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Beide Uni-Namen werden länger nebeneinander bestehen

Beide Uni-Namen werden länger nebeneinander bestehen

Leserbriefschreiber suchen Antworten auf Frage, wie Gräben zu schließen sind

Uni sollte sich Rückhalt in der Region sichern Niemand will das Uni-Management reglementieren, aber es sollte sich den Rückhalt in der Region sichern (Stakeholderanalyse). Die Taten des Namensgebers durch Namensablegung zu ignorieren, hat noch nie etwas gebracht. In Bonn hat man da einen wesentlich entspannteren Umgang mit Ernst Moritz Arndt. Da werden seine positiven Taten gerühmt und die antisemitischen Äußerungen gerüffelt. So stelle ich mir einen wissenschaftlichen Umgang mit der (eigenen) Geschichte vor. Ansonsten müssten sich die Luther-Universitäten auch umbenennen, wie bescheuert wäre das denn.

Dr. Karl-Michael Meiss Personenkult nicht zu verstehen Ehrlich gesagt war mir der Namensstreit rund um die Uni immer ein bißchen egal. Aber die Abkehr von Görings Namensgebung begrüße ich nun dennoch. Ich verstehe auch den Personenkult nicht. Ich hoffte wir hätten das 1989 überwunden.

Siegmund Walther Warum die Eile mit dem Antrag?

Auf der Homepage der EMAU steht: „Der akademische Senat wurde zuletzt im Januar 2016 für die Dauer von 2 Jahren gewählt. Seine Amtszeit beginnt am 1. April 2016. Der Senat gliedert sich je nach Aufgabengebiet in den engeren und erweiterten Senat. Die studentischen Senatsmitglieder amtieren jeweils für ein Jahr.“

Das heißt also, das die jetzigen studentischen Senatoren nur noch bis zum 31.03.2017 amtieren werden und dann neue Senatoren seitens der Studenten antreten werden mit dem neuen Semester. Sie wollen die Namensänderung nun mit aller Macht vor ihrem Abdanken durchboxen, entgegen vielen Protesten seitens Studierender, Mitarbeiter, ehemaligen Absolventen und auch Bürger der Stadt, welche die Beibehaltung des Namens des Vorpommern Ernst Moritz Arndt befürworten. Die derzeitigen studentischen Senatoren sind nicht an der Beseitigung von Gräben und deren Überwindung interessiert.

Holger Klein Onlineumfrage macht es nicht besser Nach gefühlt endlosen Wochen, in denen sich wütende Bürger auch in der OZ mehr oder weniger kohärent, dafür aber fast immer sehr emotional zu Arndt bekannt haben (Wochen, in denen die Zeitung dem auch immer wieder Raum geboten hat), wünsche ich mir für die nahe Zukunft ganz andere journalistische Beiträge zu den vielen anderen interessanten Themen in Stadt und Region. Ich möchte bezweifeln, dass eine Onlineumfrage andere Menschen anzieht als genau jene, die sich schon in Leserbriefen Luft gemacht haben. Ob davon irgend etwas besser wird? Ob das als Beweis für Volkes Stimme taugen wird...?

Anne Wolf

Der Groll bleibt Der mehrheitliche Beschluss der Bürgerschaft (und des Senats) sowie das mehrheitliche Verhalten der Leute auf der Straße sind ein Widerspruch, der die allgemeine Spaltung der Gesellschaft dokumentiert, wie derzeit kein anderes Ereignis der Region. Das ist das eigentliche Dilemma dieser Auseinandersetzung. Viele Pommern werden nun den Kopf schütteln und sich wie früher enttäuscht zurückziehen, denn die Aberkennung Ernst Moritz Arndts als „ihren Namenspatron“ durch den Senat der Universität und die Verweigerung der Bürgerschaft, ihre Interessen wahzunehmen, traf ihr Gefühl von Heimat, Identität und Authenzität. „Sie haben uns unseren Arndt weggenommen“, höre ich in Gesprächen mit den Menschen auf der Straße. Und mit „sie“ ist die kommunalpolitische Elite gemeint, die, bis auf ganz wenige, nichts von des Volkes Empfindungen merkte, und sich nun dennoch für die Umbenennung entschieden hat. Die Spaltung der Gesellschaft bleibt, weil der Groll bleibt. Einige hoffen nun, dass alles bis zur Bundestagswahl „vergessen“ sein wird...

Hans-Jürgen Schumacher, Greifswald

Weltoffenheit bedeutet Toleranz Erstens: Die Uni Greifswald muss weiter den Namen Ernst-Moritz-Arndt-Universität tragen, er stellt auch einen Teil der pommerschen Identität dar.

Zweitens: Die Trennung vom Namen stellte für die Uni, wie die Disskussion bisher zeigte, einen Schaden dar, Weltoffenheit bedeutet Toleranz, Offenheit und nicht Engstirnigkeit, sowie historische Kentnisse, wie der Rabbiner William Wolf sagte, die steigende Studentenzahl der letzten Jahre hat offensichtlich der Ernst-Moritz-Arndt-Uni nicht geschadet.

Drittens: Aus meiner Sicht war die Debatte 2010 eindeutig mit dem Votum für Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald abgeschlossen. Durch ein Fehlverhalten der Rektorin Weber, die die Entscheidung von 2010 nicht als endgültig angesehen hat, ist diese ganze unerfreuliche Lawine durch den Universitätssenat entstanden. Letzlich sollte der Senatsbeschluss durch ein richterliches Urteil gestützt werden.

