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Angeschlagener Segler zum Saisonstart wieder flott

Greifswald Angeschlagener Segler zum Saisonstart wieder flott

Karina und Peter Andrasch stecken nach Kranunfall viel Arbeit in „Pommeranus“

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Karina und Peter Andrasch vor ihrem Segler „Pommeranus“. Sie hoffen, dass er bald wieder flott ist.

Quelle: Foto: Maximlian Hübner

Greifswald. Noch immer klafft ein großes Loch im Rumpf des 90 Jahre alten Seglers „Pommeranus“. Dabei arbeitet das junge Ehepaar Andrasch seit langem auf Hochtouren daran, sein Boot wieder flott zu machen. Im August vergangenen Jahres war ein schlecht gesicherter Kran bei Malerarbeiten auf das Schiff gefallen und hatte dabei schwere Schäden angerichtet (die OZ berichtete).

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Karina und Peter Andrasch stecken nach Kranunfall viel Arbeit in „Pommeranus“

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„Wir saßen gerade mit meinen Schwiegereltern beim Kaffee, als wir den Anruf aus dem Hafen bekamen. Bei unserer Ankunft sahen wir schon, dass der Mast schief war“, erinnert sich Peter Andrasch. Nach dem Unfall sah sich der 27-jährige gelernte Rettungsassistent unter Deck um und stellte fest, „dass es zu schweren Schäden am Rumpf gekommen war, da der Kran das Boot an die Kaimauer gedrückt hatte.

An einigen Stellen drang Wasser ein“. Das Ehepaar war geschockt und enttäuscht. „Die Saison war damit für uns schon Ende August vorbei“, erzählt Karina Andrasch (27).

„Als wir das Boot aus dem Wasser holten, wurde das Ausmaß der Schäden noch deutlicher. Etliche Planken waren zerdrückt, auch Spanken hatten Schaden genommen“, erinnert sich Peter Andrasch. „Wir waren sehr niedergeschlagen, aber auch sicher, dass die Versicherung das übernehmen würde. Schließlich konnten wir nichts für den Vorfall“, sagt er. Allerdings habe das Ehepaar erst im November eine Antwort von der Versicherung erhalten. „Wir hatten einen Gutachter da, der den Schaden auf zehn- bis zwölftausend Euro beziffert. Die Versicherung teilte uns nach eigenem Gutachten jedoch mit, dass sie nicht bereit sei, mehr als 8000 Euro zu zahlen“, sagt der Schiffseigner. Auf der Differenz bleibt das Ehepaar nun sitzen. Deshalb bemüht es sich, so viel wie möglich selbst zu machen. „Der Bootsbauer kommt uns sehr entgegen und versucht, im Budget zu bleiben. Wir haben uns inzwischen viel selbst beigebracht“, sagt Peter Andrasch.

Dabei vergisst das Paar nicht, dass es auch Glück im Unglück gab: Beim Unfall fiel ein Arbeiter in den Ryck und blieb unverletzt. Der Kran stürzte auf die Hafenbrücke und blieb im Mast der „Pommeranus“ hängen. Nur dadurch hatte der mitgerissene Kranführer genügend Platz, um sich zu befreien und die Situation leichtverletzt zu überstehen. „Dass niemand schwer verletzt wurde, ist das Wichtigste“, sagt Karina Andrasch. Nun gebe es die Chance, so die Erzieherin, den alten Segler einmal komplett zu renovieren. Frühestens Ende April will das segelbegeisterte Paar wieder in See stechen. „Am 28. April kommt der Kran für die Schiffe. Wir hoffen, dass wir bis dahin fertig sind“, sagt Peter Andrasch.

„Das Segeln ist für uns einfach die Wiederentdeckung der Langsamkeit“, verrät er. Man sei vollkommen in einer kleinen schwimmenden Welt. Mehr als das wollen die beiden gar nicht. „Ich möchte um kein Geld der Welt nach Mallorca oder Lanzarote“, scherzt der Schiffseigner und seine Frau fügt hinzu: „Mit den 2000 Euro, die andere für einen Urlaub ausgeben, können wir hier am Boot unglaublich viel machen.“ Auch wenn das seit 2014 verheiratete Paar eingesteht, dass man schon etwas verrückt sein müsse, um sich all die Arbeit zu machen. „Wir können uns trotzdem nichts Besseres vorstellen. Ein altes Schiff hat einfach eine Seele“, schwärmt Karina Andrasch. Deshalb wird es für sie und ihren Mann nach Monaten der Arbeit ein besonderer Moment sein, wenn die „Pommeranus“ endlich wieder ins Wasser geht.

Maximilian Hübner

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