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„Bessere Russen“ im Fokus

Greifswald „Bessere Russen“ im Fokus

Lars Karl ist Experte für das neue Kosakentum und forscht am Krupp-Kolleg

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Der Historiker Lars Karl in seinem Büro.

Quelle: Eckhard Oberdörfer

Greifswald. Nach dem Zerfall der Sowjetunion sind die Kosaken wieder da. Tapfere, freie Reiterkrieger, wie man sie beispielsweise aus Werken von Lew Tolstoi (Die Kosaken) und Michail Scholochow (Der stille Don) kennt. Trinkfeste Männer in malerischen Uniformen, einst dem Zaren und jetzt dem Präsidenten ergeben und auf jeden Fall Mitglieder der orthodoxen Kirche, so die landläufige Vorstellung. Zum Beginn der 1990er-Jahre wurden wieder Kosakenvereinigungen gegründet. Über eine Million trugen sich in das seit über zehn Jahren bestehende Kosakenregister ein. Wie einst organisieren sie sich wieder in Heeren, leben vor allem im Kuban-Distrikt im nördlichen Kaukasus und an den Flüssen Don und Terek.

„Leben die Kosaken, lebt Russland! Es gibt kein Russland ohne Kosaken und es gibt keine Kosaken ohne Russland“, hat vor 20 Jahren der „Oberste Ataman des Bundes der Kosakenheere Russlands und des Auslandes“ ein Sprichwort zitiert. Über  die „besseren Russen“ wird  in Greifswald geforscht. Der Russlandexperte Lars Karl ist Gastwissenschaftler am Krupp-Kolleg und schreibt an einem Buch übers neue Kosakentum. Der promovierte Historiker ist seit 2011 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Geisteswissenschaftlichen Zentrum für Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas an der Uni Leipzig.

„Die Kosaken verfolgen mich seit 20 Jahren“, erzählt Karl. „Ich habe schon während des Studiums der osteuropäischen Geschichte in Tübingen über sie  gearbeitet.“ Sein Betreuer wusste das und vermittelte seinen Studenten als Experten für ein halbes Jahr an den Süddeutschen Rundfunk. Lars Karl hat in Stuttgart an dem Dokumentarfilm „Bauernkrieger unter dem Doppeladler“ mitgewirkt.

Die sogenannte Wiedergeburt des Kosakentums hänge eng mit dem von Präsident Wladimir Putin und anderen propagierten russischen  Patriotismus zusammen. Bei den Auseinandersetzungen mit der Ukraine seien sie „die Speerspitze der Intervention“ gewesen. Schon im Streit um Südossetien und Transnistrien — Abspaltungen von Georgien beziehungsweise der Republik Moldau von Russlands Gnaden —  waren die Kosaken als Freischärler im Einsatz.

Ob die Kosaken indes eine eigene Nation seien, sei höchst umstritten, sagt Karl. Sie sind in mehreren, teils überregionalen Verbänden unterschiedlicher politischer Ausrichtung organisiert. Bis zu sieben Millionen Menschen in Russland sehen sich heute als Kosaken oder Kosakennachfahren an. eob

Lars Karl spricht heute um 18 Uhr im Krupp-Kolleg über Identitätskonzepte der russländischen Kosakenbewegung zwischen Slawentum, Nation und Imperium

OZ

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