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Greifswald Amtschef: Uni verhindert Radwegbau
Vorpommern Greifswald Amtschef: Uni verhindert Radwegbau
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00:51 18.04.2018
Mal eben von Dersekow nach Greifswald radeln? Lieber nicht, lautet oftmals die Antwort. Die Straße ist für den Fahrradverkehr alles andere als optimal. Quelle: Foto: P. Binder
Greifswald

Geld ist da und die Planung für den straßenbegleitenden Rad- und Fußweg an der stark befahrenen Landesstraße 261 Greifswald Richtung Dersekow /Groß

Hochschule will kein Land verkaufen / Jetzt droht ein Enteignungsverfahren

Zastrow steht auch. Für diesen Weg haben Bürger in der Vergangenheit demonstriert und über 2000 Unterschriften gesammelt.

Aber die Bauarbeiten werden in diesem Jahr wahrscheinlich nicht mehr beginnen. „Dabei hätten wir im März/April anfangen können“, sagt Jens Krage. Er ist der Leiter des zuständigen Straßenbauamtes Neustrelitz. Dass nicht gebaut werde, liege vor allem an der Universität in Greifswald. Denn die Hochschule will die ihr gehörenden Flächen entlang der Straße nicht verkaufen. Das gleiche Problem gebe es auch an der Bundesstraße 109 südlich und nordwestlich von Greifswald. „Mitunter gehören der Universität 40 bis 60 Prozent der benötigten Grundstücke“, erläutert Krage. „Wir haben vergeblich versucht, das Problem einvernehmlich zu lösen.“ Die Hochschule würde für ihre Flächen die vom Gutachterausschuss bestimmte Entschädigung für den Wert der Grundstücke bekommen.

„Die Universität will keineswegs den Bau von Radwegen oder anderen Verkehrsprojekten verhindern oder behindern“, sagt Sprecher Jan Meßerschmidt. Die Universität wolle aber den erheblichen Flächenverlust durch Tauschflächen ausgeglichen bekommen. Das sei in anderen Fällen erfolgreich praktiziert worden.

Jens Krage kennt die Argumentation der Universität. „Seit der Wende sind fast 30 Jahre vergangen“, erinnert er. „Es gibt kaum noch Austauschflächen.“ Früher hätten die Treuhandliegenschaftsgesellschaft (TLG), die Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft (BVVG) sowie die Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern häufig helfen können. Aber das sei heute viel schwerer. „Wir haben kein Land zum Tauschen gefunden.“ Hinrichshagen und Dersekow könnten in Ermangelung von Tauschflächen auch nicht helfen, so die Bürgermeister Marko Diedrich und Ditmar Virgils.

Er sei sehr bestürzt, dass sich die Hochschule als Einrichtung des Landes dem freiwilligen Grunderwerb für so ein dem Gemeinwohl dienendes Projekt verweigere, so Jens Krage. Sie sollte im Gegenteil Vorbild für andere sein, meint der Amtsleiter. In den letzten Jahren sei es deutlich schwieriger geworden, Land an Bundesstraßen und Landesstraßen aus Privathand zum Beispiel für Radwege zu erwerben.

Kritik gab es im Ausschuss für Wirtschaft und Kreisentwicklung an der Haltung der Uni. Der stellvertretende Ausschussvorsitzende Waldemar Okon (Grüne) leitete die Sitzung. Er zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass die Universität eine schnelle Lösung finden würde. Wird sie wider Erwarten nicht gefunden, dann bleibt nur ein Enteignungsverfahren, wie es jetzt auch für die Sanierung der Kreisstraße 2 ansteht (die OZ berichtete). Dort gibt es die gleichen Probleme mit dem Grunderwerb.

„Das Enteignungsverfahren dauert in der Regel zwei bis vier Jahre und kostet auch noch Steuergeld“, sagt Jens Krage. Aktuell seien vergleichsweise viele Mittel für den Straßen- und Radwegebau des Landes vorhanden. Ob das nach 2020 auch noch so ist, sei fraglich.

Eckhard Oberdörfer

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