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Armer Ex-Millionär klagt vor Gericht

Passow Armer Ex-Millionär klagt vor Gericht

Bizarrer Rechtsstreit um den Verlust eines Vermögens: Ein Mann aus dem ostvorpommerschen Passow, der durch einen Lottogewinn eine Million Euro gewonnen hatte, sieht sich durch eine Frau um seinen Reichtum gebracht.

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Siegfried Köpke — hier in seiner neuen Küche in seinem Haus in Passow — gewann 2010 eine Million Euro. Von dem Geld ist nichts mehr übrig.

Quelle: Cornelia Meerkatz

Passow. Prozess um einen bizarren Betrug an einem Lottogewinner aus Vorpommern vor dem Landgericht Neubrandenburg: Kläger ist ein Mann aus Passow bei Loitz. Er gibt an, von einer Frau um eine große Summe gebracht worden zu sein. Der mutmaßlich Geschädigte konnte dem Gericht am Mittwoch nicht erklären, wann er der Angeklagten wieviel Geld übergeben hatte. „Es müssen mindestens 250 000 Euro gewesen sein, aber wann und wo das Geld übergeben wurde, das kann ich nicht genau sagen“, so der 54-Jährige.

Der 60 Jahre alten Frau, die sich als Anlageberaterin ausgegeben haben soll, wird gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen. Sie soll den Lottogewinner um sein Geld gebracht haben, obwohl sie zu der Zeit wegen einer drohenden Haftstrafe untergetaucht war. Die wegen Betruges vorbestrafte Angeklagte bestreitet nach Angaben ihres Verteidigers Uwe Altemeyer, dass sie mehr als 50 000 Euro von dem Lottogewinner bekommen hat. Die Anklage wirft ihr aber vor, ab Ende 2010 von mehreren Gläubigern mehr als 250 000 Euro bekommen zu haben. Dafür soll sie den Geldgebern meist etwa 50 Prozent Zinsen versprochen, das Geld aber nie zurückgezahlt haben.

Der Kläger aus Passow gewann Mitte 2010 rund eine Million Euro im Lotto. Danach ließ er das Haus seiner Eltern umbauen, verlor aber bald die Übersicht über sein Geld. „Er hat sich schnell vom Hartz-IV-Empfänger zum Spender umgestellt“, erklärte Anwalt Sebastian Riemer, der zeitweise die Konten des Lottogewinners verwaltete, als Zeuge vor Gericht. So sei auch der ursprünglich auf 300

000 Euro geschätzte Hausumbau letztlich sogar 500 000 Euro teuer geworden. „Vom Geld ist nichts mehr übrig“, hatte der 54-Jährige vor Gericht erklärt. Die Angeklagte hatte den Lottogewinner Ende 2010 in Passow aufgesucht, nachdem die OZ über ihn berichtet hatte. Kurz danach soll der „Glückspilz“ der Frau 50 000 Euro übergeben haben. Sie habe ihm bis Jahresende 75 000 Euro zurückzahlen wollen. Danach soll es mehr als 20 Übergaben gegeben haben. Erst im April 2012 zeigte der Geschädigte die Frau an, die Anfang 2013 von Zielfahndern in einer Ferienwohnung in Barth aufgespürt wurde.

„Sie wohnte dort unter falschem Namen und hatte ihre Sachen schon gepackt und wollte wieder umziehen“, schilderte eine Polizeibeamte die glückliche Festnahme. Bei der Frau seien viele Rechnungen von TV-Bestellsendern gefunden worden.

Die Anwälte der Angeklagten hatten schon zu Prozessbeginn erklärt, dass der Lottogewinner ihrer Mandantin wohl freiwillig Geld gegeben habe, was letztlich nicht strafbar sei. Der Prozess wird am 9.

April fortgesetzt.

 



Cornelia Meerkatz

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