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Greifswald Bitkoeppe und IT-Schwimmunterricht als Nachwuchsförderung
Vorpommern Greifswald Bitkoeppe und IT-Schwimmunterricht als Nachwuchsförderung
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11:13 23.01.2019
Die BitKoeppe sind ein Computerclub für Schüler ab der fünften Klasse. Die IT-Lagune fördert damit den Nachwuchs. Quelle: privat
Stralsund

Das Fachkräfte-Problem in der IT-Branche ist groß. Deutschlandweit gibt es aktuell etwa 82 000 freie Stellen, heißt es vom Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien. „Weil wir schon zu wenig Studenten haben, müssen wir uns vor allem um die Schüler kümmern“, sagt Mario Gleichmann vom Stralsunder Verein IT-Lagune. „In einer durchschnittlichen Schulklasse hast du maximal einen dabei, der ein bisschen mehr macht als nur Computerspiele“, sagt er. „Die Schüler bekommen einfach kein Gefühl dafür, was IT ist“, sagt der Geschäftsführer Lars Lifson. In den Schulen liege der Fokus auf Word und Excel.

Daher hat die IT-Lagune mit dem Projekt „Bitkoeppe“ eine außerschulische Lerngruppe für Kinder ab der fünften Klasse ins Leben gerufen. „Man muss sich das vorstellen wie Fußball oder Musikschule“, sagt Mario Gleichmann. Einmal wöchentlich lernen die Jüngsten an der Stralsunder Hochschule alles über die Programmiersprache Java, über Webentwicklung, das Internet oder Sicherheit im Netz.

Zusammenarbeit mit den Schulen

Und auch mit den Schulen selbst steht die IT-Lagune in engem Austausch. In Arbeitskreisen, sogenannten Innovation Communities, diskutieren Lehrer, Schulleiter und IT-Experten gemeinsam, welche Ausstattung für Klassenräume Sinn macht. Die fünf Milliarden Euro, die von der Bundesregierung jetzt für die Digitalisierung der Schulen versprochen wurden, hält Mario Gleichmann für längst nicht ausreichend. „Wenn man das auf die Schulen runterrechnet, sind das 150 000 Euro für jede Schule“, sagt er. „Und das braucht man alleine schon für den Innenausbau.“ Aber einen Laptop für jeden Schüler anzuschaffen, hält er sowieso für großen Quatsch. „Zwei Jahre später sind die schon wieder alt.“ Für sinnvoller erachtet der Experte den Ansatz „bring your own device“ (dt.: bringe dein eigenes Gerät mit). Mit einer Software kann der Lehrer dann entscheiden, was der jeweilige Schüler auf seinem Gerät machen kann, solange er im Netzwerk der Schule surft. „Facebook zum Beispiel könnte man dann abschalten“, sagt Mario Gleichmann.

Lehrer nutzen die Ausstattung der Hochschule

Nicht jede Schule kann technisch voll ausgestattete Räume bereitstellen. „Das ist genauso wenig bezahlbar wie eine Schwimmhalle für jede Schule“, gibt Mario Gleichmann zu. Daher bietet die IT-Lagune den so genannten IT-Schwimmunterricht an. Dabei gehen die Informatiklehrer mit ihren Schülern an die Hochschule und können die dort vorhandene Technik für den Unterricht nutzen. „Prototypisch läuft das gerade mit zwei Schulen“, sagt Mario Gleichmann. Teilweise können die Pädagogen dabei auch auf die fachliche Unterstützung von den Professoren zurückgreifen. „Wir müssen den Schülern einfach begreiflich machen, dass die IT ein zukunftsträchtiges Feld ist“, sagt Lars Lifson.

Mehr lesen: Das Potenzial in der IT-Branche ist groß.

Dana Frohbös

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