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Ärger um Schwarzfischer auf dem Ryck

Greifswald Ärger um Schwarzfischer auf dem Ryck

Angler beschweren sich über Fehlverhalten einiger Profis. Kritik an Fangerlaubnis wächst.

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Man sollte den Fischen ein Rückzugsgebiet lassen.“Christian Kruse, CDU

Greifswald. Krach auf dem Ryck: Angler beklagen sich über zwei Schwarzfischer, die im Wiecker Stadthafen ihre Netze auswerfen sollen. „Gerade im Winter ist der Ryck für die Fische ein Rückzugsgebiet. Einige Profis kümmern sich aber nicht um so etwas“, schimpft Uwe Grubert. Der Hobbyangler bekommt Unterstützung von Norbert Ahrens vom Sport- und Angelverein Ortsgruppe Greifswald.

„Barsch, Hecht und Zander genießen einen gewissen Winterschutz. In dieser Zeit sollte man sie eigentlich in Ruhe lassen. Aber einige Fischer nutzen dieses Winterlager gnadenlos aus“, so Ahrens.

Der 73-Jährige beklagt einen Kontrollnotstand auf dem Ryck. „Es wird zu wenig überprüft. Das wissen die Fischer. Und dann melden sich die Kontrolleure auch noch bei ihnen an.“ Dem widerspricht die zuständige Obere Fischereibehörde in Freest. „Wir als Behörde melden Kontrollen nicht an. Dieser Vorwurf ist an den Haaren herbeigezogen“, heißt es von dort. Zwei- bis dreimal in der Woche würden Prüfungen durchgeführt. „Das reicht auch“, so ein Mitarbeiter. Von Schwarzfischern auf dem Ryck habe er bisher nichts gehört. Sollte ein Verstoß festgestellt werden, handelt es sich dabei um eine Ordnungswidrigkeit. „Der Fischer wird von uns angeschrieben und dann geht der Fall weiter zum Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Fischerei“, erläutert der Mitarbeiter. Das Amt sei dann für die weitere Verfolgung des Verstoßes zuständig.

Hobbyangler Ahrens betont, dass man keinen Kleinkrieg zwischen Fischern und Anglern anzetteln wolle. „Wir wissen, dass es für die Fischer ihr Broterwerb ist und für uns nur ein Hobby. Aber auf Fehlverhalten muss hingewiesen werden.“ Auch die Neuregelung des Fischereigesetzes stößt bei Ahrens und Grubert auf Unmut. Ahrens: „Fischer dürfen mit Einschränkungen auch von November bis März fischen.“ Die Einschränkungen umfassen sowohl die Tageszeiten, in denen gefischt werden darf, als auch Vorgaben für die Länge des Netzes und die Größe der Maschen.

Laut der Allgemeinverfügung zur Fischereiausübung am unteren Ryck dürfen Berufsfischer montags bis freitags von 4 bis 11 Uhr morgens ihre Stellnetze installieren. Diese dürfen maximal einen Kilometer lang sein, die Maschen müssen mindestens zehn Zentimeter groß sein. „Damit wird verhindert, dass zu kleine Fische hängen bleiben“, erklärt Ahrens. Die Schwarzfischer auf dem Ryck allerdings sollen engmaschigere Netze verwenden und auch außerhalb der erlaubten Zeit ihrem Beruf nachgehen.

Bei der Fraktionssitzung der Greifswalder CDU am vergangenen Donnerstag stand das Thema bereits auf der Agenda. „Es ist Sache der Fischereiaufsicht, die geltenden Regeln durchzusetzen“, erklärt Fraktionsvize Christian Kruse. Er verstehe zwar den Ärger der Angler, ohne Beweise für das Verhalten der Fischer könne aber nichts unternommen werden. Das weiß auch Norbert Ahrens. „Aber wer von uns hat schon eine Infrarotkamera? Die Fischer handeln meistens früh morgens oder abends, wenn es dunkel ist.“

Politiker Kruse stellt die Frage in den Raum, ob eine professionelle Fischerei auf dem Ryck überhaupt sinnvoll sei. „Man sollte den Fischen ein Rückzugsgebiet lassen. Einerseits wird gestöhnt über die Überfischung der Gewässer, andererseits werden zentnerweise Zander gefangen“, so Kruse. „Der Ryck ist ein kleines Flüsschen. Die Fische können nicht ausweichen.“

Kruse betont zugleich, dass es derzeit das Recht der Fischer sei, ihren Beruf auf dem Ryck auszuüben. Dennoch: „Wenn außerhalb der festen Zeiten und Regeln gefangen wird, ist das nicht in Ordnung.“

Auch Uwe Grubert spricht sich für eine Rückkehr zur Schonzeit für die Fische aus. „Ein Winterrückzugsgebiet sollte man wieder in Betracht ziehen. Sonst kann sich der Fisch nicht mehr entwickeln. Den Schaden haben dann alle.“

Fischen auf dem Ryck ist gesetzlich geregelt
Für das Fischen und Angeln auf dem Ryck gibt es bestimmte Regeln. Diese sind in der Allgemeinverfügung zur Fischereiausübung am unteren Ryck festgeschrieben. Demnach dürfen professionelle Fischer im Bereich von der Höhe der Straße „An den Wurthen“ stromabwärts bis zur Mündung des Ryck in die Dänische Wiek montags bis freitags von 4 bis 11 Uhr ihre Stellnetze benutzen.
Von 11 bis 19 Uhr und an den Wochenenden von 9 bis 19 Uhr dürfen nur Handangeln verwendet werden. Wer sich nicht an diese Regelungen hält, begeht eine Ordnunsgwidrigkeit nach der Küstenfischereiverordnung.

 



Reik Anton

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