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Greifswald BWL-Studenten empfehlen Greifswald

In einem neuen Ranking schneidet dagegen das Jurastudium schlecht ab

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Die BWl-Studenten (v.l.) Ron Rüdiger, Daniel Langenstein und Carl Pump sind weitestgehend zufrieden mit dem Studium und dem Studienort, aber sie haben auch Verbesserungsvorschläge: „Die Kommunikation zwischen den Fachschaften muss noch verbessert werden“, findet etwa Ron.

Quelle: Foto: Philipp Baranyai

Greifswald. Gute Noten für die Wirtschaftswissenschaften der Uni Greifswald im deutschlandweiten Vergleich: Im Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) mit Sitz in Gütersloh (NRW) hat die Betriebswirtschaftslehre gut abgeschnitten. Es wird in der Wochenzeitung „Die Zeit“ veröffentlicht.

Das BWL-Studium landete bei den Kriterien Studierbarkeit, Betreuung und Unterstützung durch Lehrende sowie IT-Ausstattung und internationale Veröffentlichungen in der ersten Gruppe von insgesamt 52 Hochschulen. In acht weiteren Kriterien befinden sich die Greifswalder in der Mittelgruppe. Nur bei „Abschlüssen in angemessener Zeit“ gehört die Uni zu den Schlusslichtern. Insgesamt konnte sich Greifswald gegenüber früheren Rankings steigern. Ganz vorn platzieren sich bei den öffentlichen Hochschulen die TU München und die Universitäten Bayreuth und Stuttgart.

Diese Bewertung beruht auf einer Befragung der Studenten, der Einschätzung von Professoren sowie Fakten zur Ausstattung, zu Schwerpunkten, zur Zahl der Lehrstühle und ähnlichem an den einzelnen Standorten. Laut CHE wurden 17,2 Prozent der an Universitäten verschickten Fragebogen beantwortet. Es ist das größte Ranking seiner Art im Deutschland und gilt Studienbewerbern als Orientierung.

Viele Hochschulen und Fächer werben daher bewusst für Teilnahme. Dabei werden die Hochschulen nicht exakt platziert, sondern bei den einzelnen Kriterien in die Spitzen-, Mittel- und Schlussgruppen eingeteilt.

Greifswald wirbt bei Abiturienten mit den guten Ergebnissen im CHE-Ranking in vielen Fächern. Jedes Jahr werden mehrere neu beziehungsweise erneut eingeschätzt, 2017 neben BWL auch die Juraausbilung an 41 Hochschulen. Für das Ranking in dem Fach standen 14,6 Prozent beantwortete Fragebögen zur Verfügung. Gerankt wurden nur die Staatsexamensstudiengänge. Zwar landet die Greifswalder Rechtswissenschaft bei der Studierbarkeit in der Mittelgruppe. Bei den meisten Kriterien gehört Greifswald aber zu den Schlusslichtern.

Im Gesamtranking liegen die Greifswalder damit ganz hinten. Ähnlich schlecht schneiden nur noch die Universitäten Göttingen und Bielefeld ab. Greifswald liegt unter anderem bei den Promotionen pro Wissenschaftler, der Betreuung durch Lehrende und den eingeworbenen Drittmitteln sowie der Studiensituation insgesamt in der Schlussgruppe. Bei den öffentlichen Hochschulen erreichen Halle-Wittenberg, Münster, Passau und Düsseldorf insgesamt die besten Werte.

In fünf der 13 Faktoren wurde das Jurastudium in Greifswald nicht bewertet, zum Beispiel die IT-Infrastruktur und den Wissenschaftsbezug in der Lehre. Das liegt zum Einen an der großen Streuung der Antworten und zum anderen an der geringen Zahl der Teilnehmer.

„Nur 53 Studenten haben auf die Fragen des CHE geantwortet“, stellt der Dekan der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät, der Juraprofessor Joachim Lege, fest. Er kann dem CHE-Ranking darum auch wenig abgewinnen. „Ich rate zur Vorsicht bei so geringer Beteiligung“, sagt er. „Drittmittel sind bei Juristen wenig aussagefähig. Bei den Promotionen mag es daran liegen, dass wir auf Qualität achten und sehr hohe Maßstäbe anlegen“, argumentiert er. Viele Fragen seien zu unspezifisch.

Lege sieht im CHE-Ranking wenig Ansatzpunkte oder Hinweise darauf, was man besser machen könne. Außerdem erinnert er an die knappe Ausstattung in Greifswald.

Das CHE-Ranking

Das Centrum für Hochschulentwicklung will im eigenen Selbstverständnis jungen Leuten die Wahl der Hochschule erleichtern. So gibt es Informationen zu den Hochschulorte, dem Aufbau und den Schwerpunkten der Fächer und des Zukunftsperspektiven des Studiums. Dafür werden jedes Jahr Fächer neu bewertet. Zeitweise hat das CHE auch versucht, die Hochschulen des deutschsprachigen Auslands einzubeziehen. Nicht alle Fachbereiche beteiligen sich, weil sie die Aussagefähigkeit solcher Rankings bezweifeln.

Eckhard Oberdörfer

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