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00:00 10.01.2015
Wie wird man Podologe? Darüber informiert sich Dirk Petermann bei Peter Wolzien vom Weiterbildungsträger Ima in Stralsund. Quelle: Sybille Marx
Greifswald

Grau sind die Böden, weiß die Wände, weiß auch die Tische der 30 Bildungsträger, die an diesem Vormittag ins Greifswalder Berufsinformationszentrum BIZ gekommen sind: zu einer Weiterbildungsmesse für Arbeitslose. Und mitten in dieser sterilen Büroatmosphäre versucht der Anklamer Dirk Petermann jetzt, Inspiration für das bunte Leben da draußen zu finden.

Wie rund 16000 andere Menschen im Landkreis Vorpommern-Greifswald ist Petermann derzeit arbeitslos, auf der Suche nach einem Job. Und bei der Arbeitsagentur haben sie ihm zu einer Umschulung geraten. „20 Jahre lang war ich Drucker“, erzählt er. Vor einem Vierteljahr habe er die Stelle verloren. Jetzt ist er 51, irgendwie muss es weitergehen.

Rund 2000 Arbeitslose im Kreis werden dieses Jahr auf Kosten der Agentur eine mehrwöchige Weiterbildung oder sogar eine mehrjährige Umschulung machen, schätzt die Agentur in ihrer „Bildungszielplanung 2015“. Es dürften aber auch mehr werden, sagt Klaus-Peter Köpke, Bereichsleiter in der Greifswalder Arbeitsagentur. „Im Grunde zahlen wir jedem, der arbeitslos ist und sie braucht, eine Umschulung.“ Jedenfalls dann, wenn er damit größere Chancen habe, aus Hartz IV wieder herauszukommen. „Bei vielen müssen wir erst Überzeugungsarbeit leisten.“

170 Arbeitslose hat die Agentur extra zur Messe eingeladen. Auf übermannshohen Aufstellern können sie nachlesen, welche Berufe derzeit die besten Chancen auf Beschäftigung in der Region bieten sollen: medizinische Gesundheitsberufe wie Krankenpfleger etwa, Metallberufe, kaufmännische Berufe wie Steuerfachangestellter, Berufe im Hotel- und Gaststättenwesen und solche in Verkehr, Sicherheit, Schutz und Logistik.

„Die Firmen suchen vor allem Fachkräfte“, sagt Köpke. Auf drei Stellen im medizinischen Gesundheitsbereich etwa kämen in der Region nur noch ein bis zwei arbeitssuchende Fachkräfte. Und 92 Prozent der Arbeitslosen, die eine Umschulung im medizinischen Gesundheitsbereich machten, hätten danach eine Anstellung gefunden. Beziehe man die anderen genannten Berufe ein, liege die Erfolgsquote im Schnitt noch bei 64,7 Prozent.

Dirk Petermann hört sich am Stand des Stralsunder Weiterbildungsträgers „Institut für Marktwirtschaft“ (Ima) gerade an, was ein podologischer Assistent macht und wie die 15-monatige Umschulung laufen könnte. Podologen sind Spezialisten für die Fußpflege, behandeln etwa Hornhaut, Fußwarzen und Hautveränderungen bei Diabetikern, erklärt ihm Peter Wolzien. „Und es gibt kaum Männer in dem Beruf, dabei fragen viele Patienten nach einem Mann.“ Die Aussichten auf eine Stelle seien gut. Aber klar, ganz leicht sei diese Umschulung nicht. „Man muss zum Beispiel lateinische Namen für sämtliche Knochen lernen.“

Dirk Petermann hört zu, fragt nach, geht schließlich zum nächsten Stand. „Ich gucke mir heute erstmal nur alles an“, sagt er. Breit gefächert komme ihm das Angebot allerdings nicht vor. „Kraftfahrer, Schweißer. . . dafür hab ich hier viele Umschulungsangebote gesehen, für andere Bereiche keins.“

Immerhin: An den Gedanken, nochmal zwei oder sogar drei Jahre die Schulbank zu drücken, hat er sich inzwischen gewöhnt. „Aber das wird sicher hart.“

Umschulung auf Kosten der Arbeitsagentur
10 Millionen Euro gibt die Arbeitsagentur pro Jahr für Umschulungen im Landkreis aus.
2000 Arbeitslose ungefähr sollen das Angebot in diesem Jahr nutzen.
2 Jahre dauert meist eine Umschulung, die als Erstausbildung auf drei Jahre angelegt ist.
Die Arbeitsagentur gibt Bildungsgutscheine aus, die Schule suchen sich die Klienten dann selbst.



Sybille Marx

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