseki rät aber immer auch zur Vorsicht: „Vitamin D ist wichtig für das Immunsystem. Aber in der Mittagszeit sollten sich Kinder wegen krebsauslösender Effekte nicht ohne Lichtschutz in der Sonne aufhalten.“

Auch den richtigen Umgang mit Pflegemittel und medizinischer Creme lernen die Eltern, wenn sie ihre Kinder bei der Rehabilitation in Kölpinsee begleiten. In Schulungen erfahren sie, wie auf Beschwerden ihrer Kinder zu reagieren ist, um das Reha-Ziel, eine Verbesserung des Zustandes und den versierten Umgang mit der chronischen Erkrankung, zu erreichen. Der Oberarzt verweist auf Studien, die belegen, dass ein Ostseeaufenthalt für Allergiepatienten positive Effekte hat.

Auch Dana Schulte, die selbst unter Neurodermitis und Asthma leidet, hat diese Erfahrungen gemacht. „Wenn ich Zeit finde, bin ich so oft wie möglich am Wasser. Das hilft mir.“ In der Klinik fühlen sich alle gut aufgehoben. Tamina ist sehr wissbegierig. Die Zehnjährige hat schon viel zum besseren Umgang mit ihren Erkrankungen gelernt und freut sich, dass sie hier, wie zu Hause, Fußball spielen kann. Ihre Schwester Chira geht außerdem leidenschaftlich gern in den Kinderclub.

Psychologisch hilft Mutter und Töchtern obendrein, dass der Vater am Wochenende zu Besuch kommt und die Familie komplett ist. Und der nächste Ostseeurlaub ist auch schon gebucht.

Angelika Gutsche

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