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Greifswald Bessere Chancen nach Schlaganfall dank Telemedizin
Vorpommern Greifswald Bessere Chancen nach Schlaganfall dank Telemedizin
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05:31 05.10.2015
Dr. Lutz Fischer, Dr. Marie Mennig und Prof. Klaus Hahnenkamp (von links) im Gespräch beim Notärtztetag. Quelle: Eckhard Oberdörfer
Greifswald

Ein Bürger des Kreises Vorpommern-Greifswald hat schlechtere Überlebenschancen als ein Hamburger. „Das sehe ich nicht ein“, kommentierte Prof. Klaus Hahnenkamp, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Notfall- und Schmerzmedzin der Unimedizin, auf dem 23. Notärztetag am Sonnabend im Krupp-Kolleg. Der entscheidende Grund sind die großen Entfernungen im Verglich zur Elbmetropole. Ein Ausweg: der Telenotarzt, ein in Aachen seit eineinhalb Jahren etabliertes System. In über 2700 Einsätzen profitierten Patienten von schneller eingeleiteteter Therapie und besserer Dokumentation. Die nötige Telemedizintechnik inklusive Software liefert die Firma „P3 telehealthcare“, die ihr System in Greifswald vorstellte. Dabei werden Telenotärzte eingesetzt, die auf der Basis vorliegender Daten — inklusive Fotos und Videos — Entscheidungen zur Behandlung treffen. Nach Angaben der Firma ist das System einzigartig in Europa.

„So können beispielsweise unnötige Einsätze unseres Hubschraubers verhindert werden, der womöglich gerade woanders wirklich gebraucht wird“, verdeutlicht Hahnenkamp. Telenotärzte könnten innerhalb von Sekunden zunächst einem Patienten in Löcknitz und dann auf dem Riems helfen. Gerade bei Herzanfällen und Schlaganfällen, wo es auf große Schnelligkeit ankomme, sei das System von großem Vorteil für die Betroffenen.

Derzeit verfügt der Großkreis immerhin über elf Standorte für Notärzte, dazu kommt noch Greifswald. „Im Kreis sind zwölf Notärzte unterwegs“, so Dr. Lutz Fischer, der Leiter des Rettungsdienstes von Vorpommern-Greifswald. Der Arzt komme in der Regel etwas später zum Einsatzort als der Rettungswagen. Im Kreis existieren 23 Rettungswachen.

Fischer ist ein starker Befürworter des Telenotarzt-Dienstes. Zwar seien alle Standorte besetzt, aber es gebe Probleme, das auch in Zukunft für den ländlichen Raum zu gewährleisten. Und in der Fläche gebe es teilweise nur wenige Einsätze für die Kollegen. Auch für die Lösung dieser Probleme könne das neue System hilfreich sein. „Die Patienten kostet es nichts“, betont Hahnenkamp. Die Krankenkassen und das Sozialministerium seien sehr wohlwollend, schätzt er ein. Und der Kreis unterstütze das Telenotarztsystem. „Ich hoffe, dass wir es Ende 2016 einführen können“, sagt Lutz Fischer.



eob

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