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Greifswald 16 Geburtstage auf Rügen
Vorpommern Greifswald 16 Geburtstage auf Rügen
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00:00 05.02.2018
Ralswiek/Binz/Wreechen

Das muss gefeiert werden! In diesem Jahr jährt sich die erste urkundliche Erwähnung von 16 Ortschaften auf Rügen zum 700. Mal. Die Liste reicht von B wie Binz bis Z wie Zeiten und betrifft Orte im Süden und Südosten der Insel.

Bischof Absalon hoch zu Ross in Kopenhagen REPRO: ANDRÉ FARIN

Sie gehören zu den über 400 ehemals slawischen Siedlungen, die in der so genannten Roskilder Matrikel festgehalten wurden. Bei diesem Verzeichnis handelt sich um ein Abgabenregister des Bistums Roskilde, dem die Insel Rügen zwischen 1169 und 1543 als kirchlicher Sprengel unterstellt war. Diesen Anspruch erwarb der kämpferisch veranlagte Bischof Absalon (1128-1201) vor nunmehr 850 Jahren, als er zusammen mit dänischen Truppen am Kap Arkona landete und die slawischen Ranen unterwarf. In der folgenden Christianisierung, die Absalon und seine Mitstreiter mit allen Mitteln vorantrieben, ordnete Papst Alexander III. (1105-1181) dem dänischen Bistum die Insel Rügen zu. Damit erhielt dieser kirchliche Verwaltungsbezirk das Recht, auch hier den „Bischofszehnten“ zu erheben. Dessen Höhe für jede einzelne Siedlung wurde in dem lateinisch verfassten Hebe-Register von 1318 veröffentlicht.

Historiker nennen diese Urkunde ein Beispiel für ein „geschicktes Einnahmesystem der Dänen“, die auch Auskunft über die Siedlungsverhältnisse im 14. Jahrhundert gibt. Alle Ortschaften wurden nach den ehemaligen slawischen Burgbezirken in neun Vogteidistrikte eingeteilt. Man führte jeden Ort darin auf, aus dem der „Bischofsroggen“, wie man die Jahresabgabe auch nannte, erbracht werden musste. Für viele Dörfer wurden nur die Feldgrößen festgeschrieben. So mussten die Bewohner von Pudgharde (Putgarten) zum Beispiel eine Abgabe für 21 Hakenhufen Land, also für fast 79 Hektar Acker, zahlen.

Bei anderen Orten finden wir eine genaue Angabe des Zehnten. Die Bewohner von Byntze (Binz) lieferten beispielsweise jährlich fünf Scheffel Roggen ab. Manchmal werden andere wichtige Details ergänzt. Für Wreechen bei Putbus beispielsweise notierten die Kirchendiener eine feste Abgabenhöhe: „wrechen cum molendino: IIII modios“. Das bedeutete, dass aus dem Ort „Wreechen mit einer Mühle vier Scheffel“ Getreide eingenommen wurden. Fortsetzung folgt. af

OZ

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