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Greifswald Bewegliche Ferientage: Stress für Eltern
Vorpommern Greifswald Bewegliche Ferientage: Stress für Eltern
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00:00 22.03.2013
Schulleiterin Angela Leddin fordert bei der Planung Rücksicht auf Eltern wie Stefan Schröder: Der hat drei Kinder an zwei Schulen. Quelle: P.Binder
Greifswald

Endlich Ferien! Das klingt nach Erholung. Doch für Familienväter wie Stefan Schröder aus Greifswald sind sie „das größte Problem der Schulzeit“. Besonders die drei beweglichen Ferientage. Drei Kinder an zwei verschiedenen Schulen hat Schröder, das jüngste an der Kollwitz- , die beiden älteren an der Arndtschule. „Im vergangenen Jahr lagen ihre beweglichen Ferientage komplett unterschiedlich“, erzählt der 42-Jährige. Ständig standen er und seine Frau, beide berufstätig, wieder vor der Situation: Zwei der Kinder mussten zum Unterricht, das dritte hatte frei. Stress für die Familie.

2013/14 könnte es ähnlich werden. In den kommenden Wochen darf wieder jede Schule für sich entscheiden, ob sie die drei beweglichen Ferientage im Herbst platziert, lieber rund um Pfingsten, im Mai, Juni oder ganz woanders. Nach Meinung von Angela Leddin, Leiterin der Arndtschule, ein Problem — nicht nur für die Schröders. „Das Thema regt Eltern sehr auf, denn meistens muss sich doch ein Elternteil freinehmen, um das eine Kind zu Hause zu betreuten“, sagt sie. Auch für Lehrer, die an verschiedenen Schulen unterrichteten, sei die Situation ungünstig. Im Greifswalder Bildungsausschuss schlug sie deshalb vor: Die Stadt als Träger der Schulen sollte auf einheitliche Termine hinwirken.

Die aber verweist auf die Freiheit der Schulen. Und wären festgelegte bewegliche Ferientage nicht ein Widerspruch in sich? So sieht es Bernd Albrecht, Leiter des Jahn-Gymnasiums. „Diese Termine sind variabel, um schulspezifische Besonderheiten zu berücksichtigen“, argumentiert er. „Dazu gehören etwa schulinterne Fortbildungen.“ Albrecht nutzt zwei der beweglichen Ferientage auch gern, um seinen Lehrern zwischen den Oktober- und den Weihnachtsferien noch etwas Erholung und Extra-Zeit für das Korrigieren schriftlicher Arbeiten zu geben. Die anderen Schulen bevorzugten meist andere Termine, sagt er. „Ich glaube aber, dass weit mehr als 80 Prozent der Elternhäuser mit der jetzigen Regelung sehr gut leben können.“

Der frühere Stadtelternrat Greifswald hat bis zur Kreisgebietsreform immer wieder für eine Vereinheitlichung gekämpft. Auch vom Landkreis komme das Signal, dass dieser Schritt sinnvoll sei, sagt Angela Leddin — um Kosten bei den Schulbussen zu sparen. Aus genau diesem Grund legen auch die drei Schulen in Gützkow schon seit Jahren die drei beweglichen Ferientage gemeinsam fest. „Wir machen das telefonisch und das klappt gut“, berichtet die stellvertretende Leiterin der Regionalen Peenetal-Schule, Regina Rieck.

In Greifswald scheint sich in diesem Jahr zumindest ein Teil der Schulen ebenfalls abstimmen zu wollen, darunter auch die Fischer- und die Caspar-David-Friedrich-Schule. Bernt Petschaelis, Leiter des städtischen Schulverwaltungsamtes, hat per Mail eine Empfehlung für die drei Ferientage an alle Greifswalder Schulen verschickt — den Vorschlag der Fischerschule. „Wir können vom Schulgesetz her aber niemanden dazu verdonnern, sich daran zu halten“, betont er. Angela Leddin ist trotzdem zuversichtlich: „Diese Tage dürften vielen Schulen passen.“

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Land empfiehlt Einigung
In Mecklenburg-Vorpommern hat grundsätzlich jede allgemeinbildende Schule das Recht, die drei beweglichen Ferientage pro Schulahr autonom festzulegen. So steht es in der Ferienverordnung des Landes. In dem Papier heißt es aber auch: „In Gemeinden mit mehreren allgemeinbildenden Schulen sollten die Termine der beweglichen Ferientage möglichst einheitlich sein.“

Greifswald hält sich bisher nicht an diese Empfehlung. Seit Jahren drängen Elternvertreter auf eine Änderung.

Sybille Marx

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