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Ärger um Efeu an Hauswand: Spatzen verlieren Nistplatz

Greifswald Ärger um Efeu an Hauswand: Spatzen verlieren Nistplatz

Anwohner bedauern die Beseitigung des Wandbewuchses an einem Plattenbau im Ostseeviertel. Hunderte Vögel hausten in der Pflanze. Allerdings wuchs der Efeu in die Wohnungen.

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Ein Fachmann entfernt den Efeu an der Hauswand in der Fridtjof-Nansen-Straße.

Quelle: Reik Anton

Greifswald. „Das ist eine Riesensauerei“, schimpft ein Bewohner des Ostseeviertels Ryckseite am OZ-Lesertelefon. Grund für seinen Zorn: Gestern wurde der meterhohe Efeu an der Außenwand eines Mehrfamilienhauses in der Fridtjof-Nansen-Straße entfernt — und mit ihm zahlreiche Nester von Spatzen, die in dem Efeu lebten. Der Tierfreund könne sich nicht erklären, warum plötzlich die Heimat hunderter Spatzen komplett zerstört wird. „Seit 20 Jahren wächst dieser Efeu. Bisher hat sich noch niemand daran gestört.“ Er sei fassungslos, dass den Vögeln an dieser Stelle einfach die Möglichkeit zum Nestbau genommen würde.

Zwar war der Efeu die Heimat zahlreicher Spatzen. Den Bewohnern des Mehrfamilienhauses wurde er aber lästig und teilweise gefährlich. „Es gab bei einigen Mietern schon Wasserschäden durch die Pflanzen“, erklärt der Chef der Greifswalder Fachfirma, die den Efeu beseitigt. Das Grün würde sich seinen Weg durch die Fugen des Plattenbaus in die Wohnungen bahnen und dabei auch Wasser transportieren. „Das dringt dann ins Mauerwerk ein und schon ist der Schaden perfekt“, so der Experte, der seinen Namen nicht nennen möchte. „Außerdem: Wer möchte schon Pflanzen in seinem Badezimmer, die aus den Leitungen wachsen?“

Er betont, dass es ihm leid tun würde um die Nester der Vögel. „In den vergangenen Jahren haben wir den Efeu aus Rücksicht auf die Tiere immer nur soweit zurückgeschnitten, dass ihre Nester nicht beschädigt wurden.“ Mittlerweile sei der Ärger über die wuchernden Pflanzen bei vielen Mietern aber größer als die Tierliebe.

Wie zum Beweis schiebt ein Anwohner in diesem Moment sein Fahrrad an der Efeuwand vorbei und lobt die Schneidearbeit. „Endlich kommt das Zeug weg. Der Krach der Vögel war nicht mehr auszuhalten“, schimpft der Mann. Jahrelang sei dieser Zustand „unzumutbar“ gewesen.

An der Kletterpflanze scheiden sich die Geister. „Die einen begrüßen unsere Arbeit, andere beschimpfen uns“, erklärt der Grünpfleger mit einem Achselzucken.

Der Chef der Fachfirma betont, dass derzeit keine Nester in dem Efeu zu finden seien. „Zurzeit dürfen Bäume und Pflanzen geschnitten werden. Deswegen nutzen wir diese Gelegenheit.“ Kein Vogel sei zu Schaden gekommen, versichert er. Bis zum vierten Stockwerk, also etwa zehn Meter hoch, kletterte der Efeu in der Vergangenheit auf einer Breite von etwa vier Metern. „Da oben sehen sie noch Reste, die wir auch entfernen müssen“, sagt der Spezialist und deutet einige Meter über seinen Kopf.

Künftig wird der Efeu, der Hauswände auch vor Witterung schützt oder als Wärmedämmung dient, den Mietern keinen Ärger mehr machen. Das Gewächs wird vollständig entfernt.

Der Efeu
Dank seiner Haftwurzeln kann sich Efeu am Mauerwerk festhalten. Allerdings muss dieses dafür rau genug sein. Beliebt ist er an Hauswänden, weil er diese vor Regen und Kälte schützt. Alle Pflanzenteile des Gemeinen Efeus sind giftig. In großen Mengen kann er für den Menschen gefährlich sein. Doch der Pflanze wird auch eine heilende Wirkung zugesprochen.

 



Reik Anton

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