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Schiffsunfall auf Warnow: Eisbrecher bangt um Existenz

27. Hanse Sail Schiffsunfall auf Warnow: Eisbrecher bangt um Existenz

Bei einem schweren Schiffsunglück am Sonnabend auf der Rostocker Hanse Sail sind insgesamt zehn Menschen verletzt worden. Der Dampfeisbrecher „Stettin“ muss nun um seine Existenz bangen.

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„Der Eisbrecher musste seine Fahrt abbrechen und liegt nun mit einem Schaden an der Außenhaut am Pier des Überseehafens“, schreibt Nadja Schriever.

Quelle: Nadja Schriever

Rostock. Schon im Vorfeld der Rostocker Hanse Sail war die Sicherheit auf Traditionsschiffen das bestimmende Thema – und dann das: Am Sonnabend ist der historische Dampfeisbrecher „Stettin“ bei einer Ausfahrt in ein schweres Schiffsunglück verwickelt worden. Die 83 Jahre alte „Stettin“ stieß auf der Warnow mit der Finnlines-Fähre „Finnsky“ zusammen. Nach Angaben der Polizei wurden insgesamt zehn Menschen dabei verletzt. Der Dampfeisbrecher muss nun um seine Existenz bangen.

 

Der Unfall ereignete sich laut Bericht der Wasserschutzpolizei gegen 11 Uhr in Höhe der Fähranleger des Seehafens. Die „Finnsky“ war gerade aus Helsinki kommend eingelaufen, die „Stettin“ mit 145 Menschen an Bord auf einer Sail-Ausfahrt. Auf einem Augenzeugen-Video, das im Internet kursiert, ist zu sehen, wie die „Stettin“ seitlich gegen das Heck der Fähre prallt. In den Rumpf des Eisbrechers wurde dabei ein mehr als ein Meter breites Loch gerissen. Glück im Unglück: Der Schaden liegt über der Wasserlinie, Wasser drang nicht ins Schiff. Bei dem heftigen Zusammenstoß wurden aber etliche Passagiere über das Deck geschleudert. „Von den zehn Verletzten mussten drei ärztlich behandelt werden. Sie hatten sich Prellungen und Schürfwunden zugezogen“, sagte Polizeisprecherin Dörte Lembke.

Unfall der „Stettin“ wird zur monetären Herausforderung

Während die „Finnsky“ noch am Abend wieder mit Kurs Finnland auslaufen konnte, musste die „Stettin“ von Schleppern in den Fischereihafen gezogen werden. „Zur Unfallursache können wir noch keine Angaben machen. Die Ermittlungen dauern an“, so Robert Stahlberg, Sprecher des Landeswasserschutzpolizeiamtes in Waldeck. Nach OZ-Informationen gehen die Ermittler aber davon aus, dass die „Stettin“ das Unglück verursacht hat. Auf dem Unfall-Video scheint es so, als würde das Schiff von der Strömung gegen die Fähre gedrückt. Marko Gerke, Zahlmeister an Bord des von einem Hamburger Verein betriebenen Traditionsschiffs, wollte zur Ursache ebenfalls noch nichts sagen: „Das müssen Gutachter klären. Aber die Sail war für uns sofort gelaufen.“ Auch zur Schadenshöhe macht er keine Angaben. Noch am Abend bat der Verein aber im Internet um Spenden: „Wir sind eigentlich stolz darauf, unser Schiff unabhängig von staatlichen Zuschüssen, betreiben und instand halten zu können. Der heutige Unfall stellt aber für uns eine monetäre Herausforderung dar“, schrieb der Verein im sozialen Netzwerk Facebook. Und weiter: „Wir sind heilfroh, das nicht mehr passiert ist, und wünschen unseren verletzten Gästen gute Besserung. Mögen sie schnell wieder gesund werden!“ Nach Angaben des Vereins wird die Reparatur Tage dauern.

„Ich war heute mit meiner Familie dabei. Es ist traurig, was passiert ist.“

Im Internet erhält die Crew viel Zuspruch und Unterstützung – auch von Passagieren, die bei dem Unfall an Bord waren: „Ich war heute mit meiner Familie dabei. Es ist traurig, was passiert ist, aber ihr habt das toll gemanagt. Es war kaum Panik zu spüren, weil ihr als gesamtes Team ruhig und professionell darauf reagiert habt“, sagt Georgi Michalski aus Hamburg. Sämtliche Passagiere, die Ausfahrten auf der „Stettin“ gebucht hatten, wurden auf andere Schiffe umgebucht: „Wir haben versucht, zu helfen, wo wir können“, so Sail-Chef Holger Bellgardt. Für die Traditionsschiffe in Deutschland kommt das Unglück zur denkbar schlechtesten Zeit: Die Bundesregierung plant neue, schärfere Sicherheitsanforderungen – ähnlich denen in der Berufsschifffahrt.

Vielen deutschen Traditionsschiffen droht nach Angaben deren Dachverbandes GSHW dann das Aus. Auch die Hanse Sail fürchtet um einen Großteil ihrer Flotte. Zum Auftakt des Segelfestes hatten Kapitäne deshalb eine Protestnote an Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) übergeben. Sie sagte den Traditionsschiffen die Unterstützung des Landes zu.

Andreas Meyer

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