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Abwehrkräfte bei Medizinern stabiler

Putbus Abwehrkräfte bei Medizinern stabiler

Ständiger Kontakt mit Patienten sorgt für Abhärtung

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Putbus. Auf die Frage, warum Ärzte nicht krank werden, reagiert Dr. Nico Neesen mit einer Gegenfrage: „Warum können Selbstständige mit 40 Grad Fieber arbeiten, und warum lassen sich Beamte mit einer Verhärtung der Wade krank schreiben?“ Ärzte gingen selten zum Arzt. „Das ist wie mit dem Koch, der zu Hause keine Lust hat, sich in die Küche zu stellen“, meint Neesen, der seine Praxis am Circus in Putbus auf Rügen betreibt. Das sei aber nur eine Hälfte der Wahrheit. Die andere sei Abhärtung: „Wenn Sie ein Kind in die Krippe geben, ist es das erste halbe Jahr krank – bis es Abwehrkräfte aufgebaut hat“, so Neesen. Ähnlich verhalte es sich auch bei den Ärzten.

OZ-Bild

Ständiger Kontakt mit Patienten sorgt für Abhärtung

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„Als Berufsanfänger sind wir ebenfalls häufiger krank, aber später werden wir stabiler.“ Heute erkranke er nur noch ein oder zweimal im Jahr. „Wenn ich einen Infekt habe, trage ich einen Mundschutz, damit ich meine Patienten nicht anstecke.“ Infektionskrankheiten würden in Wellen verlaufen. Im Dezember schwappte ein Magen-Darm-Virus über die Insel. Derzeit grassiere eine Grippewelle in Rostock, während sie an der Müritz gerade abebbe.

Er selbst treibt Sport und versucht gerade, sich das Rauchen abzugewöhnen. „Die effektivste Vorbeugung ist übliche Toiletten-Hygiene, vor allem Händewaschen“, betont Neesen. Der kommerzielle Gesundheitsmarkt sei zu 99 Prozent Abzocke. „Was nötig ist, zahlen die Krankenkasse und was sie nicht zahlen, ist nicht nötig“, glaubt er.

Uwe Driest

Darum bleiben Ärzte gesund

Bei der hausärztlichen Internistin Dr. Kirsten Hansen steht die Praxistür in Stralsund im Moment nicht still. „Wir haben derzeit deutlich mehr Patienten und extrem viele Infekte“, sagt die 53-Jährige.

„Ich bin davon überzeugt, dass man mit einer Impfung vorbeugen kann“, erklärt die Ärztin und ergänzt, dass sie und ihre drei Mitarbeiterinnen mit gutem Beispiel vorangehen. „Außerdem haben wir durch den ständigen Kontakt zu den Patienten ein stärkeres Abwehrsystem aufgebaut.“

Trotz allem würde sie zu den Stoßzeiten von Infekten manchmal darauf verzichten, jedem Patienten die Hand zu geben. „Aber im Grundsatz denke ich, dass jeder Handschlag wie eine kleine Impfung ist“, sagt sie mit einem Lachen. „Nur eben nicht während der akuten Zeiten.“ Ständiges Desinfizieren und wenn nötig das Tragen von Handschuhen gehören ohnehin zum Alltag in der Praxis.

„Für mich ist es enorm wichtig, die eigenen Ressourcen zu schützen.“ Für Kirsten Hansen persönlich gehören mittlerweile ein gesundes Frühstück und 20 Minuten Yoga am Morgen fest zum Tagesbeginn.

„Im Praxisalltag die Pausen einzuhalten, ist nicht immer einfach, aber wir haben eine heilige Pause: Freitags frühstücken wir alle zusammen.“ Eine fest angesetzte Dienstbesprechung in der Woche wird auch dafür genutzt, mögliche Probleme anzusprechen. „Wenn das eigene Wohlbefinden stimmt, wirkt sich das positiv auf die Gesundheit aus.“

Miriam Weber

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