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Greifswald 90-Jährige kämpft um Parkausweis für ihre Tochter
Vorpommern Greifswald 90-Jährige kämpft um Parkausweis für ihre Tochter
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00:05 13.02.2017

Wer in der Hansestadt nur einen Nebenwohnsitz hat, der bekommt 2017 auf Beschluss der Bürgerschaft keinen Anwohnerparkausweis mehr. Davon erhoffen sich die Initiatoren aus den Reihen von SPD und Grüne/Forum 17.4 eine Entspannung der besonders in der Innenstadt und Fleischervorstadt angespannten Situation. Unmut bei vielen Hochschulmitarbeitern war die Folge (die OZ berichtete). Verärgert ist auch Anneliese Kempfert. Ihre Tochter Doris Lange bekommt keinen Anwohnerparkausweis mehr, weil sie in Potsdam wohnt und in Greifswald nur ihren Nebenwohnsitz hat. „Sie kommt jeden Freitag und bleibt über das Wochenende, um mir zu helfen“, erzählt Anneliese Kempfert. All die Jahre war der Nebenwohnsitz kein Problem gewesen.

Anneliese Kempfert. Quelle: Foto: Eob

Die 90 Jahre alte Frau wohnt in der Anklamer Straße 62e. Beim OZ-Besuch sind viele Plätze vor dem Haus frei. Seit Oktober 2016 kämpfen Mutter und Tochter um eine Ausnahmeregelung. „Ich erledige für meine Mutter Besorgungen, mache mit ihr Ausfahrten, damit sie aus den eigenen vier Wänden herauskommt“, schrieb Doris Lange am 19. November an OB Stefan Fassbinder (Grüne). „Eine Absage in Form von Satzbausteinen, die jeglichen Bezug auf den konkreten Fall vermissen lässt“ enttäusche sie, heißt es dort. Ihrer Ansicht nach gehe es nur darum, 1000 Euro fürs Stadtsäckel zu bekommen. Ein Anwohnerparkausweis kostet 30 Euro. Auch der Hinweis, das sie mit Parkscheibe zeitweise ihr Auto in der Bugenhagenstraße abstellen könne, fand sie ziemlich unpassend. Genau wie den Verweis auf die ein Stück entfernte Stichstraße zwischen Anklamer und Krullstraße, die zu keinem Parkgebiet gehört. Dort gibt es keine Beschränkung. „Ich habe mich auch um eine Parkkarte der Wohnungsgenossenschaft Greifswald für die Plätze nahe des Hauses bemüht“, sagte Anneliese Kempfert. „Aber die sind alle vergeben.“

Am 3. Januar schrieb Stefan Fassbinder Doris Lange schließlich selbst. In dem der OZ vorliegenden Schreiben stellt er sich hinter seine Mitarbeiterin. Die Ablehnung habe nichts mit „Geld ins Stadtsäckel spülen“ oder „mangelndem Verständnis für ihre persönliche Situation“ zu tun, er empfinde großen Respekt. „In einer Stadt mit extrem begrenztem Parkraum müssen jedoch Grenzen gezogen werden, die nun mit der Unterscheidung zwischen Erst- und Zweitwohnsitz festgelegt wurden.“

Anneliese Kempfert akzeptiert die Ablehnung des Anwohnerparkausweises für ihre Tochter nicht. „Ich hätte mir gewünscht, dass der Oberbürgermeister der Bürgerschaft eine Härtefallregelung zum Beschluss vorlegt“, sagt sie. eob

OZ

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