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Greifswald Abenteuer Berufswahl: Neue Angebote für Schüler
Vorpommern Greifswald Abenteuer Berufswahl: Neue Angebote für Schüler
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00:01 05.08.2016
Die Teilnehmer des Erlebnispädagogikcamps im Kletterwald am Volksstadion. Fotos (2): Péter Binder

Um mehr Schulabsolventen in der Region zu halten, geht die Wirtschaftsakademie Nord jetzt neue Wege bei der Berufsfrühorientierung. „Wir werden zusätzlich zu den vorhandenen Angeboten Kurzzeitpraktika, Betriebsbesichtigungen und Bewerbertrainings durchführen“, erklärt Gunther Schrader, Bereichsgeschäftsführer der Wirtschaftsakademie Nord. Etwa 2400 Schüler der Kreise Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald könnten ab September mitmachen.

Die Wirtschaftsakademie Nord, ein Unternehmen mit Sitz in Greifswald, hatte für die neuen Angebote den Zuschlag bei einer Ausschreibung des Wirtschaftsministeriums und der Agentur für Arbeit gewonnen. „Wir haben bereits Busse angeschafft und Leute für die Bewältigung dieser spannenden Aufgabe eingestellt“, erzählt Schrader. Nur den bisherigen Berufswahlparcours werde die Akademie in Zukunft nicht mehr organisieren.

Mit den neuen Maßnahmen will das Unternehmen dazu beitragen, dass weniger junge Leute in andere Bundesländer abwandern. Anders als in den 1990er Jahren bleiben heute Lehrstellen in Vorpommern frei.

Die Zahl der Schulabgänger ist gegenüber der DDR drastisch gesunken. Darum wird heute um die jungen Leute geworben. Viele Unternehmen engagieren sich in der Berufsfrühorientierung.

„Einige Schüler bekommen beim Praktikum gleich das Angebot für einen Ausbildungsvertrag“, erzählt Schrader über eine derzeit in Greifswald laufende Maßnahme: das Berufsorientierungscamp für Schüler ab der 8. Klasse. 2014 hatte die Wirtschaftsakademie Nord ein erstes solches Camp auf Rügen organisiert. „Die Idee kam bei den Firmen auf der Insel sehr gut an“, erzählt der Bereichsgeschäftsführer. Auch die Agentur für Arbeit sah das Potenzial, das in diesem Angebot steckt.

Aktuell läuft an der Wirtschaftsakademie das zweite von der Arbeitsagentur und dem Wirtschaftsministerium finanzierte zweiwöchiges Berufsorientierungscamp für 20 junge Leute aus dem Kreis Vorpommern-Greifswald. Die Bedingungen, die ihnen geboten werden, klingen verlockend: Vollverpflegung wird den Teilnehmern gezahlt, inclusive Getränke. Vormittags geht es auf „Berufs-Schnitzeljagd“.

Es werden Berufsbilder vorgestellt – Betriebe der unterschiedlichsten Branchen von der Landwirtschaft über Pflegeberufe bis zum Garten- und Landschaftsbau, der Gastronomie/Hotellerie und den Pflegeberufen sind dabei.

Das läuft nicht nur in Greifswald, sondern auch nach Usedom und Lubmin. Der Nachmittag ist die „Creative Zone“, wie es auf Neudeutsch heißt. In dieser Zeit haben die Schüler etwa am Ryck ein Floß

gebaut und zu Wasser gelassen. Sie waren im Kletterpark am Boddenhus, töpfern, musizieren, programmieren, spielen und vieles andere mehr.

Ohne Erlebnispädagogik geht es im 21. Jahrhundert wohl nicht mehr. „Es gibt auch einen Schwerpunkt Teamverhalten“, sagt Gunther Schrader. Dazu gehören zum Beispiel der Einkauf von Zutaten und die Zubereitung eines Abendbrotes. „Am Wochenende kommen dann die Eltern“, erzählt der Bereichsgeschäftsführer. „Dafür backen die Schüler Kuchen. “

Ein Tag im Camp

Heute sieht der Tag im Berufsorientierungscamp nach dem Frühstück um 8 Uhr so aus :Beginn um 9 Uhr Berufsbilder Gebäudereinigung / Gärtner Garten- und Landschaftsbau (Z. B. IBR, Gartenprofi Wuttig, Galant, Vorpommersche Baumschule). Dann um 13 Uhr Mittagessen und ab 14 Uhr Creative Zone Workshop (z. B. Kalligraphie, Malerei zur Musik, IT, Musik Workshop, Handwerk, THW, Feuerwehr, DLRG, Metallbearbeitung), dann Freizeit, Abendbrot und Besuch der Greifswalder Innenstadt, wieder Freizeit, 22 Uhr Nachtruhe.

Eckhard Oberdörfer

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