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Greifswald Altrektor Scheler verstorben
Vorpommern Greifswald Altrektor Scheler verstorben
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00:00 19.10.2018
Prof. Werner Scheler bei der Rektorinvestitur am 15.Dezember 1966 im Kreise der Dekane. Quelle: Foto: Universitätsarchiv Greifswald
Greifswald/Berlin

Im Alter von 95 Jahren ist der Mediziner und Pharmakologe Werner Scheler am 9. Oktober verstorben. Der vielfach ausgezeichnete Wissenschaftler war 1966 bis 1970 Rektor der Ernst-Moritz-Arndt-Universität.

Scheler hat in Jena studiert und wirkte dann in Berlin, und wurde 1959 als gerade 36-Jähriger Professor mit Lehrauftrag in Greifswald und Direktor des Instituts für Pharmakologie. Den Lehrstuhl für Pharmakologie erhielt Scheler 1962. In seine Amtszeit als Instituts-Direktor fällt unter anderem die Errichtung eines modernen Isotopenlabors, die Erweiterung von Laborkapazitäten, der Ausbau der Tierställe, die Einrichtung einer elektronischen Werkstatt und die Stärkung der feinmechanischen Werkstatt und der Glasbläserei. Das war angesichts der Devisenknappheit sehr wichtig, weil so nötige Geräte gebaut werden konnten.

In die Zeit von Schelers Rektorat – er war der letzte Rektor vor der Wende, der im Talar ins Amt eingeführt wurde – fällt die dritte Hochschulreform in der DDR, in der er wichtige Weichen stellte.

Die nunmehr Institut für Pharmakologie und Toxikologie genannte Einrichtung hatte ab 1969 drei Lehrstühle, wurde also gestärkt. Ferner konzipierte Scheler den in der DDR einmaligen Studiengang „Experimentelle Pharmakologie und Toxikologie“. Ab 1970 wurden 20 Studenten pro Jahr immatrikuliert. In seine Zeit fällt auch die der Einweihung des Rechenzentrums am 1. Mai 1969 mit Inbetriebnahme der ersten elektronischen Rechenanlage im Komplex Jahnstraße.

Werner Scheler verließ Greifswald 1971 und wurde Direktor des gerade gegründeten Forschungszentrums für Molekularbiologie und Medizin der Akademie der Wissenschaften der DDR. Acht Jahre später stieg Scheler zum Präsidenten der Akademie der Wissenschaften auf. In dieser Funktion blieb er bis Juli 1990, sein Nachfolger bis zur Auflösung war der Rostocker Horst Klinkmann. Ehrendoktor der Greifswalder Uni wurde Scheler übrigens aus Anlass der 525-Jahr-Feier 1981.

Der Träger des Vaterländische Verdienstordens in Gold, des Karl-Marx-Ordens und anderer Auszeichnungen gehörte viele Jahre dem Zentralkomitee der SED an. Seine politische Karriere ähnelt der vieler anderer Wissenschaftler seiner Generation. Er war Mitglied der NSDAP, der KPD und dann der SED.

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