Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Am Hansering soll Arcona-Hotel entstehen
Vorpommern Greifswald Am Hansering soll Arcona-Hotel entstehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:01 18.10.2017
Am Hansering in Greifswald soll ab 2019 auf dem sogenannten A9-Quartier ein neues Hotel entstehen, das von der Arcona Gruppe Rostock betrieben wird. Der geplante Viergeschosser soll eine rote Klinkerfassade haben und über 123 Zimmer verfügen. ANIMATION: MPP
Greifswald

Roter Klinkerbau, vier Geschosse, 123 Zimmer, Restaurant, Terrasse in der Knopfstraße, kleiner Wellnessbereich auf dem Dach, großer ebenerdiger Fahrradkeller:

Viergeschosser mit 123 Zimmern geplant / Baubeginn könnte 2019 sein

So soll das neue 4-Sterne-Hotel aussehen, das ab 2019 am Hansering gebaut werden soll. Das Tollste daran: Das Schweriner Wirtschaftsministerium will den Hotelneubau fördern, weil die Stadt glaubhaft belegen konnte, dass der Bedarf an Betten vorhanden ist.

Investor ist die Stöben Wittlinger GmbH aus Hamburg, die in Greifswald bereits mehrere Immobilien besitzt. Der Hotelneubau wird eine Investitionssumme von 15 bis 20 Millionen Euro haben. Als Betreiber konnte der Investor die Rostocker Arcona Gruppe gewinnen, die auch in Stralsund, Sellin, Osnabrück, München, Weimar, Braunschweig und Schaffhausen Hotels betreibt und bald auch in Neubrandenburg und Schwerin vertreten sein will.

Greifswalds Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) sprach von einem guten Tag, immerhin arbeite die Verwaltung seit acht Jahren daran, einen Hotelinvestor für die Hansestadt zu finden. Immer wieder hatten Universität, Unimedizin, das Max-Planck-Institut, das Friedrich-Loeffler-Institut und viele andere wissenschaftliche Einrichtungen und Unternehmen beklagt, dass in Greifswald keine großen Tagungen durchgeführt werden können, weil Übernachtungsmöglichkeiten fehlten. „Der Stadt gehen Tagungsgäste und Touristen und damit viel Ausstrahlung und Kaufkraft verloren“, betonte Fabian Feldt, Abteilungsleiter für Wirtschaft und ´Tourismus.

Allerdings hätten sich die Wünsche im Laufe der langen Zeit geändert. „Durch den Campus Loefflerstraße, die Stadthalle und den Kulturbahnhof haben wir genügend Tagungsmöglichkeiten. Nur die Gästebetten fehlen“, betonte er und zeigte den Vergleich zur Nachbarstadt Stralsund. Die hat uns bei den Übernachtungszahlen und den Gästebetten längst abgehängt: Drei Viertel der Hotelbetten sind dort in den Innenstadt anzutreffen. In Greifswald sind es lediglich ein Drittel. Die Touristenzahlen stagnieren hier. „Seit über 20 Jahren steht in allen Stadtentwicklungsplänen, dass die Quartiere A9 und A11 bebaut werden sollen. Jetzt können wir das Vorhaben endlich umsetzen und auch diese Baulücke schließen“, freut sich der OB. Er sprach zudem davon, dass alle anderen Hoteliers in Greifswald den Neubau nicht als Konkurrenz, sondern als Bereicherung der Hansestadt ansehen. 2019 könnten daher, wenn bis dahin alle Genehmigungen und Planungen vorliegen, die ersten Bagger rollen.

Das größte Problem sind die wegfallenden Parkplätze der Anwohner in der Roßmühlenstraße. Bis zum Baubeginn können sie diese nutzen. Da das Hotel über keine Tiefgarage verfügen wird, müssen Ersatzlösungen her. Fassbinder sprach von einem Bündel von Maßnahmen. Dazu zählt die Erweiterung des Parkplatzes am Museumshafen, um dort auch Anwohnerparken auszuweisen. Außerdem seien die städtischen Parkschein-Parkplätze zwischen 17 und 8 Uhr für Anwohner frei. Stadt und Investor wollen sich mit den Anwohnern zusammensetzen, um weitere andere Parkmöglichkeiten aufzuzeigen. Der Bau einer Hoteltiefgarage dagegen sei wegen der Wasserhaltung und archäologischer Maßnahmen nicht finanzierbar gewesen, begründet Harro Grimmer, Gesellschafter der Grundstücksgesellschaft Hansering A9 GmbH.

Das Hotel selbst benötigt keine Stellplätze. „Wir haben mit der Parkraumbewirtschaftungsgesellschaft und dem Eigentümer des Domcenters gesprochen wegen der Mitnutzung der Tiefgaragen und öffentlichen Parkplätze. Außerdem setzen wir bei Tagungsgästen verstärkt auf die Anreise per Zug und Flixbus“, erläuterte Jeannette Kuhnert von der Stöben Wittlinger GmbH. Geschäftsführer Axel Wittlinger sagte gestern der OZ, dass ein neues Hotel Leben in die Innenstadt bringe und Greifswalds touristische Frequenz erhöhe. „Das ist dringend notwendig, wenn die Stadt mit den vergleichbaren Kommunen mithalten will.“

Einstufung als 4-Sterne-Hotel vorgesehen

15 bis 20 Millionen Euro wird die Investitionssumme für den 4-Sterne-Hotelneubau am Hansering betragen. Investor ist die Stöben Wittlinger GmbH aus Hamburg, Betreiber soll die Rostocker Arcona Gruppe werden. Sie unterhält mittlerweile Hotels in ganz Deutschland und der Schweiz.

4 Geschosse sind für den Baukörper vorgesehen. Er wird so ausgerichtet, dass der Blick auf die Greifswalder Kirchen vom Museumshafen aus nicht versperrt wird. Das war eine Bedingung des Denkmalschutzes. Ebenerdig werden sich Rezeption, Restaurant und ein großer Fahrradraum befinden, weil der Betreiber neben Tagungsgästen auf Radtouristen setzt. In den Geschossen darüber befinden 123 gleiche Zimmer. Dadurch wird es möglich, die Zimmergröße je nach Nachfrage zu variieren. Der Wellnessbereich befindet sich auf dem Dach Richtung Knopfstraße.

Cornelia Meerkatz

Para-Leichtathletin ist Juniorsportlerin des Jahres

18.10.2017

Das Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik (KND) startet in die digitale Zukunft. Künftig gibt es Vokabeltraining mit dem Sprachlernprogramm Anki.

18.10.2017

Vorentscheid oder Vertagung? Der Engere Senat befasst sich mit dem umstrittenen Publizisten

18.10.2017
Anzeige