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Bald fehlen 290 Kita-Plätze: Stadt braucht neue Einrichtungen

Greifwald Bald fehlen 290 Kita-Plätze: Stadt braucht neue Einrichtungen

Der Kreis sieht Bedarf für zwei bis drei neue Kindertagesstätten in Greifswald / Bislang haben keine Träger Interesse gezeigt

Greifwald. Die Lage spitzt sich zu: Bereits heute fehlen mehr als 200 Kindergartenplätze in Greifswald. Bis 2019 soll die Zahl auf 289 steigen. Das geht aus einer Prognose des Kreises hervor. Grundlage sind die geborenen Kinder und die Quote der Drei- bis Sechsjährigen, die in den vergangenen drei Jahren durchschnittlich einen Platz in Anspruch genommen haben.

 

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Die Plätze in unseren Kitas sollen erhalten bleiben. Mehr werden es nicht.“Achim Lerm, Eigenbetrieb Hansekinder

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Wir benötigen in Greifswald zwei bis drei zusätzliche Kindertagesstätten.“Dirk Scheer, Sozialdezernent des Kreises

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Die Plätze in unseren Kitas sollen erhalten bleiben. Mehr werden es nicht.“Achim Lerm, Eigenbetrieb Hansekinder

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Wir benötigen in Greifswald zwei bis drei zusätzliche Kindertagesstätten.“Dirk Scheer, Sozialdezernent des Kreises

Bislang hat der Kreis für jede Familie eine Lösung gefunden. Immer wieder erhalten Einrichtungen die Sondergenehmigung, für einen begrenzten Zeitraum mehr Kinder pro Gruppe aufzunehmen. In anderen Fällen hat das Jugendamt den Familien einen Kitaplatz im Umland vermittelt. „Während es in Greifswald kaum freie Plätze gibt, haben Gemeinden wie Dersekow oder Karlsburg noch Kapazitäten“, erklärt Doreen Rapphahn, die sich in der Kreisverwaltung um die Plätze in Kindertagesstätten kümmert. „Es ist zumutbar, dass Eltern bis zu einer halben Stunde Fahrtzeit zur Einrichtung auf sich nehmen“, erläutert Rapphahn die aktuelle Rechtsprechung. Es gebe daher durchaus Fälle, in denen eine Familie aus Greifswald einen Kitaplatz in Karlsburg belege. „Ein Elternteil arbeitet in Anklam und bringt das Kind auf dem Weg ins Büro in die Kita“, sagt Rapphahn. Es seien längst nicht alle Eltern mit solchen Lösungen zufrieden. Aber bis heute musste noch keine Familie ihr Recht auf einen Kitaplatz einklagen, weiß Sozialdezernent Dirk Scheer (parteilos). Damit das auch in den kommenden Jahren so bleibt, ist Scheer im Gespräch mit verschiedenen Trägern. „Wir benötigen in Greifswald zwei bis drei zusätzliche Kindertagesstätten“, sagt er.

Bislang fehlt es jedoch an Interessenten. In den vergangenen Jahren wurden bereits mehrere Einrichtungen eröffnet. Die Kita „Campuskinder“ des Studentenwerks, die Unikita der Volkssolidarität, die Kita „Hundertwelten“ des Instituts Lernen und Leben sind drei der neu entstandenen Häuser. 28 sind es mittlerweile insgesamt.

Aktuell gibt es lediglich ein konkretes Neubauvorhaben, das auch nur wenige zusätzliche Plätze bringt. Der Waldorfkindergarten in der Hans-Beimler-Straße baut auf dem Gelände ab Herbst eine neue Einrichtung, die statt der aktuellen 63 Plätze künftig 92 bietet. „Wir werden zwei zusätzliche Krippengruppen mit zwölf Kindern eröffnen sowie eine Kita-Gruppe mit weiteren 17 Kindern“, sagt Vorstandsmitglied René Walter.

Verschärfen könnte sich das Problem, weil der Eigenbetrieb Hansekinder bislang plante, die Größe seiner elf Kitas zu reduzieren. Für den Neubau der Kita „Samuil Marschak“, der zum Jahresende starten soll, war bislang vorgesehen, die Platzzahl von 156 auf 111 zu reduzieren. Nach Kritik aus dem politischen Raum prüft Hansekinder-Geschäftsführer Achim Lerm, ob es gelingen könnte, die ursprüngliche Platzzahl zu erhalten. „Aber selbst wenn das nicht geht, werden wir die verlorengegangenen Plätze mit anderen Vorhaben auffangen“, sagt Lerm. Beispielsweise sei geplant, die Kapazität der Kita „Friedrich Wolff“ von derzeit 130 auf 160 zu erweitern.

Dass bei den geplanten Ersatzbauten und Sanierungen der kommenden Jahre jedoch netto mehr Plätze herauskommen, als es derzeit gibt, schließt Lerm aus. „Die städtischen Einrichtungen sind mit bis zu 190 Plätzen die größten in Greifswald. Die Platzzahl soll maximal bei 150 bis 160 Plätzen liegen“, sagt Lerm. Gerüchte, das Institut Lernen und Leben plane einen weiteren Kitabau in Greifswald, verneint Pressesprecherin Henrike Thaut. Vorgesehen sei der Neubau einer Grundschule auf dem Gelände der Kita „Hundertwelten“. Zudem denke das Unternehmen über den Bau eines Hortgebäudes auf dem Gelände der Weinertgrundschule nach.

Zahlen aus dem Kitaplan

Die Landkreis hat eine sogenannte Jugendhilfeplanung für den Bereich Kindertagesstätten und Kindertagespflege erstellt. Der Plan umfasst die Jahre 2016 bis 2019. Er wird in dieser Woche dem Jugendhilfe- und Sozialausschuss vorgestellt, muss vom Kreistag verabschiedet werden.

Im Bereich Krippe gibt es nach Angaben der Kreisverwaltung derzeit ausreichend Plätze in Greifswald. Wie groß die Reserve ist, lasse sich jedoch nicht berechnen. In mehreren Kindertagesstätten gäbe es zwar die Zulassung für Krippengruppen. Weil es in den Einrichtungen an Fachpersonal fehlt, werden diese Gruppen jedoch nicht eröffnet.

6Tagesmütter werden ihre Tätigkeit voraussichtlich bis 2019 aus Altersgründen beenden. Damit die Kapazitäten nicht sinken, müssen sechs neue Tagespflegepersonen gefunden werden.

224 Kindergartenplätze fehlen laut Prognose des Kreises in diesem Jahr in Greifswald. 2017 sollen es 243 sein, 2018 immerhin bereits 270 und im darauffolgenden Jahr 289. Auch in Anklam fehlen Plätze.

89 Prozent aller Greifswalder Grundschüler wurden in den vergangenen Jahren im Hort betreut. Die Satzung sieht eine Betreuung bis zur dritten Klasse vor. In den Privatschulen werden die Kinder bis zur vierten Klasse betreut. 2017 sollen laut Prognose des Kreises in Greifswald 33 Hortplätze fehlen. Die Zahl steigt bis 2019 auf 85.

Das Institut Leben und Lernen plant einen Hortbau an der Weinertschule. Hierbei sollen zusätzliche Kapazitäten entstehen.

Katharina Degrassi

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