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Segler nehmen Abschied - Sail-Veranstalter zufrieden

Rostock Segler nehmen Abschied - Sail-Veranstalter zufrieden

Die Hanse Sail in Rostock war in diesem Jahr nicht vom Wetter verwöhnt. Rund eine Million Besucher kamen dennoch zum maritimen Fest. Doch nicht nur die Wolken warfen einen Schatten auf das Fest - ein Schiffsunfall überschattete das fröhliche Treiben.

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Trotz Regen strömten auch in diesem Jahr wieder rund eine Millionen Besucher an die Kaikanten in Rostock und Warnemünde.

Quelle: Ove Arscholl

Rostock. Regen und ein Schiffsunfall mit glücklicherweise glimpflichem Ausgang trüben die Bilanz der Hanse Sail, die am Sonntag in Rostock nach vier Tagen zu Ende ging. Wegen des eher kühlen und teilweise regnerischen Wetters hätten sich in diesem Jahr doch einige Spontanbesucher von der Reise an die Warnow abhalten lassen, sagte eine Sprecherin in Rostock. Dennoch gehe man davon aus, dass - wie in den Jahren zuvor - erneut rund eine Million Menschen das maritime Fest in Rostock besuchten. Neben Fischbrötchen hätten in diesem Jahr Regenjacken zu den Verkaufsschlagern gehört.

 

Besondere Anziehungskraft entfalteten wiederum die aus zahlreichen Ländern angereisten Großsegler, die zu Besichtigungen an Bord und teilweise auch zu Ausfahrten einluden. Insgesamt 30 000 Gäste nutzten nach Angaben der Veranstalter die Chance zum Mitfahren auf Viermastern oder auch kleineren Segelschiffen sowie auf Kuttern und Dampfschiffen. Viele Passagiere hatten im Voraus gebucht und zum Teil lange Anfahrtswege. „Da lässt man sich von ein paar Tropfen nicht abschrecken“, sagte eine Sail-Sprecherin. Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) dankte den Fahrgästen. „Durch den Kauf ihrer Tickets unterstützen sie die traditionellen Schiffe, die Hanse Sail und die maritimen Feste insgesamt“, sagte er.

Allerdings überschattete der Zusammenstoß zweier Schiffe das zumeist fröhliche Treiben im Stadthafen und im Ostseebad Warnemünde. Nach Angaben der Polizei waren am Samstagmittag der aus Hamburg angereiste Traditions-Eisbrecher „Stettin“ und eine finnische Frachtfähre im Bereich des Überseehafens kollidiert. Dabei wurde der Rumpf des Eisbrechers, der mit knapp 150 Besuchern an Bord auf die Ostsee hinausfahren wollte, knapp oberhalb der Wasserlinie etwa zwei Meter aufgeschlitzt. Es gab zehn leichtverletzte Passagiere, drei erlitten Schürfwunden oder Gelenkstauchungen und wurden medizinisch versorgt.

Der Leiter des Hanse Sail-Büros, Holger Bellgardt, sprach im NDR von einem ernstzunehmenden Unfall und äußerte gegenüber den Verletzten sein Mitgefühl. Schließlich seien sie mit der Erwartung einer erlebnisreichen Ausfahrt nach Rostock gekommen. Glücklicherweise habe es keine schweren Verletzungen gegeben. Allen Betroffenen war nach dem Abbruch der Fahrt die Rückerstattung des Ticketpreises oder eine Ausfahrt auf dem Dampfeisbrecher „Wal“ angeboten worden.

Die „Stettin“ war noch am Samstag in den Fischereihafen geschleppt worden. Am Montag sollen auch Fachleute der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung in die Ursachensuche für den Zusammenstoß mit einbezogen werden. Die finnische Fähre, die keine größeren Schäden erlitten hatte, nahm den Liniendienst unterdessen wieder auf.

Abgesehen von dem Vorfall am Samstag zeigte sich Bellgardt zufrieden mit dem Verlauf der 27. Hanse Sail. Der Besucherzuspruch sei ungebrochen und mit etwa 190 Schiffe sei auch die Teilnehmerzahl weiterhin sehr hoch. „Daran ist zu merken, dass unser Konzept gut ankommt - wir haben ein sehr treues Publikum und der gute Ruf der Veranstaltung zieht auch immer wieder neue Gäste an“, erklärte Bellgardt. In Warnemünde hatten in diesem Jahr unter anderem die „Dar Mlodziezy“ aus Polen und die „Cisne Branco“ aus Brasilien sowie die russischen Segelschiffe „Sedov“, „Krusenstern“ und „Mir“ festgemacht. Das Angebot der Marine, den Stützpunkt Hohe Düne und zwei ihrer Schiffe zu besichtigen, nutzten 28 500 Menschen und damit 2500 mehr als im Vorjahr.

Auch die Rostocker Polizei zog zum Sail-Abschluss ein positives Fazit. Mit Unterstützung aus anderen Städten des Landes seien täglich bis zu 320 Beamte für eine sichere Hanse Sail im Einsatz gewesen. Das nach den jüngsten Terroranschlägen überarbeitete Einsatzkonzept habe sich bewährt. „Dabei ist es gelungen, eine ausgewogene Balance zwischen den erhöhten Sicherheitsvorkehrungen und dem gesteigerten Bedürfnis der Besucher nach einem entspannten und friedlichen Hanse-Sail-Erlebnis zu finden“, hieß es in einer am Sonntag verbreiteten Mitteilung. Bis zum Nachmittag seien 48 Strafanzeigen aufgenommen worden, unter anderem wegen Körperverletzung, Diebstahls oder Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.

dpa

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