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Greifswald Arzt rettet Frau mit seltener Krebserkrankung
Vorpommern Greifswald Arzt rettet Frau mit seltener Krebserkrankung
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05:00 31.07.2018
Mandy Rosengrün aus Greifswald hatte einen extrem aggressiven Tumor in der Leber, der von Professor Matthias Birth vom Helios Hanseklinikum in Stralsund entfernt wurde. Quelle: Alexander Müller
Stralsund/Greifswald

Mandy Rosengrün hat gerade die schrecklichste Achterbahnfahrt ihres Lebens hinter sich. Nach der Schockdiagnose „Leberkrebs“ hieß es, dass sie bald sterben würde, der Greifswalderin blieben nur noch wenige Monate. Eine Operation komme bei dieser komplizierten Art der Erkrankung nicht infrage, sei zu riskant, erklärte ihr ein Arzt eines großen Krankenhauses der Region, dessen Name hier nicht genannt werden soll. Ein Todesurteil. Doch heute, wenige Wochen später, haben sich die Vorzeichen komplett verändert. Die 44-Jährige sitzt in einem Zimmer des Helios Hanseklinikums in Stralsund. Sie sieht matt aus, aber glücklich. Die Narbe von der Operation auf dem Bauch ist schon recht gut verheilt. Mandy Rosengrün hat doch noch eine Chance bekommen.

Der Fall der Greifswalderin, die sich selbst an die OZ gewandt hat, ist exemplarisch in mehrerer Hinsicht. Er zeigt zum einen, wie spezialisiert die Medizin geworden ist. Es gibt kein Krankenhaus, das alles auf Spitzenniveau kann und sei es noch so hochdekoriert. Zum anderen zeigt er, wie wichtig es für Patienten ist, sich im Zweifel eine zweite Meinung einzuholen. Manchmal entscheidet das über Leben und Tod.

„Das ist absolute Highend-Chirurgie“

Gegenüber von Mandy Rosengrün sitzt Professor Matthias Birth (53) , Experte für Leber- und Bauchspeicheldrüsentumore sowie ärztlicher Direktor am Hanseklinikum. Er war überzeugt, dass eine Operation gelingen könne – und behielt Recht damit. „Wenn neben der Leber auch die großen Blutgefäße vom Krebs betroffen sind und während der Tumor-OP unter Verwendung einer Herz-Lungen-Maschine ersetzt werden müssen, befindet man sich im Bereich der absoluten Highend-Chirurgie. Es gibt bundesweit nicht viele Kliniken, die so einen Eingriff machen“, sagt Birth. Es sei deshalb enorm wichtig, ob ein Arzt sage: „Das kann man nicht“ oder „wir können es nicht“ – aber jemand anderes vielleicht schon. In der Regel bestätigt er die Meinung des ersten Arztes. Doch es gibt eben auch Fälle wie den von Mandy Rosengrün.

Alles begann vor einigen Monaten, die Greifswalderin hat gerade ihren Urlaub angetreten. Am dritten Tag spürt sie plötzlich einen Druckschmerz im Bauch. Der Hausarzt schickt sie zum Internisten, der stellt einen großen Tumor zentral in der Leber fest, genauer: Gallengangskrebs in der Leber. Nach weiteren Untersuchungen steht fest: Der Tumor ist extrem aggressiv, die Prognose schlecht. Einzig eine Operation könnte Mandy Rosengrüns Leben potenziell retten. Ohne OP bleiben nur Monate. Der Chirurg im ersten Krankenhaus lehnt jedoch ab, das Risiko ist ihm zu hoch. „Da sind mir die Tränen in die Augen geschossen. Für den Moment war ich völlig leer“, erinnert sich Mandy Rosengrün. Kurze Zeit später sucht sie im Internet nach einer Lösung. Sie stößt auf den Namen Matthias Birth. Der Arzt erklärte ihr kurz darauf, dass er nichts versprechen könne – aber es kann funktionieren, bedarf aber eine sehr große Operation. Wenige Wochen später fährt Mandy Rosengrün nach Stralsund. „Ich hatte große Angst, nicht mehr aufzuwachen“, sagt sie. Sieben Stunden dauert der Eingriff, rund zehn Leute sind im OP. Alles verläuft nach Plan.

Wenn es Zweifel gibt, lohnt sich eine Zweitmeinung

Ärzte gelten als Vertrauens- und Autoritätspersonen, ihr Urteil wird sehr ernst genommen. Wann ist es dennoch sinnvoll, eine zweite Meinung einzuholen, wie es Mandy Rosengrün getan hat? Matthias Birth sagt: „Ein Arzt muss seinem Patienten auch komplizierte Dinge so erklären können, dass er sie verstehen kann. Wenn der Patient dann ein gutes Gefühl hat und der Arzt seine Kompetenz nachweisen kann, ist alles in Ordnung. Doch wenn es Zweifel gibt oder ein Arzt generell sagt, dies oder jenes geht nicht, dann lohnt sich eine Zweitmeinung.“

Alexander Müller

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