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Greifswald 164 Anträge für neue Windräder
Vorpommern Greifswald 164 Anträge für neue Windräder
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00:00 12.10.2018
Vorpommern

Gibt es mehr Windräder in Vorpommern, wenn es keine Eignungsgebiete für Windkraftanlagen gibt? Die Frage ist berechtigt: Denn derzeit darf jeder Investor ein Windrad errichten, wenn er die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt. „Nur mit der Festlegung von Windeignungsgebieten kann dafür gesorgt werden, dass nicht überall Windenergieanlagen aufgestellt werden“, sagt Waldemar Okon (Grüne). Er ist Mitglied des Kreistages von Vorpommern-Greifswald und Mitglied der Verbandsversammlung des Planungsverbandes Vorpommern. Dieser entscheidet über die Eignungsgebiete. Momentan gibt es in Vorpommern keine solchen Flächen.

Windräder auf einem Feld: Aktuell laufen 44 Genehmigungsverfahren für 164 Windkraftanlagen in Vorpommern. Quelle: Foto: Christian Charisius/dpa
„„Nur mit der Festlegung von Windeignungs- gebieten kann dafür gesorgt werden, dass nicht überall Wind- energieanlagen aufgestellt werden.“Waldemar Okon , Grüne
„„Von Wildwuchs kann keine Rede sein. Eine Genehmigung erfolgt unter Berücksichtigung vielfältiger Belange.“ Matthias Wolters , Staatliches Amt für Umwelt und Landwirtschaft
„„Von Wildwuchs kann keine Rede sein. Eine Genehmigung erfolgt unter Berücksichtigung vielfältiger Belange.“ Matthias Wolters , Staatliches Amt für Umwelt und Landwirtschaft
„„Nur mit der Festlegung von Windeignungs- gebieten kann dafür gesorgt werden, dass nicht überall Wind- energieanlagen aufgestellt werden.“Waldemar Okon , Grüne

„Wer gegen die Raumordnung stimmt, bereitet dem unkontrollierten Ausbau den Weg“, sagt Okon. Seine Kritik richtet sich namentlich auch an Vorpommern-Greifswalds Landrat Michael Sack (CDU), der auf der letzten Verbandsversammlung mit sieben anderen gegen das Papier über die Windeignungsgebiete gestimmt hatte, die nun erneut zur inzwischen vierten Anhörung durch die Öffentlichkeit ausgelegt werden. Es gab 16 Ja-Stimmen. Ein Mitglied enthielt sich. 2019 sollen die Eignungsgebiete feststehen. Aber: „Wer keine Windeignungsgebiete ausweist und gegen den Abschluss des Planungsverfahrens agiert, öffnet damit dem unkontrollierten Wildwuchs Tür und Tor“, sagt jedenfalls der Vorsitzende der Fraktion Grüne/Forum 17.4 in der Greifswalder Bürgerschaft, Alexander Krüger.

Genehmigungsbehörde für Windräder mit mindestens 50 Metern Höhe ist das Staatliche Amt für Umwelt und Landwirtschaft (Stalu) in Stralsund, das auf der Grundlage des Bundesimmissionsschutzgesetzes entscheidet. Es widerspricht den Aussagen Krügers. „Von Wildwuchs kann keine Rede sein“, sagt Behördenleiter Matthias Wolters. Eine Genehmigung erfolge auch jetzt schon unter Berücksichtigung vielfältiger Belange, zum Beispiel des Baurechts, Naturschutzes, Denkmalschutzes oder möglicher Beeinträchtigungen für Menschen. Eignungsgebiete seien allerdings auch für Investoren gut, weil bis zu deren Festlegungen bereits viele Prüfungen erfolgt seien, sagt Wolters. Auch die Unternehmer bekämen so Sicherheit.

„Aktuell laufen 44 Genehmigungsverfahren für insgesamt 164 Windkraftanlagen in Vorpommern“, so Matthias Wolters. „21 betreffen den Kreis Vorpommern-Greifswald, 23 Vorpommern-Rügen.“

Zu denen, die im Verfahren angehört werden, zählen die Landratsämter. Wieviele Anträge liegen dort bereits vor? Da das Stalu Genehmigungsbehörde sei, verweist Anke Radlof (Vorpommern-Greifswald) an die Landesbehörde und sagt nur, dass Investoren auch Flächen ins Auge fassen, die nicht in den vorgeschlagenen Einzugsgebieten liegen. Das sind in Vorpommern-Greifswald 40 .

In Vorpommern-Rügen gibt es laut des letzten Beschlusses des Planungsverbandes sieben zur Diskussion stehende Windeignungsgebiete. Bis ins Stralsunder Landratsamt haben es bisher 15 Anträge für 44

Anlagen geschafft, der Windpark in Gingst auf Rügen gehört nicht dazu. Dass aktuell wegen der erwarteten Ausweisung von Eignungsgebieten das Prüfungs- beziehungsweise Genehmigungsverfahren ausgesetzt werde, dementiert Sprecher Olaf Manzke. Konkret gebe es in Vorpommern-Rügen Anträge für neue Anlagen für die Windparks Miltzow, Groß Miltzow, Hildebrandshagen, Rakow/Vietlipp, Grimmen/Barkow, Grimmen/Grellenberg, Grimmen/Jessin und Hugoldsdorf.

Die Grünen kritisieren auch den neuen Landrat Vorpommern-Rügens, Stefan Kerth (SPD), dessen Vorgänger Ralf Drescher (CDU) für die Eignungsgebiete gestimmt hatte. Kerth hatte die Verbandsversammlung dagegen vorzeitig verlassen, dementiert jedoch, dass er sich vor der Abstimmung drücken wollte. Er habe als scheidender Bürgermeister einfach zu viele Termine gehabt, sodass er nicht bis zur Abstimmung über die Planung habe bleiben können.

Eckhard Oberdörfer

Seit Anfang Oktober ist Michael Steuer (35) neuer Geschäftsführer der Usedom Tourismus GmbH (UTG). Er setzt auf die Digitalisierung, Qualität auf der Insel und neue Quellmärkte.

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