Viertens: Es gibt so viele Orte in Deutschland, in denen der Name Ernst Moritz Arndt erscheint und geehrt wird. Auf dem Alten Friedhof in Bonn werden auch seine Grablege und die gut erhaltenen Grabsteine unverändert gepflegt. Warum sollten wir in der kleinen Provinz den Namen von Regionalschulen löschen? Nein.

Prof. Dr. Hans Reddemann, Greifswald Frühere Diskussion umfassend geführt Ich habe in der Zeit von 1959 -1964 in Greifswald Physik studiert. Ich wohne in Berlin. Mir liegt das Wohlergehen der Uni Greifswald sehr am Herzen. Ich bin nach 1964 schon viele Male in Greifswald gewesen. Nie wäre ich auf den Gedanken gekommen, dass der Name Ernst Moritz Arndt für die Uni Greifswald nicht mehr tragbar ist, weil dieser EMA vor 200 Jahren Juden- und Franzosenhass verbreitete.

Ich will diesen Tatbestand nicht weiter kommentieren. Im Jahre 2010 verfolgte ich im Internet eine umfassend geführte Diskussion an der Uni Greifswald wegen ihres Namens EMA. Am Ende dieser Diskussion wurde mit eindeutiger Mehrheit festgestellt, dass der Name der Uni Greifswald weiterhin bestehen bleibt. Ich war mit diesem Sachverhalt sehr zufrieden. Nun gibt es offenbar an der Spitze der Uni einen einflussreichen Personenkreis, der mit dieser Entscheidung unzufrieden ist. Nun, 6 Jahre später, kam es erneut, aus welchen Gründen auch immer, zu dem Versuch, den Namen der Uni zu ändern. Dieses Mal sollten ca. 40 Personen zu einer anderen Entscheidung kommen (wie sich diese 40 Personen zusammensetzen, ist mir leider nicht bekannt). 26 Personen der Uni-Spitze waren für die Abschaffung des derzeitig noch bestehenden Uni-Namens (Wem tut dieser ehrenvolle Name EMA eigentlich weh und warum?). 26 Personen wissen also, was den Menschen in Greifswald bzw. an der Uni gut tut?

Ich empfehle folgendes:

Erstens: Der Anhaltiner Wittenberg-Uni belässt man den Namen Martin Luther, den Thüringern die Schiller-Uni Jena und den Pommern die EMA-Uni in Greifswald.

Zweitens: 80 000 Euro stehen nunmehr zur Verfügung, um den Namen EMA aus der Uni Greifswald zu tilgen. Nehmen Sie dieses Geld und befragen sie im Rahmen der Bundestagswahl im September dieses Jahres die Greifswalder Bürger, wie ihr größter „Betrieb“ zukünftig heißen soll. Diese Entscheidung dürfte auch eine entsprechende Wirkung auf die 26 Herren der Uni-Spitze in Greifswald haben, notfalls ihre Entscheidung zum Namen der EMA-Uni zu überprüfen.

Kurt Soope Kooperieren statt prügeln Arndt war eine verdienstvolle und fortschrittliche Persönlichkeit seiner Zeit. Ihn per Abstimmung in Unehren zu entlassen, war respektlos und hat noch respektlosere Reaktionen ausgelöst. Hätte der Senat beschlossen, den Namenspatron mit einer freundlichen Ehrung in Rente zu schicken, wäre der Protest wohl schwächer ausgefallen.

Es gibt gute Gründe für die Bezeichnung ,,Universität Greifswald''. Denn der Name ist für Außenstehende da, nicht für die Greifswalder! In der ganzen Welt sind die allermeisten Hochschulen in kleinen Städten nur nach der Stadt benannt. Sogar in Deutschland. Wo es mehrere Unis gibt, da braucht man allerdings eine Unterscheidung, genau wie für Schulen und Straßen in unserer Stadt. Kein Mensch will die Arndt-Schule umbenennen.

Die Uni Greifswald hatte ihren kurzen Namen 477 Jahre lang, bis 1933. War das schlecht für Greifswald? Was sagt uns mehr: „Ruprecht-Karls-Universität“ oder „Universität Heidelberg“? Und welcher Name macht Heidelberg bzw. Greifswald bekannt? Die meisten Deutschen wissen weder wer Arndt ist noch dass es bei uns eine Uni gibt. Wer kennt schon alle 88 deutschen Universitäten?

OZ-Leser haben betont, welche Bedeutung der standhafte Publizist und Christ für sie in DDR-Zeiten hatte, und wie aktuell Arndt als Vorkämpfer für die deutsche Einheit in den 90er Jahren war. Zu Facebook, Klimawandel und Syrien hat er unseren Studenten weniger zu sagen. Wenn alle standhaft auf ihrer Meinung beharren, wird der Krieg nicht beendet, und auch nicht unser harmloser Namenskonflikt.

Beide Uni-Namen werden längere Zeit nebeneinander bestehen. Die Frage ist aber: Wollen wir eine altehrwürdige Alma Mater oder eine zeitgemäße weltoffene Institution? Wir können beides haben, wenn Bewahrer und Erneuerer zusammenarbeiten. Ideen sind gefragt, nicht Konfrontation.

Christoph Bandt

OZ

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Greifswald
Die Uni sollte nun die Chance nutzen, die Menschen der Region mehr ein- zubeziehen.Stefan Fassbinder, Oberbürgermeister

Eine überwältigende Mehrheit der Teilnehmer der großen OZ-Telefon- und Onlineumfrage sprach sich für den Namen Ernst-Moritz-Arndt-Universität aus.

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