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„Man muss sich entscheiden – Meer oder Familie“

Rostock „Man muss sich entscheiden – Meer oder Familie“

Das russiche Großsegler „Mir“ ist zu Besuch in Warnemünde. Die Kadetten berichten von ihrem Leben auf See fernab der Heimat.

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Die Kadetten Emil Gasanov, Pavel Shalamov und Alexander Frolov auf der „Mir“.

Quelle: Veronika Batmanova

Rostock. Ausländische Gäste aus aller Welt sind auf der Hanse Sail in Rostock zu Gast. Ein großer Teil von ihnen sind Crewmitglieder der 190 Schiffe. Unter anderem ist der schnellste Windjammer der Welt, das russische Vollschiff „Mir“, in Warnemünde vertäut.

DCX-Bild

Das russiche Großsegler „Mir“ ist zu Besuch in Warnemünde. Die Kadetten berichten von ihrem Leben auf See fernab der Heimat.

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Drei Kadetten in blauer Uniform heißen die Besucher auf dem Segelschiff willkommen, die übrigen sitzen auf dem Oberdeck, rauchen und versuchen sich ins Wlan einzuwählen, um Nachrichten aus der Heimat zu checken. Sie sind gerade erst im Warnemünder Hafen angekommen und sehen noch ein wenig verschlafen aus. 137 Kadetten gibt es auf der „Mir“. Sie studieren an der Staatlichen Marine-Akademie von Admiral Makarov in St. Petersburg und absolvieren gerade ihre erste Ausbildungsfahrt.

„Es ist sehr spannend, auf Masten zu klettern“, erzählt der 19-jährige Pasha Shalamov. Der junge Mann hat schon viel an Bord gelernt – wie man Segel repariert, Wache hält und immer früh aufsteht. Außer der praktischen Arbeit auf dem Segler lernen die Offiziersanwärter auch Englisch und den Aufbau des Schiffes. Shalamov mag das Studium und die „Mir“ natürlich, obwohl er später gern auf einem Forschungsschiff arbeiten würde. Dem Petersburger kommen manchmal auch Zweifel, ob die Wahl, Seemann zu werden, die richtige war. Aber dann überzeugen ihn solche Momente wie dieser: „Wenn ich an Deck liege und Sterne beobachte, merke ich, dass meine Entscheidung richtig war.“

Der 20-jährige Dmitri Kuznetsow hegt keine Zweifel. Zunächst hat er Elektrotechnik an einer Universität studiert. Das langweilte ihn jedoch, und er begann ein Studium an der Seefahrtschule. „Ich bin ein Romantiker, und das Meer hat mich immer angezogen“, sagt Kuznetsow. Die Perspektive, immer unterwegs auf dem Meer zu sein, erschreckt ihn nicht: „Ich habe eine Freundin und würde sagen, dass die Entfernung unsere Liebe nur tiefer macht.“

Natalia Viktorovna Belokonskaya, Assistentin des Kapitäns, hat eine andere Meinung zu diesem Thema. Seit 2007 ist die Frau aus dem Osten Russlands fast immer auf den Ozeanen dieser Welt unterwegs und hat viel erlebt. „Man muss sich entscheiden – Meer oder Familie“, sagt sie ernst. Belokonskaya wurde in Wladiwostok am Japanischen Meer geboren, weshalb ihr Leben von Kindesbeinen an mit Schiffen verbunden war.

Mit den Seglern „Mir“ und „Nadezhda“ hat Belokonskaya verschiedene Orte besucht. Die Fjorde in Norwegen und die Orkney-Inseln im Norden Schottlands beeindruckten sie am meisten. Das Leben ohne Segeln kann sie sich nicht vorstellen: „Am Anfang meiner Karriere war ich auch auf einem Frachtschiff eingesetzt. Es war langweilig. Auf einem Segler verdient man weniger Geld, aber ist es interessanter, weil man mehr faszinierende Orte kennenlernt.“ Die Hanse Sail besucht Natalya Viktorovna bereits zum zweiten Mal – und sie findet das sehr spannend und hofft, hier eine schöne Zeit zu verbringen.

Veronika Batmanova

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