Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald 100 Jahre alte Fundstücke zurück
Vorpommern Greifswald 100 Jahre alte Fundstücke zurück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 15.04.2017

Luftfracht aus Amerika gehört im Pommerschen Landesmuseum nicht gerade zum Tagesgeschehen. Insofern herrschte im Team durchaus Spannung, als das kleine, aber feine Geschenk die Rakower Straße 9 in Greifswald erreichte: Im Paket aus Northbrook im US-Bundesstaat Illinois nördlich von Chicago befand sich steinzeitliches Werkzeug – gebettet auf blauem Samt und professionell gerahmt. Der Absender: Laurie C. Perser. „Ihr Großvater Wilhelm Ballert gehörte Anfang des 20. Jahrhunderts zu den Pommern, die nach Amerika ausgewandert sind. Mit im Gepäck hatte er offenbar diese Sammlung von Steinen, die laut Beschilderung von der Insel Rügen stammt“, berichtet Museumsmitarbeiterin Jenni Klingenberg.

Gunter Dehnert zeigt die Schenkung aus den USA. Quelle: Foto: Peter Binder

„In einem Brief teilte uns Laurie Perser mit, dass der Großvater 1905 in Putbus geboren wurde, wo dessen Vater Stationsleiter bei der Kleinbahn war“, berichtet Historiker Gunter Dehnert. Mit ihm hatte Perser im vergangenen Jahr Kontakt aufgenommen, bevor es schließlich zu einem Schenkungsvertrag mit dem Landesmuseum in Greifswald kam. „Das machen wir immer so, damit spätere Erben nicht irgendwann auf die Idee kommen können, das Geschenk zurückzufordern, in der Annahme, man könne das Objekt noch zu Geld machen“, bemerkt Dehnert.

Laurie C. Perser indes sei sehr daran gelegen gewesen, dass das steinzeitliche Werkzeug zurück in die pommersche Heimat gelangt. Und wo sei es besser aufgehoben, als im Pommerschen Landesmuseum mit all seinen Schätzen, fand sie. Dafür gab Perser immerhin 86 Dollar aus! So viel kostete die Luftpost. Konkret handelt es sich um zwei kleine Steinäxte, eine Speerspitze, einen versteinerten Seeigel sowie einen Bernstein und Knochenreste, die liebevoll auf dem Stück Samt präsentiert wurden. Darunter ein Schild mit der Aufschrift: „Stone Age Weapons. over 5500 years old. found by W. Ballert.

Ruegen Germany 1922“.

Laut Joachim Krüger, im Haus Experte für derlei Exponate, ist das Werkzeug absolut authentisch. Das betreffe auch den Fundort Rügen. „Die Objekte selbst haben zwar keinen großen Seltenheitswert“, räumt Dehnert ein, doch die Geschichte und das Arrangement der Steine sei durchaus sehr interessant, erklärt der Historiker. Die kleine Steinsammlung ist übrigens nicht das erste Stück aus Pommern, das in die alte Heimat zurückkehrte. „In jenem Teil unserer Dauerausstellung, der die Auswanderung der Pommern thematisiert, befindet sich bereits ein Seesack aus Amerika“, sagt Jenni Klingenberg.

Zwischen 1840 und 1910 verließen etwa 740 000 Pommern ihre Heimat, davon gingen rund 330000 nach Übersee. Es war weniger die Not als vielmehr der Traum vom eigenen Stück Land, der sie damals bewog, auf eines der Schiffe zu steigen. Petra Hase

OZ

Die Zufahrt zum neuen Wohngebiet erfolgt über die Straße An den Wurthen / Verkehrsgutachten wird erstellt

15.04.2017

Zusammenstoß mit VW Polo in der Koitenhäger Landstraße

15.04.2017

Redaktions-Telefon: 03 834 / 793 687, Fax: - 684 E-Mail: lokalredaktion.greifswald@ostsee-zeitung.de Sie erreichen unsere Redaktion: ...

15.04.2017
Anzeige