Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Anklamer Stadtgeschichte in alten Bildern
Vorpommern Greifswald Anklamer Stadtgeschichte in alten Bildern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:05 26.09.2016
So sieht der Marktplatz heute aus. In der Hansestadt und den Ortsteilen leben gegenwärtig über 13 000 Menschen. Quelle: Günter Manthei

Wir leben in einer Zeit der Globalisierung, digitalen Welt und gestochen scharfer Bilder. Nur wenn man ein altes Familienalbum aus dem Regal nimmt, werden wir an einen längst abgelaufenen Zeitraum der schwarz-weißen Bilder erinnert, die heute einen wertvollen Schatz darstellen.

Einband: Das Marktgeschehen in Anklam im Jahr 1949.

In dem jetzt erschienenen Buch „Die Hansestadt Anklam 1948 – 1989“ von Wilfried Hornburg wird ausschließlich mit Fotografien bescheiden, aber auch selbstbewusst Rückschau auf den Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg, Wiederaufbau und die kulturellen und sportlichen Aktivitäten der Kreisstadt Rückschau gehalten. Für die DDR gab es keinen Marshall-Plan wie im Westen. Alles, was neu entstand, präsentierte den damaligen Zeitgeist, Zweckmäßigkeit und die ewige Plage des Materialmangels.

„Schwerpunkt der Entwicklung waren andere Orte im Bezirk, allen voran die Bezirksstadt Neubrandenburg. Insofern ist es erstaunlich, was bei allen Schwierigkeiten und Problemen durch das Engagement der Menschen erreicht werden konnte“, wird in der Einleitung formuliert. Wer den Bildband durchblättert, wird anhand von 160 bemerkenswertenFotos noch einmal an die Jahrzehnte in der DDR erinnert.

Wer weiß heute, dass der Handwagen die schwierige Nachkriegsära und der Intershop allmählich den DDR-Zerfall einleiteten? Es wäre wünschenswert, in der nächsten Ausgabe jedes Kapitel mit einigen Fakten und Erklärungen für die Nachgeborenen einzuleiten.

Jahreszahlen unter den einzelnen Bildern erleichtern ungemein die Erinnerung. Ein bedeutender Teil der Stadtgeschichte wird hier reflektiert. Dazu gehört insbesondere der Bau der Schwimmhalle, die Pflichtteilnahme an Maidemonstrationen, Pionier- und FDJ-Veranstaltungen, die späteren Friedensgebete und Menschenketten. Erinnert wird auch an die einst breitere Infrastruktur, denn Molkerei, Kleiderwerk, Agrarflugstützpunkt und Landmaschinen-Instandsetzungswerk gehörten einst zur Stadt. Zudem gab es ein vollkommen anderes Versorgungsangebot im Bezirk Neubrandenburg (dazu gehörte die Kreisstadt Anklam) als im benachbarten Bezirk Rostock. Deshalb gab es damals eine Art Einkaufstourismus gen Anklam.

Das Buch ist eine ausgezeichnete Informationsquelle für Einheimische und Neubürger.

Erhältlich: Sutton-Verlag Erfurt, ISBN: 978-3-95400-725-7

Günter Manthei

Das Ballett Vorpommern unter der Leitung von Ralf Dörnen macht immer eine gute Figur – ob auf der Bühne oder dem Catwalk.

26.09.2016

Handball SG zeigt Torgelow die Grenzen auf

26.09.2016

Klarer Sieg im Kreisliga-Topspiel gegen Blau-Weiß II

26.09.2016
Anzeige