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Greifswald Aufgepäppelte Eule fliegt bald davon
Vorpommern Greifswald Aufgepäppelte Eule fliegt bald davon
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00:01 28.09.2016
Cheftierpfleger Frank tetzlaff will die Eule in den kommenden Tagen in die Freiheit entlassen.

Diese Augen, dieser durchdringende Blick! Die Sumpfohreule ist zurzeit einer der faszinierendsten Vögel im Greifswalder Tierpark. Allerdings ist sie für Besucher nicht zu sehen. Die Eule wird nämlich in der Wildvogelauffangstation aufgepäppelt. Sozusagen hinter den Kulissen.

Dort lebt sie seit dem 6. September. „An dem Tag hat sie ein Mitarbeiter der Stadtwerke bei uns vorbeigebracht“, berichtet Cheftierpfleger Frank Tetzlaff. „Die Eule wurde von einem Auto angefahren und war völlig unterernährt. Nach meinen Erfahrungen hätte ich gesagt, dass das wohl nichts mehr wird. Aber es ist schön, dass ich nicht richtig lag.“ Die Heilung grenze an ein Wunder. Obwohl er Blessuren von dem Unfall hatte und ein Flügel stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, musste der Vogel nicht operiert werden. Dafür hat er anständig gefressen – vier Tagesküken am Tag.

Mittlerweile fliegt die Eule wieder. Tetzlaff hat eine Voliere zu Hause und will sie darin weitere „Flugstunden“ absolvieren lassen, damit sie ihre Muskeln trainiert. „So ein Tier muss auch eine Therapie machen. So kann ich es in Bewegung sehen und entscheiden, ob es wirklich in der Lage ist, in freier Natur zu leben.“ In ein paar Tagen will er die Voliere dann für die Sumpfohreule öffnen.

In seiner Laufbahn sind ihm lediglich drei Eulen dieser Art begegnet. In Mecklenburg-Vorpommern ist die Sumpfohreule schon lange ausgestorben und nur noch als Wintergast zu Besuch. Deshalb ist das gesund gepflegte Exemplar im Greifswalder Tierpark so eine Besonderheit. Mal ganz abgesehen davon, dass Wildvögel dem Hobbyornithologen generell sehr am Herzen liegen. Den Namen tragen die Tiere, weil sie sumpfige Gebiete bevorzugen. Von den namensgebenden Ohren sieht man kaum etwas. Sie werden bei Nacht aufgestellt, erklärt Tetzlaff.

Gerade bei Vögeln, die in MV nur noch in geringen Zahlen vorkommen, setzt sich Tetzlaff mit seinem Team für hilfsbedürftige Exemplare ein. Für fast alle anderen aber auch. Immer mal wieder bekommt er Anrufe, dass kleine Möwen gefunden wurden. „Sie brüten zunehmend auch in der Stadt. Und wenn dann ein Junges aus dem Nest fällt und auf dem Bürgersteig umherläuft, dann kümmern wir uns auch darum.“

Allerdings nicht unbedingt am Sonnabend um 22 Uhr. Auch zu dieser Zeit hat er schon Anrufe bekommen. „Ich habe dann darum gebeten, dass der Anrufer bitte das Tier am Sonntag in einem Karton vorbeibringen möchte.“ Das sei sowieso die beste Möglichkeit. „Wir selbst haben nämlich für Fahrten kein Budget.“

Wird ein verletztes Tier eingeliefert, werden zunächst Daten, wie Fundort und -umstände, Gewicht und Erstdiagnose festgehalten. Anschließend kommen sie in eine separate Quarantänestation um den restlichen Bestand nicht anzustecken, erklärt Tetzlaff. Wer nicht selbstständig Nahrung zu sich nehmen kann, wird gefüttert.Seit der Eröffnung im Juli wurden bereits zwei Störche, ein Turmfalke, drei Mäusebussarde und einige Silbermöwen in der Auffangstation umsorgt.

Familientag

Der Greifswalder Heimtierpark hat für den 3. Oktober ein Familienfest organisiert. Hüpfburg, Bastelstraße, Kürbissuppe, Lagerfeuer sind mit dabei. Auf dem Programm stehen außerdem eine Schaufütterung um 15 Uhr und eine Tierschau um 16.30 Uhr. Außerdem wird die neue Stachelschweinanlage (siehe unten) um 14.30 Uhr im Beisein aller am Bau Beteiligten eingeweiht.

Termin: Montag, 3. Oktober, 12 bis 17 Uhr

Kai Lachmann und Veronika Uhl

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