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Greifswald Bedeutender Historiker verstorben
Vorpommern Greifswald Bedeutender Historiker verstorben
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00:00 29.10.2013
Herbert Langer an seinem 85. Geburtstag im Jahr 2012. Quelle: il
Greifswald

Mit Professor Herbert Langer ist in der vergangenen Woche einer der bekanntesten Greifswalder Historiker verstorben. Er wurde 86 Jahre alt.

„Herbert Langer war der angesehenste Historiker der frühen Neuzeit in der DDR“, sagt sein Lehrstuhl-Nachfolger Prof. Michael North. Mit Blick auf den Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) war er wohl zu seiner Zeit die Nummer 1 in Deutschland, meint der Wissenschaftler. Sein bekanntestes Werk „Hortus Bellicus. Der Dreißigjährige Krieg. Eine Kulturgeschichte.“, das 1978 erschien, erreichte mehrere Auflagen und wurde in verschiedene Sprachen übersetzt.

„Darin hat Herbert Langer durch seinen marxistischen Blick neue Perspektiven Richtung Sozialgeschichte eröffnet“, schätzt North ein. Er war Herbert Langer persönlich verbunden. „Wir haben zusammen musiziert“, erzählt North. „Kennengelernt haben wir uns 1989 noch vor dem Ende der DDR bei einer Tagung in Rostock.“ Sein Kollege sei eine echte Erscheinung gewesen, sein Charme war eines der Markenzeichen Langers. North lobt die hervorragende Schreibe des Kollegen, die die Lektüre seiner Bücher und Aufsätze zum Vergnügen machte. Das habe er ja auch als Autor der OZ unter Beweis gestellt.

Bevor Langer 1960 an das Historische Institut kam, war er übrigens unter anderem Lehrer in Wolgast. Studiert hat er am Pädagogischen Institut in Putbus und später noch in Potsdam. 1973 wurde er auf eine Professur für die Geschichte der frühen Neuzeit an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität berufen und hat bis 1992 hauptamtlich als Hochschullehrer in Greifswald gewirkt. Herbert Langer war der Küste verbunden, kam aber aus dem Gebirge. 1946 musste er sein Geburtsland, die Tschechoslowakische Republik, wie alle Deutschen verlassen. Langer hat später als Übersetzer aus dem Tschechischen geglänzt. „Mir hat er erzählt, dass seine Urahnen dem niederen Adel in Böhmen angehörten“, berichtet der Professor für Nordische Geschichte, Jens Olesen, Direktor des Instituts. „Er war sehr gebildet, liebte Musik und Kunst.“ Mit Herbert Langer verliere des Institut einen brillanten Wissenschaftler, sagt Olesen. „Ich habe viel von ihm gelernt, wir haben auch noch zusammen ein Buch über die dänische Familie Möller publiziert“.

Bis zuletzt hat Herbert Langer wissenschaftlich gearbeitet. „Er hatte noch so viele Ideen“, sagt Dr. Nils Jörn, der Langer als begeisternden Hochschullehrer 1986 in Greifswald kennenlernte. „Er hat mich sehr geprägt.“ Jörn ist Vorsitzender der David-Mevius-Gesellschaft, in der Herbert Langer aktiv mitarbeitete.

eob

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