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Bässe hallen über den Peenestrom

Usedom Bässe hallen über den Peenestrom

Bürgermeister Jochen Storrer stellt Feste in den Usedomer Peenewiesen auf den Prüfstand

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Usedom. Ute Tenkhof aus Quilitz ist es leid, die Feste in den Usedomer Peenewiesen so ungefragt und intensiv miterleben zu müssen. Der Grund: Nicht so sehr die Usedomer, eher die an den Peenestrom grenzenden Gemeinden leiden unter der Lautstärke bei den nächtlichen Partys an der Peene. „Schon zwei Wochenenden dröhnten die Bässe in diesem Sommer über den Peenestrom zu uns herüber. Der Lieper Winkel steht für nachhaltigen, ruhigen Tourismus. Da passt solche Lärmbelästigung nicht. Die Segler im Rankwitzer Hafen haben sich auch schon beschwert“, sagt die Quilitzerin.

 

OZ-Bild

Beim jüngsten All-Car-Treffen in den Peenewiesen: Chris Westendorf, Benjamin Becker, Paul Lawrenz und Christian Koch (v.l.).

Quelle: Karoline Ploetz

Und nicht nur die Wassersportler beklagen die Störung. „Bei mir gingen nach den Festen der vergangenen Wochenenden auch Beschwerden aus Lassan und Buggenhagen ein“, sagt Bürgermeister Jochen Storrer.

Am vergangenen Wochenende habe er außerdem intensiven Telefon- und Fax-Kontakt mit Heinz H.Meermann aus dem Lieper Winkel gehabt, der sich ebenfalls beschwert und von Storrer verlangt habe, seiner Verantwortung als Bürgermeister gerecht zu werden. Interessanterweise habe die Einflussnahme auf den Veranstalter offensichtlich zu einer Lärmeindämmung geführt, wofür sich Meermann schließlich bedankt habe.

„Usedom öffnet die Peenewiesen in diesem Jahr zum 12. Mal für zumeist friedlich feiernde Jugendliche. Die Feste mit jeweils mehr als 1000 Teilnehmern verliefen ohne Störungen“, gibt Storrer zu bedenken und führt gleich mehrere Argumente ins Feld, die für ein Festhalten am Veranstaltungsort sprechen: Die Feste sind Angebote für die Jugend, aus denen die Stadt Einnahmen erzielt und mit denen sie keine Arbeit hat. Schließlich würden die Veranstalter den Platz immer ordentlich hinterlassen.

Dennoch sieht sich der Bürgermeister in der Pflicht zu reagieren. Er differenziert: Das für 23. und 24. August angekündigte Freiluftfestival will er auf den Prüfstand stellen. „Ich werde dem Tourismusaussschuss und der Stadtverordnetenversammlung vorschlagen,dass wir uns davon künftig verabschieden. Da gibt es immer viel Ärger und Aufforderungen, die Lautstärke einzudämmen, haben nie gefruchtet“, so Storrer, der übrigens der Annahme widerspricht, die Usedomer würden gänzlich von Lärm verschont. „Allerdings plädiere ich dafür, die Autotreffen in der Stadt zu halten. Aber nicht um jeden Preis. Wir wollen uns doch nicht mit unseren Nachbarn erzürnen. Die Gremien sollen das prinzipiell entscheiden.“

Noch etwas gibt der Bürgermeister zu bedenken. „Die Feste sind ein Angebot für die Jugend. Auch wenn vielleicht zwei Drittel der Gäste nicht aus der Region stammen. Wer lässt sie feiern, wenn wir ihnen die Peenewiesen sperren? Vielleicht sollten auch mal andere Gemeinden prüfen, in wieweit sie in der Pflicht stehen, Angebote für die Jugend zu unterbreiten.“

Ute Tenkhof ist mit dieser Haltung zufrieden. „Ich finde es gut, wenn die Stadt Usedom etwas für die Jugend macht. Es muss nur der richtige Kompromiss gefunden werden, damit die Jugendlichen friedlich feiern können, ohne die Nachbarn zu beeinträchtigen.“ Die Quilitzerin hofft, dass die Usedomer eine solche Lösung finden.

Angelika Gutsche

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