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Greifswald Berühmter Schandfleck verschwindet

Investoren wollen auf Freifläche Wohnungen und Gewerberäume bauen

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Der Wald ist weg. Auf dem über 1000 Quadratmeter großen Grundstücke wird neu gebaut.

Quelle: Foto: Eckhard Oberdörfer

Greifswald. Fast drei Jahrzehnte stand die große Fläche Lange Straße/Ecke Kapaunenstraße nahe der Jacobikirche leer. Jetzt endlich soll sie bis Ende 2019 wieder bebaut werden. Das kündigt die Greifswalder Quartier am Ryck GmbH, die Eigentümerin der kleinen Speicherstadt an der Hafenstraße ist, an. Zum „Jacobiquartier“ gehören drei historische Grundstücke.

OZ-Bild

Investoren wollen auf Freifläche Wohnungen und Gewerberäume bauen

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Abs-Grundstücke

Dem Immobilienunternehmer gehören noch zwei Greifswalder Innenstadtgrundstücke. Das ist zum Ersten das Gelände mit der Brandruine der Villa in der Schützenstraße. Zweitens gehört Torsten Abs das Grundstück Karl-Marx-Platz 19.

In Eldena besitzt Abs noch Land in Nachbarschaft des Campingplatzes.

Im Zuge des Flächenabrisses in der DDR waren die Gebäude – darunter einer der Greifswalder Intershops – am Ende des Arbeiter- und Bauernstaates abgerissen worden. Zu der vorgesehenen Neubebauung durch Plattenbauten, wie sie heute die Altstadt mit prägen, ist es nicht mehr gekommen. Auf dem Gelände entwickelte sich im Laufe der Jahre ein kleiner Wald. Es gab schon Stimmen in der Stadt, die sich deshalb für einen Park an dieser Stelle aussprachen. „Die bereits erfolgte Fällung der Bäume war genehmigt“, betont der Sprecher der GmbH. Dafür wurden Ausgleichzahlungen geleistet.

Im März/April sollen die Bodendenkmalpfleger des Landesamtes für Ausgrabungen anrücken. In der Erde befinden sich Fundamente und Mauerreste der früher hier stehenden Gebäude. Der weitere Zeitplan der Quartier Am Ryck GmbH sieht vor, im Spätsommer die Arbeiten für die Tiefgarage zu beginnen. Im Herbst 2018 soll der Hochbau starten. Geplant sind Wohnungen und einige Gewerberäume im Untergeschoss.

Wie sich die Architektur am Beginn des sogenannten Westends genau präsentieren wird, darüber diskutieren Planer und Investoren noch mit der Stadtverwaltung.

Verhinderte Investitionen

Grundstücke in der Greifswalder Innenstadt sind sehr begehrt. Es gibt ausreichend anlagebereites Kapital. 400 Euro je Quadratmeter wurden letztes Jahr für das etwa 1000 Quadratmeter große Grundstück Karl-Marx-Platz 19 (dort stand das ehemalige Kinderheim „Hertha Geffke“) bei einer Zwangsversteigerung geboten. Dazu kommt es, wenn der Kapitaldienst nicht geleistet oder öffentliche Abgaben nicht bezahlt werden. 725000 Euro waren es für die 3600 Quadratmeter des Grundstücks Schützenstraße 5 (mit der Ruine der abgebrannten Villa) im selben Jahr. In beiden Fällen konnte der frühere Greifswalder Immobilienunternehmer Torsten Abs in letzter Minute verhindern, dass das Land an Investoren geht, die wirklich bauen wollten. Denn Torsten Abs hat zwar nach der Wende einigen Immobilienbesitz in Greifswald und Umgebung zusammengerafft, aber nicht ein einziges Haus gebaut oder fertig saniert. Seine Pläne für ein Kaufhaus oder betreute Wohnungen nahe der Jacobikirche blieben Ankündigungen. Abs’ Grundstücke sind indes mit sehr hohen Krediten belastet.

Steigende Grundstückspreise

Erfolgreiche Zwangsversteigerungen führten zum Schrumpfen seines Besitzes, so im Fall der drei Grundstücke an der Jacobikirche. 2012 reichten 258 Euro für einen der 415 Quadratmeter des ersten Abs-Grundstücks. Ersteigerer waren zwei Greifswalder Unternehmer. Dann passierte wieder einige Jahre nichts auf dem Gelände.

In den Jahren danach stiegen die Grundstückspreise weiter an. Auch das belegt das Jacobiquartier. Im Oktober 2016 ersteigerte ein Landwirt aus dem niedersächsischen Cappeln das zweite Grundstück. Er bot zuletzt 270000 Euro für etwa 680 Quadratmeter für (rund 400 Euro je Quadratmeter). Den letzten kleinen Rest bekam der Bauer dann billiger (217 Euro je Quadratmeter). Auch noch sehr viel Geld für eine 1b-Lage, aber ein Zeichen dafür, wie lukrativ der Standort Greifswald derzeit ist.

Eckhard Oberdörfer

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