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Greifswald Polnisch in Vorpommern-Greifswald beliebt
Vorpommern Greifswald Polnisch in Vorpommern-Greifswald beliebt
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15:29 13.12.2018
Justyna Hryniewicz, Agniezka Zawadzka, Prof. Bernhard Brehmer, Agnieszka Putzier und Felix Kämmler (von links) engagieren sich für das Polnisch-Projekt, das durch die Europäische Union gefördert wird. Quelle: Foto: Eckhard Oberdörfer
Greifswald

Die Arbeit mit den Kindern macht wirklich viel Spaß, sie haben Interesse an der Sprache, schätzt Agniezka Zawadzka ein. Sie gehört zum Team, das in einem von der Europäischen Union geförderten Projekt das Polnische in der Grenzregion stärken soll. Dessen Name: „Nachbarspracherwerb von der Kita bis zum Schulabschluss – der Schlüssel für die Kommunikation in der Euroregion Pomerania“. Dafür gibt die EU bis zum 30. Juni 2020 insgesamt 2,6 Millionen Euro aus.

Über 1500 junge Leute lernen freiwillig Polnisch

„Die Nachfrage ist sehr groß“, freut sich der Greifswalder Slawistikprofessor Bernhard Brehmer. „Das Vorurteil, dass die Eltern den Polnischunterricht nicht wollen, ist durch das Projekt widerlegt.“ Auch Bürgermeister der Orte, die Teil des Modellprojekts sind, hätten das Vorhaben zunächst nur halbherzig unterstützt. Früh mit dem Spracherwerb zu beginnen, sei sehr wichtig. „Die Schulkonferenzen mussten vor der Teilnahme zustimmen“, informiert der Slawistikprofessor. Anfängliche Skepsis sei bei vielen Schulen dem Wunsch, auch mitzumachen, gewichen.

1530 Kinder und Jugendliche in den Kreisen Vorpommern-Greifswald und Uckermark lernen nun freiwillig die Nachbarsprache, erleben sie als eine normale Alltagssprache. Auf deutscher Seite machen 16 Kindertagesstätten mit. Dazu kommen elf Grund- und sieben weiterführende Schulen im östlichen Teil der beiden Kreise. Gerade in Orten wie Penkun oder Löcknitz wohnen bereits viele Bürger aus dem Nachbarland. Insgesamt leben aktuell mehr als 4012 Polen in Vorpommern-Greifswald.

In Polen ist Deutsch schon eine etablierte Sprache

Östlich der Oder sind die Bedingungen für den Spracherwerb besser. Dort ist Deutsch bereits eine etablierte Unterrichtssprache. „Hier geht es um mehr Deutschstunden als bisher, auch um bilinguale Kindertagesstätten“, erläutert Brehmer. Die Universität ist im Projekt unter anderem für Beratung, Weiterbildung von Fachpersonal, die Sammlung von Material für den durchgängigen Spracherwerb als Fremd- und Herkunftssprache, die Evaluation des Erfolgs und Befragungen von Pädagogen und Eltern zuständig. Zwei Projektmitarbeiter sind als Berater tätig und besuchen die Bildungseinrichtungen.

Beteiligt sind außer der Uni Greifswald die Kreise Vorpommern-Greifswald, Uckermark, die Regionale Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie Mecklenburg-Vorpommern und das Amt Gramzow auf deutscher Seite. Auf polnischer Seite sind es ein Lehrerweiterbildungszentrum und die Stadt Stettin (Szczecin). In den Händen der pommerschen Metropole liegt auch die Gesamtleitung des Projektes. In Stettin sind alles in allem 23 Kindertagesstätten und Schulen am Projekt beteiligt. Auch deutsch-polnische Begegnungen sind Teil des Projektes.

Marketingkampagne für Kultur und Sprache des Nachbarn

„Schulrat Olaf Schröder vom Greifswalder Schulamt unterstützt uns sehr“, sagt Brehmer und betont: „Ohne den Kreis Vorpommern-Greifswald würde es das Projekt nicht geben.“ Denn das Greifswalder Landratsamt habe sich schon in der Vergangenheit sehr für die Nachbarsprache engagiert. In diesem Projekt koordiniert Vorpommern-Greifswald beispielsweise eine große Marketingkampagne zur Sensibilisierung für die Kultur und Sprache des Nachbarlandes, die es in kleinerem Umfang ebenfalls in Polen gibt. Ferner finanziert der Kreis zwei Erzieher in Kitas, um den Polnischunterricht umzusetzen. Die Träger sollen dann über die Einstellung von Erziehern mit Polnisch als Muttersprache am Ende des Projekts für Kontinuität sorgen.

Ziel: Polnisch als reguläres Unterrichtsfach

Noch besser als ein freiwilliges Angebot wäre natürlich die Etablierung von Polnisch als reguläres Unterrichtsfach, wie es das schon in Brandenburg gibt, so Bernhard Brehmer. Das ließ sich in diesem Projekt nicht erreichen. „Wir haben aber schon ein Anschlussprojekt für weitere zwei Jahre genehmigt bekommen“, informiert der Professor. Ziel sei die Schaffung nachhaltiger Strukturen. „Auch die Eltern wünschen sich nach unseren Erfahrungen Kontinuität“, so Brehmer.

Eckhard Oberdörfer

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