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Greifswald Aus für das Gristower Tonnenabschlagen?
Vorpommern Greifswald Aus für das Gristower Tonnenabschlagen?
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00:01 25.07.2016

Es ist schon eine Zäsur: Nach drei Jahrzehnten in Folge wird das Gristower Tonnenabschlagen – bekanntes Reiterspektakel und Volksfest in einem – 2016 nicht veranstaltet.

Darauf wiesen Mitglieder des Fördervereins für den Gristower Naturerlebnispark am Rande einer Visite von Umweltminister Till Backhaus (SPD) hin. Es gebe zwar nach wie vor viele Pferde, doch nur noch wenige Reiter, die bereit seien, mitzumachen. Mit den Reitern aber stehe und falle das Fest nun mal. „Auch im Dorf ist das Tonnenabschlagen nicht mehr so verankert, wie es das vor wenigen Jahren noch war“, erklärt Geert-Christoph Seidlein, Bürgermeister der Gemeinde Mesekenhagen, zu der Gristow zählt.

Der langjährige Ziehvater und Mitstreiter des Festes, Hans Spierling, war im vergangenen Herbst im Alter von 92 verstorben. Seitdem klafft offenbar eine Lücke im Organisationsstab, die bislang niemand zu schließen vermochte. 1986 hatte Spierling den Gristower Tonnenbund gegründet und somit die Basis für das alljährliche Tonnenabschlagen gelegt. Ihm zu Ehren lobte der Reitsportclub „Greifswalder Bodden“ Neuenkirchen in diesem Jahr einen Gedenkpreis für Nachwuchsreiter aus.

Hans Spierling habe viele Kontakte zu anderen Reitern gehabt und dem Tonnenabschlagen so immer wieder auf die Sprünge geholfen, macht Seidlein deutlich. „Wir müssen das alles nun neu durchdenken und schauen, wie wir das Tonnenabschlagen erhalten können.“

Bei dem Spektakel mussten Reiter im starken Galopp eine hochgezogene Tonne mit einer Keule zerschlagen. Wer mit seinem Hieb den Boden aus dem Fass entfernte, wurde zum Bodenkönig. Wer das letzte Stück des „Tonnenbauches“ löste, durfte sich Stäbenkönig nennen. Zum Tonnenkönig aber wurde, wer schließlich den letzten Teil des Fasses, den übrig gebliebenen, verstärkten Deckel der Tonne, vom Haken herunterschlug.

Bis zur Königskrönung konnten, je nach Heringsfass-Qualität, spannungsreiche Stunden vergehen. In den vergangenen 31 Jahren besuchten abertausende Menschen das Volksfest.

jes

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