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Greifswald Baracke An den Wurthen in der Nacht abgefackelt
Vorpommern Greifswald Baracke An den Wurthen in der Nacht abgefackelt
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00:01 30.03.2016
Nach Mitternacht löschte die Berufsfeuerwehr Greifswald den Barackenbrand. Quelle: Benjamin Fischer

Die Baracke an der Straße An den Wurthen ist nur noch eine Ruine: Das leerstehende Gebäude wurde abgefackelt. Am Dienstag kurz vor 1 Uhr wurde die Einsatzleitstelle der Polizei informiert, dass starker Rauch aus der Baracke aufsteige. Ein Funkstreifenwagen bestätigte den Gebäudebrand. Der etwa 150 Meter lange, gemauerte Flachbau brannte da zu dieser Zeit schon mehr als zur Hälfte. Laut Augenzeugen loderten die Flammen bis zu 15 Meter hoch. Wie die Polizei mitteilte, bekam die Greifswalder Berufsfeuerwehr das Feuer aber relativ schnell unter Kontrolle.

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Das Gebäude stand bereits seit über zwei Jahren leer / Grundstück mit der Ruine ist Teil des geplanten neuen Wohngebietes an der Hafenstraße

Wir gehen hier von vorsätzlicher Brandstiftung aus.“Axel Falkenberg, Polizeisprecher

Erste Schätzungen gehen von einem Schaden zwischen 20000 und 30000 Euro aus. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Gestern waren Brandursachenermittler vor Ort. „Wir gehen von vorsätzlicher Brandstiftung aus“, informierte Polizeisprecher Axel Falkenberg über die ersten Ergebnisse der Untersuchungen. Das Gebäude sei gut aufgeräumt gewesen, so Falkenberg.

Es stand jedoch seit langem leer. Am 31. Dezember 2013 beendete die ansässige Rycky Moden GmbH ihre Tätigkeit in Greifswald. Unter der im Internet angegebenen Telefonnummer ist niemand mehr zu erreichen. In den letzten Jahren wurden An den Wurthen noch Gardinen- und Gardinenzubehör produziert. Zu DDR-Zeiten nutzte eine Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH) die Baracke. Mancher Greifswalder wird sich erinnern, dass er sich An den Wurthen die Hosen kürzen lassen konnte. Und gleich nach der Wende wurde in der Baracke Plauener Spitze vertrieben.

Laut dem Wirtschaftsinformationsdienst Moneyhouse sind die beiden früheren Geschäftsführerinnen von Rycky Moden jetzt die Liquidatoren der GmbH. Deren Aufgabe ist die Auflösung der Gesellschaft, der Verkauf von vorhandenen Vermögensgegenständen. Im Fall der Rycky Moden GmbH ist das vor allem das Grundstück. Das Ende der Baracke war schon beschlossene Sache, ein „heißer Abriss“ kann daher ausgeschlossen werden. Der Hintergrund: Das Grundstück gehört zum Bebauungsplan 55, dem größten aktuellen städtischen Wohnbauvorhaben. Rund 1000 Greifswalder sollen auf dem sieben Hektar großen Gelände an der Hafenstraße eines Tages wohnen (die OZ berichtete). Der größte Teil des Gebietes gehört der Stadt, die derzeit hier mit Hilfe von Städtebaufördermitteln umfangreiche Beräumungs- und Bodenverbesserungsmaßnahmen durchführen lässt. So verschwinden alle Gebäude der früheren Greifswalder Technik GmbH.

Das Rycky-Moden-Grundstück gehört noch nicht der Stadt, die Brandruine liegt sozusagen auf einer Insel, während ringsum gearbeitet wird. Allerdings steht der Besitzwechsel bevor. Die Stadt nutzte ihr Vorkaufsrecht und trat in einen bereits bestehenden Kaufvertrag ein, bestätigte Bausenator Jörg Hochheim (CDU) OZ-Informationen. Der Erwerber ging in Widerspruch. Der Hauptausschuss der Bürgerschaft habe inzwischen einem Vergleich zugestimmt, so Hochheim weiter. Dieser müsse jetzt noch vom Notar beurkundet werden. Damit erhalte der ursprüngliche Käufer des Rycky-Moden-Grundstücks die Möglichkeit, andere Flächen zu erwerben zu einem von Gutachtern ermittelten Preis im Bereich des B-Plan 55.

Von Eckhard Oberdörfer

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