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Bildungskarte bei Eltern im Kreis immer beliebter

Greifswald Bildungskarte bei Eltern im Kreis immer beliebter

Kinder und Jugendliche kamen 2016 in den Genuss von 3,1 Millionen Euro

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Auch Kinder aus bedürftigen Familien sollen ein warmes Mittagessen bekommen. Die Bildungskarte macht’s möglich.

Quelle: Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Greifswald. Die Bildungskarte hat sich im Landkreis Vorpommern- Greifswald als feste Stütze für bedürftige Familien etabliert. Im vergangenen Jahr nutzten 9545 Antragsteller das elektronische Ticket, mit dem Kinder und Jugendliche Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket in Anspruch nehmen können. Dabei handelt es sich um ein seit sieben Jahren bewährtes Förderprogramm des Bundes. Die Resonanz steigt jährlich. 2014 waren im Landkreis noch 9368 Bildungskarten aktiviert, im Jahr darauf bereits 9457.

Allein im vorigen Jahr hat der Landkreis 3,1 Millionen Euro aus diesem Bundestopf abgeschöpft. „Das war rund eine halbe Million Euro mehr als 2015“, sagt Andrea Leffler, zuständige Sachgebietsleiterin in der Kreisverwaltung. Das Bildungspaket beinhalte ganz unterschiedliche, sehr kleinteilige Leistungen. „Es geht zum Beispiel um Zuschüsse für das Mittagessen der Kinder in Kita und Schule, um eintägige Ausflüge und mehrtägige Klassenfahrten, um die Mitgliedschaft in einem Sportverein oder die Musikschulgebühren“, nennt Leffler einige Beispiele. Denn kein Kind soll von Freizeit- und Kulturangeboten ausgeschlossen sein, nur weil es der Geldbeutel der Eltern nicht hergebe.

Wer in den Genuss dieser Zuschüsse gelangen kann, sei genau geregelt, betont Kreismitarbeiterin Ulrike Haß-Bansemer. Es handele sich um Kinder und Jugendliche aus Familien, die Sozialgeld oder Arbeitslosengeld II bzw. Sozialhilfe beziehen, den Kinderzuschlag oder Wohngeld erhalten. Auch Kinder mit Asylbewerberleistungen seien anspruchsberechtigt.

Galt das Antragsverfahren mit der Einführung des Bildungs- und Teilhabepakets 2011 noch als bürokratisch und aufwändig, sei jetzt manches einfacher und habe sich eingespielt, so Leffler. Viele Eltern seien mittlerweile gut informiert und würden die Unterstützung seit Jahren in Anspruch nehmen. Wer Fragen habe, könne sich in Greifswald, Wolgast oder Pasewalk beraten lassen. Es gibt Infoflyer in fünf Sprachen. „Auch die Kitas und Schulen, Vereine und Einrichtungen wissen gut über dieses Angebot Bescheid und achten darauf, dass Eltern rechtzeitig die Folgeanträge stellen“, sagt Andrea Leffler.

So kommt es, dass auch die Zahl der Anträge auf Unterstützung von Jahr zu Jahr steige: Waren es 2014 noch rund 22000, erhöhte sich die Zahl im vorigen Jahr auf über 25000. „Die meisten betreffen jedes Jahr die Mittagsverpflegung. 2016 waren das 9740 Anträge“, sagt Ulrike Haß-Bansemer. Allein diese Zuschüsse umfassten 1,14 Millionen Euro. In der Regel müssen die anspruchsberechtigten Familien nur einen Euro pro Mahlzeit zahlen. Dieser Eigenanteil entfalle ganz, sofern die Eltern aufgrund ihrer finanziellen Situation auch keine Kitagebühr zahlen müssen.

Stark im Kommen sei die Lernförderung: 2014 gab es im Kreis lediglich 525 Anträge auf Unterstützung der Nachhilfe, 2016 waren es bereits 1080 Anträge mit einem Finanzvolumen von 970000 Euro.

„Voraussetzung dafür ist, dass die Schule den Förderbedarf des Kindes bescheinigt“, bemerkt Haß- Bansemer. Zugleich nutzten immer mehr Familien die Chance, einen Zuschuss für Klassenfahrten und Ausflüge zu erhalten. Dabei handele es sich in der Regel jeweils um zwei- oder dreistellige Beträge. Außerdem erhielten bedürftige Kinder und Jugendliche pro Schuljahr 100 Euro für Lernmaterialien wie Schulhefte und Tuschkasten. „Wobei diese Leistung nicht der Kreis, sondern von Amts wegen die Jobcenter erbringen“, erwähnt Sachgebietsleiterin Andrea Leffler. In einigen wenigen Fällen würde mit der Bildungskarte auch die Schülerbeförderung unterstützt, 2016 waren das 80 Anträge.

Bund fördert Nachhilfe, Mittag, Sport- und Kulturangebote

3,1 Millionen Euro wurden 2016 in Vorpommern-Greifswald über die Bildungskarten an Kinder und Jugendliche ausgegeben. Die Mittagsverpflegung stand mit 1,14 Millionen Euro an erster Stelle, gefolgt von der Lernförderung mit 970000 Euro. Das Geld gibt der Bund.

Die Bildungskarte ist ein elektronisches Ticket. Der Kreis bucht hier je nach bewilligten Anträgen das Budget für bestimmte Leistungen auf. Der Anbieter – im Kreis sind es über 600 Partner – bucht nach erbrachter Leistung ab. Der Karteninhaber kann anhand der Nummer jederzeit im Internet einsehen, wie viel Geld ihm noch zur Verfügung steht.

9545 Personen beantragten 2016 in Vorpommern-Greifswald Leistungen aus dem Bildungspaket. 2013 waren es 9409 Heranwachsende , die das Ticket für Mittagessen, Nachhilfe, Kultur- oder Sportangebote nutzten.

Anträge/Infos: Service.but@ kreis-vg.de; www.kreis-vg.de

Petra Hase

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