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Greifswald Ausgeträumt: Greifswald geht leer aus
Vorpommern Greifswald Ausgeträumt: Greifswald geht leer aus
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00:05 22.07.2016
Der Verein „Straze“ will das frühere Gesellschaftshaus „Zum Greif“ retten und zu einem Kultur- und Begegnungshaus umbauen . Quelle: Peter Binder

Die Hansestadt ist im Wettbewerb um Nationale Projekte des Städtebaus gescheitert: Die erhofften eine Million Euro Fördermittel für die Stralsunder Straße 10/11 kommen nicht. Aus MV hat Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) nur das Forum St. Marien in Wismar berücksichtigt. Insgesamt fördert der Bund 17 Nationale Projekte des Städtebaus mit rund 41 Millionen Euro.

Auf Beschluss der Bürgerschaft war Greifswald mit der Stralsunder Straße 10/11 ins Rennen gegangen. Der Verein „Straze“hatte dieses denkmalgeschützte ehemalige Gesellschaftshaus „Zum Greif“ gekauft und will es für 5,2 Millionen Euro sanieren. Ein Kultur- und Begegnungszentrum will er daraus machen, außerdem soll ein barrierefreies und gemeinschaftliches Wohnprojekt in dem Haus Platz finden.

Nach Ansicht der Stadt passte dieses Vorhaben gut zu einem der drei Förderschwerpunkte: „Barrierefreier und demographiegerechter Umbau der Städte“.

Knapp ist Greifswald damit gescheitert. „In der fachlichen Bewertung wurde unser Antrag punktgleich mit dem Wismarer eingestuft“, berichtet Stadtsprecherin Andrea Reimann. Die Jury habe sich dann aber für das Forum St. Marien mit einem Fördervolumen von einer Million Euro entschieden. Üblicherweise bekommt MV mit seinen relativ wenigen Bürgern nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel keine zwei Förderzusagen. Warum Wismar bevorzugt wurde, wollte Ministeriumssprecher Reinhard Kübler nicht erklären. Die Jury habe intensiv beraten, sagte er nur.

Insgesamt lagen 118 Vorschläge mit beantragten Zuschüssen von rund 466 Millionen Euro vor – mehr als das Zehnfache der zur Verfügung stehenden Mittel. Über 40 Prozent der Gelder fließen in den Schwerpunkt Konversion von Militärflächen. Der dritte Schwerpunkt waren interkommunale städtebauliche Kooperationen.

Hätte Greifswald mit dem ebenfalls diskutierten Medigreifprojekt „Vom ehemaligen Luftwaffenlazarett zum städtebaulich integrierten Gesundheits- und Gesundheitszentrum“ vielleicht Erfolg gehabt – im Schwerpunkt Konversion? Die Stadt glaubt das nicht. „Das ist kein klassisches Konversionsvorhaben“, meint Andrea Reimann. Das zeige der Vergleich mit den Vorhaben in Heidelberg, Schweinfurt und Herford, die nun Geld vom Bund bekommen. „Dort geht es um großflächige Bereiche, die mit neuen Nutzungen aufgewertet werden.“ Die städtebauliche Dimension sei viel größer als hier.

Medigreif würde gern das Dach des 1938/39 gebauten Luftwaffenlazaretts denkmalgerecht neu eindecken lassen. Die Grünanlagen sollen in das Umfeld integriert werden, eine Ausstellung zur Bedeutung ehemaliger Greifswalder Militärbauten und deren Konversion soll entstehen. Experten weisen dem Luftwaffenlazarett einen sehr hohen Denkmalwert zu, vergleichbar mit dem Flughafen Tempelhof und den Kraft-durch-Freude-Bauten in Prora. Medigreif-Geschäftsführer Klaus Schilling hatte das Lazarett 2015 sogar schon als Kandidaten für das Unesco-Weltkulturerbe vorgeschlagen.

Als dritte Möglichkeit für das Programm Nationale Projekte 2016 war in der Bürgerschaft der altersgerechte, barrierefreie Umbau des alten Ostseeviertels diskutiert worden (die OZ berichtete).

Nun geht Greifswald wieder leer aus – wie schon im Vorjahr. Damals hatten sich vier Greifswalder Projekte parallel beworben: neben der Stralsunder Straße und dem Luftwaffenlazarett auch das Studentenwohnheim Makarenkostraße und die alten Gewächshäuser der Uni. Die Bürgerschaft hatte keine Vorauswahl getroffen.

Das Programm

2015stellte der Bund 50 Millionen Euro für das Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“ zur Verfügung und stockte die Mittel einmalig um 100 Millionen aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm auf. 46 Projekte wurden aus 168 Vorschlägen ausgewählt. Gefördert wurden herausragende Denkmalensembles und Vorhaben zur energetischen und altersgerechten Erneuerung, Maßnahmen für mehr „Grün in der Stadt“.2017 gibt es bei gleichen Schwerpunkten wie 2016 wieder 50 Millionen Euro.

Eckhard Oberdörfer

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