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„Ich genieße das Sehen“

Rostock „Ich genieße das Sehen“

Der Rostocker Michael Gemballa litt an „Fliegenden Mücken“ / Nach mehreren Laser-Operationen durch den Rostocker Prof. Jünemann ist er vom lästigen Flimmern vor den Augen befreit

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Rostock. Bereits im frühen Kindesalter war Michael Gemballa extrem kurzsichtig. Und gerade mit dem rechten Auge hatte der Rostocker große Probleme. Dessen Sehleistung fiel nämlich sehr gering aus. Doch daran habe er sich im Laufe der Jahre notgedrungen gewöhnen müssen, räumt der heute 56-jährige Rostocker ein. Er trug lange Zeit dicke Brillengläser und später Kontaktlinsen. Schwieriger wurde die Situation für ihn, als Ende der 90er Jahre zusätzliche Sehstörungen auftraten: „Ich hatte das Gefühl, dass vor meinem rechten Auge regelmäßig kleine Mücken tanzten“, erinnert sich der gelernte Chemiker, der als Techniker im Warnemünder Hotel „Neptun“ arbeitet. Damals allerdings hatte ihm der behandelnde Augenarzt erklärt, dass er mit diesen Beeinträchtigungen leben müsse. Denn eine Glaskörpertrübung, auch fliegende Mücken, Flusen oder Mouches voilantes genannt, trete altersbedingt bei fast allen Menschen auf.

„Die beste Operation ist

jene, die wir nicht durchführen müssen.“

Prof. Dr. Anselm

Jünemann,

Chef der Rostocker

Uni-Augenklinik

Nicht immer jedoch bemerkt der Betroffene diesen „Mückentanz“. Letzterer könne mitunter etwas störend sein, aber gefährlich sei diese Veränderung des Auges nur selten, beruhigte der Mediziner den Ratsuchenden.

„Die beste Operation ist jene, die wir nicht durchführen müssen“, betont Professor Dr. Anselm G. M. Jünemann. Im überwiegenden Teil der Fälle leide die Lebensqualität der Betreffenden tatsächlich nur wenig.

Zudem müsse man bei derartigen Eingriffen die Risiken genau abwägen, damit das Auge keinen weiteren Schaden nimmt, betont der Direktor der Universitäts-Augenklinik Rostock. Er gehört zu den wenigen erfahrenen Spezialisten bundesweit, die diese winzigen Fädchen und Teilchen mittels Laser-Therapie beseitigen können.

Der 55-jährige Facharzt verweist darauf, dass der Kampf gegen die Glaskörpertrübung nur einen kleinen Ausschnitt der schwierigen Aufgaben umfasst, vor denen die Augenärzte auch hierzulande stehen.

Dazu zählt die steigende Zahl von Bürgern, die beispielsweise am Grünen Star (Glaukom) erkranken, der unbehandelt zur Erblindung führt. Allein in MV leiden laut Prof. Jünemann aktuell rund 15

000 Bürger an dieser Augenerkrankung. Bei Patienten wie Michael Gemballa kann aber auch eine Glaskörpertrübung dramatische Formen annehmen. „Vor vier Jahren störten auf dem linken Auge urplötzlich nicht nur einige schwarze Punkte. Es bildete sich ein regelrechter Schleier“, berichtet der Norddeutsche.

Die Folgen waren gravierend. „Durch die massiven Sehstörungen nahm er seine Umwelt nur noch sehr eingeschränkt wahr und gerade in der Dämmerung war er recht hilflos“, erläutert Prof. Jünemann.

Quasi durch Zufall erfuhr der Patient dann von der Chance, dass ihm in der Rostocker Augenklinik mit dem speziellen Laserverfahren geholfen werden könnte.

Es folgte ein gründlicher Check, ob die Augen des Erkrankten für das Lasern geeignet waren – hier wird unter anderem der Abstand der Glaskörpertrübungen zur Netzhaut und zur Linse untersucht. In mehreren Sitzungen, die bis zu 20 Minuten dauern können, bekämpfte der Spezialist die „Mücken“. „Man kann diese winzigen Teilchen aber nicht vollständig beseitigen“, räumt Prof. Jünemann ein, der etwa 100 derartige Eingriffe bislang erfolgreich vorgenommen hat.

Der leidgeprüfte Mecklenburger Gemballa indes „fühlt sich wie neugeboren“. Er habe Mühe gehabt, an den ersten Tagen die Vielzahl der optischen Eindrücke aufnehmen zu können, resümiert er. „Jetzt genieße ich das Sehen!“

Wenn „Mücken“ im Auge zur Plage werden

Bei jungen Menschen ist die gallertartige Masse – sie ähnelt Götterspeise – des Glaskörpers noch glasklar und lässt das Licht ungehindert auf die Netzhaut fallen.

Doch im Laufe des Lebens entmischt sich der Glaskörper und schrumpft. Dabei löst er sich von der Netzhaut, was zur Wahrnehmung von kleinen Punkten oder Fäden führt, die im Gesichtsfeld zu schweben scheinen und deshalb als Floater oder Mouches volantes (Fliegende Mücken) bezeichnet werden.

Vor allem beim Schauen auf helle Flächen nimmt der Mensch unter bestimmten Lichtverhältnissen das punktartige Auftreten der „Mücken“ wahr. Dies ist zumeist aber harmlos.

Eine krankhafte Trübung des Glaskörpers existiert dann, wenn das Sichtfeld stark beeinträchtigt ist. Mitunter kommt es zu einer spontanen Trübung mit ringartigen Verdichtungen, die als Spinnennetz sichtbar werden. Dieses folgt jeder Bewegung des Auges. Das ist für den Betreffenden äußerst unangenehm.

Die Glaskörpertrübung ist oft eine Alterserscheinung. Aus dem Glaskörper tritt allmählich Flüssigkeit aus – er schrumpft. Dadurch löst er sich von der hinteren Netzhaut – dies wird als Glaskörperabhebung bezeichnet.

Grüner Star – eine heimtückische Erkrankung

99 Prozent der Patienten, die an Grünem Star (Glaukom) leiden, verspüren vorab keine Anzeichen dieser folgenschweren Erkrankung. Besonders gefährlich kann es für Patienten werden, die an Bluthochdruck leiden. Wenn durch die Einnahme entsprechender Medikamente der Blutdruck gerade in der Nacht und in den frühen Morgenstunden zu stark sinkt und gleichzeitig in dieser Zeit der Augeninnendruck ansteigt. Das Resultat: Vom Patienten unbemerkt wird der Sehnerv beträchtlich geschädigt.

Volker Penne

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