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Greifswald CDU-Youngster folgt Einladung nach Usedom
Vorpommern Greifswald CDU-Youngster folgt Einladung nach Usedom
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17:03 02.11.2018
Der Bundestagesabgeordnete Philipp Amthor sprach in Rankwitz im Lieper Winkel über Verkehrsprobleme, Saudi-Schiffe in Wolgast und Innenpolitik. Quelle: Hannes Ewert
Rankwitz

Der Terminkalender von Philipp Amthor ist voll wie die Berliner S-Bahn im Berufsverkehr. Lange Sitzungen im Bundestag, Debatten in den Ausschüssen oder Interviews mit Tageszeitungen sind bei ihm an der Tagesordnung. Der junge CDU-Politiker ist in der Bundeshauptstadt im politischen Alltag angekommen und ein gefragter Mann. Immer wieder taucht er in Talk-Shows auf, saß schon bei Maybrit Illner und Sandra Maischberger in der Sendung.

Am Donnerstagabend machte der 25-Jährige den Spagat zwischen Berlin und seinem Wahlkreis in Vorpommern. Morgens saß er im Büro, dann führte sein Weg von Berlin nach Pasewalk, Anklam und nach Rankwitz. Vor knapp einem Jahr versprach Amthor beim OZ-Rededuell, dass er im Falle eines Wahlsieges wieder in den Lieper Winkel kommen wird. Und er kam, wenn auch durch die vielen Termine ein paar Minuten verspätet.

Stolz auf Rede unter dem Bundesadler

Dass die anfängliche Arbeit des Bundesregierung nach außen nicht den allerbesten Eindruck erweckt, konnte auch Amthor eingangs nicht leugnen. „Wir haben uns zu viel mit uns selbst beschäftigt. Aus einem anfänglichen Traum einer Jamaika-Koalition wurde der Fluch der Karibik“, sagt er. Amthor ist allerdings dankbar, stolz und geehrt, solch einen Wahlkreis wie Vorpommern in Berlin zu vertreten. „Es ist ein gewaltiges Gefühl, vor dem Bundestag zu reden. Es erfüllt mich mit Stolz, unter dem Bundesadler zu sprechen. Da merkt man, welche wichtigen Aufgaben man hat“, sagt er.

Amthor gilt als Innenexperte

Mediale Berühmtheit erlangte Amthor unter anderem durch einen Antrag der Alternative für Deutschland (AfD). Er zerpflückte den Antrag bis ins kleinste Detail, stellte die AfD-Mitglieder, die den Antrag voller Fehler und falscher Behauptungen erarbeitet hatten, bloß und erntete dafür im Internet viel Zuspruch. „Millionenfach wurde das Video im Netz gesehen“, sagt er stolz. Und wenn es um innenpolitische Fragen geht, rufen mittlerweile große TV-Sender bei ihm an und bezeichnen ihn als Innenexperten. „Ich gebe mit meiner Arbeit eine Visitenkarte für Vorpommern ab. Einige meiner Kollegen sind ganz neidisch, denn ich habe einen der schönsten Wahlkreise – dafür auch einen der größten. In Hamburg gehen manche Abgeordnete nur zwei Mal um den Häuserblock, dann ist der Wahlkreis erfasst“, erklärt er.

Amthor bilanziert für sich und seine Arbeit ein gutes, erstes Jahr. „Wir haben gemeinsam Geld in die Region gebracht. Unter anderem fünf Millionen für das Historisch-Technische Museum in Peenemünde, das Usedomer Musikfestival und für die Planung der Zirchower Ortsumfahrung gibt es eine Ausnahmeregelung vom Bund“, erklärt er. In Wolgast begann das Planfeststellungsverfahren für die neue Peenequerung, das freue ihn. Er könne zwar nicht alle Probleme im Wahlkreis auf einmal lösen, aber er ist bereit, den Bürgern zuzuhören. „Ich glaube, dass sich der gewählte Landtagsabgeordnete für die Insel Usedom noch nicht so oft in der Region blicken lassen hat“ betont Amthor mit Blick auf die AfD.

Karniner Brücke für ihn nicht realisierbares Projekt

Ein Kernthema des Abends war die Verkehrssituation auf Usedom. Der gebürtige Berliner Dietmar Döbbeling aus Warthe wollte von Amthor wissen, wie es weitergeht. „Ich finde, es gibt keine Zukunftsvisionen und keine vernünftigen Ideen für die Insel. Ich war 1969 zum ersten Mal hier, seitdem hat sich verkehrstechnisch relativ wenig getan“, sagt er. Der CDU-Mann verdeutlichte, dass an vielen Stellen gearbeitet werden muss. „Die Urlauber werden auch in den kommenden Jahren mit dem Auto kommen. Die Verbindung über die Zecheriner Brücke muss deshalb instand gesetzt werden“, betont er. Die Karniner Brücke, für dessen Neuaufnahme in den Bundesverkehrswegeplan die Usedomer Eisenbahnfreunde seit Jahren kämpfen, hält er für ein nicht realisierbares Projekt. Er selbst könne für die Insel allerdings kein Konzept schreiben. Dafür seien Verkehrsexperten verantwortlich. „Der Vergleich zur Nachbarinsel Rügen zeigt es ganz deutlich, dass es funktioniert. Dort verläuft eine breite Trasse von Stralsund bis nach Bergen –inklusive Rügenzubringer. Nun sind wir mal an der Reihe“, so Amthor.

Sacharbeit muss den Vorrang haben

Lars Bergemann (Die Linke) aus Wolgast monierte, dass die Insel Usedom oft nicht als geschlossene Einheit nach außen auftritt. „Es lähmt uns, dass wir uns in vielen Punkten vor Ort nicht einig sind. Die Insel sollte mit einer Stimme reden. Und das haben wir bislang noch nicht geschafft“, erklärte er. Amthor betonte, dass sich alle Wahlkreis-Abgeordneten einmal wöchentlich treffen, um sich abzustimmen. „Es gibt auch Abgeordnete aus MV, die in Berlin für die großen Schlagzeilen sorgen. Wenn es um die konkrete Sacharbeit geht, wird die Luft aber dünn“, erklärte er und meint damit Parlamentarier der AfD. Aktive Wahlkreisarbeit hat er bei ihnen noch nicht erlebt.

Für die Nachfolge von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im benachbarten Wahlkreis konnte auch Amthor keinen Tipp abgeben. „Es ist so wie im richtigen Leben. Ich hoffe auf nette Nachbarn“, sagt er und grinst. Auch zur Frage um den neuen CDU-Vorsitz ließ sich Philipp Amthor nicht entlocken, wer es nach Merkel werden soll. „Ich traue allen Kandidaten zu, etwas zu gestalten. Es sind respektable Politiker“, betont er.

Spaß an der Arbeit trotz langer Tage

Zum Ende durfte sich Philipp Amthor noch ins Gästebuch des Rankwitzer Hofes eintragen – direkt neben dem ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler. Anschließend ging es nach Greifswald. Dort standen gestern Gespräche mit Landrat Michael Sack (CDU) auf dem Plan. Am Wochenende tagt die Junge Union bei Grimmen und am Montag beginnt der Alltag wieder im Plenum. Thema: gleichwertige Lebensverhältnisse und Asylgesetze. „Der Arbeitstag beginnt um 7 Uhr und endet oft nicht vor 24 Uhr in der Nacht. Aber es macht Spaß“, sagt Amthor und lacht.

Hannes Ewert

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