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Greifswald 184 Bewerber streiten um 43 Sitze in der Bürgerschaft
Vorpommern Greifswald 184 Bewerber streiten um 43 Sitze in der Bürgerschaft
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11:33 14.03.2019
Am 26. Mai finden die Wahlen zur Bürgerschaft statt. Quelle: Anne Ziebarth
Greifswald

 Das Rennen um die 43 Sitze in der Greifswalder Bürgerschaft ist eröffnet – und die könnte künftig mit der Kommunalwahl am 26. Mai noch bunter sein als bislang. Denn neben sieben Parteien haben vier Wählergemeinschaften Kandidaten nominiert. Auch die Arndt-Aktivistin Grit Wuschek will als Einzelkandidatin in die Bürgerschaft. Bis Dienstag, 16 Uhr, mussten die Wahlvorschläge eingereicht sein. Über deren Zulassung entscheidet der Wahlausschuss am 21. März. Deutlich wird schon jetzt: Das Interesse, sich für die Kommunalpolitik dieser Stadt zu engagieren, ist gestiegen. 184 Bewerber und damit 32 mehr als bei der Kommunalwahl 2014 werfen ihren Hut für einen Bürgerschaftssitz in den Ring. Gemeindewahlleiterin Petra Demuth bilanziert: „Die gestiegene Zahl an Kandidaten zeigt, dass sich mehr Menschen in die Gestaltung ihrer Kommune einbringen wollen.“

Die meisten Kandidaten nominiert mit 27 Bewerbern die CDU. Die Christdemokraten setzen dabei vor allem auf den bekannten Kader um Axel Hochschild, und Egbert Liskow. Nicht mehr kandidieren Rainer Steffens und der Konservative Sascha Ott, der für den Kreistag antritt. Die Partei will wieder stärkste Fraktion werden, sagt CDU-Stadtchef Gerd-Martin Rappen, der auch kandidiert. Die Partei setzt sich u.a. für eine solide Finanzpolitik, gegen Vandalismus, für ein Begrüßungsgeld für Neugeborene sowie die Unterstützung von Unternehmensansiedlungen ein.

Die SPD geht mit einer 25-köpfigen Mannschaft ins Rennen. Als Spitzenkandidaten hat die Partei Monique Wölk, Ortschef Michael Hosang, Fraktionschef Andreas Kerath und Erik von Malottki in Stellung gebracht. „Wir wollen für bezahlbare Mieten, die Verbesserung der Verkehrssituation und Investitionen in Schulen kämpfen", sagt Kerath. Auch ein kostenfreier Nahverkehr steht auf der Agenda.

Die Linke mit 15 Bewerbern setzt an der Spitze auf Frauenpower: Yvonne Görs, Mignon Schwenke und Bürgerschaftspräsidentin Birgit Socher. Zwei Abgeordnete der ersten Stunde sind nicht mehr dabei. Peter Multhauf und Rudi Duschek hören aus Altersgründen auf. Die Partei will sich u.a. dafür einsetzen, die gute Entwicklung der Stadt auf alle Stadtteile zu verteilen. Menschen mit kleinem Geldbeutel dürften nicht an den Rand gedrängt werden, sagte Ortsverbandschef Daniel Seiffert.

Die Grünen mit derzeit fünf Sitzen wollen vom bundespolitischen Aufwind ihrer Partei profitieren. 24 Kandidaten um Landesvorsitzende Ulrike Berger, Fraktionschef Alexander Krüger und Jura-Studierende Camille Damm treten an. "Wir wollen uns für eine nachhaltige Politik in Greifswald einsetzen, die alle Generationen im Blick hat", sagt Berger. Besonders in den Bereichen Bildung, Soziales sowie Klima- und Umweltschutz will sich die Partei profilieren.

Die FDP hat 18 Kandidaten nominiert. Sie zieht mit dem Slogan „Eine neue Generation Greifswald“ und den Abgeordneten Katja Wolter und André Bleckmann als Frontteam in den Wahlkampf. Inhaltlich will sich die Partei für ein ausgewogenes Verkehrskonzept, die Beibehaltung von Tempo von 50km/h auf dem Hansering und eine solide Finanzpolitik stark machen.

Neun Kandidaten - alles Männer: Die Bürgerliste Greifswald (BG) will es ohne Frauen schaffen. Neben den Abgeordneten Ludwig Spring, Christian Radicke und Ulf Burmeister hat sie auch Fraktionsgeschäftsführer Stephan Gielow nominiert. Die BG setzt sich u.a. für eine solide Sportförderpolitik, die Sanierung von Schulen und eine kritische Begleitung des B-Plans 55 ein.

Die Kompetenz für Vorpommern (bislang drei Sitze) zieht mit 19 Bewerbern in den Wahlkampf. Sie will mit Fraktionsstärke – also vier Sitzen – in die Bürgerschaft und damit die derzeit knappen Mehrheitsverhältnisse wieder zu Gunsten des konservativen Lagers verändern. Die Partei setzt sich u.a. für die Bindung von Fachkräften, die Rückbenennung zur Ernst-Moritz-Arndt-Universität und eine stabile Haushaltspolitik ein.

Die AfD sitzt mit einem Abgeordneten in der Bürgerschaft. Zehn bis dreizehn Prozent hält AfD-Mann Nikolaus Kramer für möglich. Die Partei hat neun Kandidaten, darunter eine Frau, nominiert. „Greifswald ist für Konservative ein schweres Pflaster“, sagt Kramer. Als Schwerpunkte nennt er u.a. mehr Sicherheit durch Verstärkung des kommunalen Ordnungsdienstes und den Abbau von bürokratischen Hürden durch Digitalisierung.

Die Alternative Liste mit 15 Kandidaten rückt als Gesicht nicht den Abgeordneten Ulrich Rose, sondern die 18-jährige Schülerin Hulda Kalhorn nach vorn. Die Bürgerschaft müsse jünger und weiblicher werden, sagt AL-Sprecher Gregor Kochhan, der ebenfalls wie Rose kandidiert. Als Schwerpunkte nennt die AL u.a. eine stärkere Bürgerbeteiligung sowie den Einsatz für ein solidarischeres Miteinander.

Die Tierschutzpartei – bislang nicht in der Bürgerschaft –tritt mit 19 Kandidaten an. Auf der kommunalen Ebene würden etliche Entscheidungen getroffen, die die Natur erhalten oder weiter kaputt machen, sagte Landeschef Robert Gabel. Die Partei will sich u.a. für Blühstreifen und gegen Baumfällungen sowie für eine solide Finanzierung von Tierheimen einsetzen.

Ganz neu im Rennen ist die Freiparlamentarische Allianz (FPA), die sich erst im Juni 2018 in Greifswald gegründet hatte. Die vier jungen Kandidaten setzen sich u.a. für ein bedingungsloses Grundeinkommen, bessere Integration von Flüchtlingen und regelmäßige Volksabstimmungen ein.

Grit Wuschek will als Einzelbewerberin mit Herz und Engagement die Bürgerschaft bereichern, sie aber auch mal „aufmischen“, wie sie sagt. Ihre Stärke sieht sie u.a. in ihrer Unabhängigkeit. Sie unterliege keinem Parteien- oder Fraktionszwang und könne immer im Interesse der Mehrheit der Greifswalder abstimmen.

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