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Greifswald 130 Jahre Seebad: Lubmin lebe hoch!
Vorpommern Greifswald 130 Jahre Seebad: Lubmin lebe hoch!
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00:01 25.07.2016
Durfte nicht fehlen: das abendliche Feuerwerk am Lubminer Boddenstrand.

„Super! Gut gemacht!“ Hans-Jürgen und Karin Reichmuth sind von den Socken. Einen Umzug wie den in Lubmin haben die Urlauber aus der Cottbusser Ecke lange nicht mehr gesehen.

Kilometerlanger Festumzug begeistert Tausende Zuschauer – Zu feiern waren gleich mehrere Jubiläen

Super! Gut gemacht!“Hans-Jürgen und Karin Reichmuth, Urlauber aus dem Raum Cottbus

Das ganze Seebad war wohl auf den Beinen. Tausende Schaulustige säumten die Straßen. Und wurden nicht enttäuscht: Das Generationentheater, die Landfrauen, die Feuerwehr, die Eisbader, die Heimvolkshochschule, der Fußballclub, die Kirchengemeinde, Touristiker und Gewerbetreibende, Schüler und Lehrer... Kein Verein, kaum eine Einrichtung, die nicht mitgemacht hätte.

Gründe dafür gab es reichlich: Vor 130 Jahren wurde Lubmin zum Seebad. Vor 115 Jahren wiederum gründete man hier die Feuerwehr. Auf 25 Jahre blickt die Heimvolkshochschule, einzige Einrichtung ihrer Art in MV, zurück. 10 Jahre alt ist inzwischen der Posaunenchor. Ja und die Eisbader treffen sich nun auch schon seit 40 Jahren. „Zu dritt haben wir damals angefangen“, erinnert sich Rainer Toletzki (65). Im Oktober sei es gewesen, jeden zweiten Tag seien sie damals Baden gegangen. Den ganzen Winter durch!

Roswitha Richter spielt das Tenorhorn im Lubminer Posaunenchor. Einmal in der Woche kommen sie und die anderen zehn Musiker zum Proben in der Kirche zusammen. Die Jüngste im Bunde, Else Nova-Marylou Harfenstein, ist elf Jahre alt und bläst die Trompete. 30 Auftritte mindestens habe der Chor pro Jahr, sagt Mitstreiter Rüdiger Sibilski aus Pritzwald. Dass sie beim Umzug dabei sein würden, war keine Frage.

Auch für Sonja Bade nicht. Die Betreiberin der Urlauberpension „Villa Erika“ hatte sich geradezu in Schale geworfen. Ihre Kleidung sollte an eine am Meer Erholung suchende Großstädterin Ende des 19.

Jahrhunderts erinnern. Überhaupt, die Kostüme! Unzählige hat Waltraud Glawe, gute Seele des Lubminer Generationentheaters, geschneidert. Die schärfsten trugen Elke Bretzke, Cornelia Pietsch und Renate Bast: Alle drei schlüpften in Badeanzüge aus der Zeit vor 1900. Damals trug frau Haube, waren Schwimmanzüge aufwendig verarbeitet und mit allerlei Streifen und Mustern verziert. „In Lubmin“, weiß Waltraud Glawe, „waren Weiblein und Männlein am Strand durch eine Wand voneinander getrennt. Die hatte ein Loch und so blinzelten die Herrschaften öfter mal durch.“ Solche und andere Episoden kann Klaus-Dieter Hagelberg auch erzählen. Einmal pro Woche führt er durch das Seebad und macht nicht-mehr-Sichtbares durch anschauliches Schildern wett. Für den großen Festumzug schlüpfte er in die Rolle eines Lubminer Originals: Ausrufer Max Schwalm. „Der hat früher die Bekanntmachungen im Ort verlesen und wilde Hunde und Katzen verjagt.“

Bader, Pietsch und all die anderen – bei nicht wenigen Zuschauern weckte die illustre Schar Erinnerungen: Ute Panzig etwa sieht sich noch heute in ganz engem Samtkleid durch Lubmins Straßen tippeln.

Das war vor 30 Jahren, als es zuletzt einen solchen Umzug im Ort gab. „Mein Mann und ich mimten Industrielle aus Berlin. Er durfte in einem Wagen sitzen, ich hingegen musste laufen.“

Dietrich Gülzow mag schmunzeln, wenn er derlei hört. Er kennt die Tücken von Umzügen. Der jetzige geht maßgeblich auf seinen Einsatz zurück. Ohne ihn, heißt es in Lubmin, wäre der Umzug nicht so eindrucksvoll verlaufen. Nicht nur Anette und Wolfgang Domke aus Greifswald waren vorab gespannt, was sie wohl zu sehen bekommen würden. „Wir haben uns extra aufgemacht, weil wir wissen wollten, was die Lubminer so machen.“ Und, ihr Urteil? „Toll, ganz toll!“

Sven Jeske

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