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500-fache Herzdruckmassage zu Bee-Gees-Klängen: Rekord!

Überlebenstraining auf dem Markt – Hunderte Teilnehmer auch in diesem Jahr 500-fache Herzdruckmassage zu Bee-Gees-Klängen: Rekord!

Paralympics-Teilnehmerin Lindy Ave gewinnt damit Wette und Geld zum Trainieren / Organisator der Veranstaltung überwältigt

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Klaus Hahnenkamp hat allen Grund zum Strahlen: Wieder übten wie im Vorjahr 500 Teilnehmer zeitgleich zu den Klängen des Bee-Gees-Titels „Staying Alive“ die Herzdruckmassage. Fotos (3): Peter Binder

Greifswald. Was für eine Stadt! Zum zweiten Mal in Folge fanden sich am Sonnabendmittag auf dem Markt 500 Freiwillige, die zeitgleich an Puppen Lebensrettung durch die richtige Herzdruckmassage übten. Organisiert wurde das Überlebenstraining von Prof. Klaus Hahnenkamp, dem Chef der Uniklinik für Anästhesiologie. Auch Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne), der Sozialdezernent des Landkreises Vorpommern-Greifswald, Dirk Scheer, Teams der Deutschen Ölwerke Lubmin und der Wasserwacht Anklam sowie Prinzen-Drummer Ali Zieme übten mit.

OZ-Bild

Paralympics-Teilnehmerin Lindy Ave gewinnt damit Wette und Geld zum Trainieren / Organisator der Veranstaltung überwältigt

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Der Rekord bedeutet zugleich für die Greifswalder Paralympics-Teilnehmerin Lindy Ave den Gewinn der Stadtwette und damit 500 Euro Sponsorengeld für ihr Training. Leichtathletin Ave will nun noch intensiver trainieren, um bei den nächsten Paralympics unter die ersten drei zu kommen.

Cheforganisator Klaus Hahnenkamp will mit seinem Team erreichen, dass sich immer mehr Menschen mit der Wiederbelebung auseinandersetzen, weil es jederzeit überall passieren kann, dass sie plötzlich zum Lebensretter werden müssen. Ingrid Barduhn aus Greifswald hält das Ziel für bedeutsam: „Jeder möchte, dass ihm im Notfall geholfen wird. Das heißt im Umkehrschluss, dass jeder über Grundkenntnisse zu lebensrettenden Maßnahmen Bescheid wissen sollte“, meint die 74-Jährige, die viele Jahre in der Wasserrettung des DRK aktiv war. Dr. Lutz Fischer, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Landkreis Vorpommern-Greifswald, hofft, dass viele Menschen so denken. „In einer Notsituation nur zuzuschauen, rettet kein Leben“, macht er deutlich.

Sozialdezernent Dirk Scheer macht zugleich auf ein weiteres großes Problem aufmerksam: Um zu retten, braucht es genügend Notärzte. Im Kreis sind an den elf Notarztstandorten insgesamt 100 Notärzte im Einsatz. Etwa 20 davon, besonders auf der Insel Usedom, sind Honorarkräfte. Und die sollen nach einem Gerichtsurteil wegen angeblicher Scheinselbstständigkeit nicht mehr als solche tätig sein können.

Gefragt sind nur noch festangestellte Notärzte.

Daraus ergibt sich die Forderung nach mehr Personal. Laut Fischer ist das aber sehr schwierig, denn bereits jetzt tun sich gerade kleine Krankenhäuser schwer, die von ihnen geforderten Notärzte zu stellen. „Außerdem wird schon jetzt mehr Personal benötigt, weil zum einen die Saison immer länger wird. Auch deshalb übernehmen Notärzte an Standorten im ländlichen Raum, wo es pro Tag nur drei, vier Einsätze gibt und die Belastung nicht so hoch für sie ist, zwei oder drei 24-Stunden-Schichten hintereinander“, erläutert Fischer. Bei Festanstellung verbiete jedoch das Arbeitszeitgesetz ein solches Vorgehen, stattdessen würden auch dort mehr Notärzte benötigt. Außerdem gebe es Kollegen, die neben ihrer Tätigkeit in einer Praxis oder Klinik an Wochenenden oder freien Tagen als Notärzte arbeiteten. Sie müssten bei Festanstellung durch den Rettungsdienst ihre andere Arbeitszeit dann deutlich reduzieren, das sei gesetzlich vorgeschrieben. Und drittens: Wenn die Rettungsdienste die Notärzte alle fest anstellen, fallen Beiträge für die Rentenversicherung an. Bislang war das nicht der Fall. „Notärzte müssen, wie in Österreich, davon befreit bleiben. Wir erwarten ein klares Signal aus Berlin“, erläutert Dezernent Scheer.

Im Kreis beträgt das Budget des Rettungsdienstes jährlich 23 Millionen Euro. Das Geld wird von den Krankenkassen übernommen und auf die Mitglieder umgelegt. Für 2017 will Scheer aber wegen der sich verschlechternden Rahmenbedingungen mindestens eine Million mehr geltend machen. Für Hahnenkamp und Fischer, beides gestandene, langjährige Notärzte, bleibt deshalb der Fakt, dass die Politik endlich brauchbare Lösungen anbieten muss, damit die Retter nicht selbst zum Notfall werden.

Immer wieder trainieren

700 - 800 Teilnehmer waren insgesamt am Sonnabend auf dem Markt. 500 davon nahmen um Punkt 12 Uhr an der Stadtwette teil und übten zeitgleich zehn Minuten lang.

In Firmen und öffentlichen Verwaltungen sollten regelmäßig lebensrettende Maßnahmen trainiert werden.

Mund-zu-Mund-Beatmung kann im Notfall den ausgebildeten Rettungskräften überlassen werden. Mit der Herzdruckmassage muss sofort begonnen werden.

Cornelia Merkatz

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