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Greifswald Blutspende: Ansturm dank Pokémon Go
Vorpommern Greifswald Blutspende: Ansturm dank Pokémon Go
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00:01 29.07.2016
Dirk Wulf (vorn) ist angehender Lehrer, Florian Helmstädt wird Krankenpfleger. Beide eint die Liebe zu den Pokémons, die sie schon aus Kindertagen kennen. Schwester Konstance Gertz findet es lustig, sie überwacht die Blutspende der beiden. Quelle: Peter Binder

„Sommer, Sonne, Leben retten“ – das ist das Motto der großen Sommeraktion der Blutspende Greifswald. Allerdings: In diesen Tagen fehlt noch ein Bestandteil.

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Spender kauft Lockmodule und wirbt damit um neue Helfer / Junge Leute finden die Idee toll

Richtig müsste es heißen: „Leben retten dank Pokémon Go“.

Weil momentan vor allem junge Leute wie besessen auf ihr Handy starren, um in der realen Welt ja keinen der virtuell einzufangenden Pokémons zu verpassen, kam ein Blutspender auf eine glorreiche Idee. „Die schwarze Madonna, die Skulptur direkt am Eingang des Eltern-Kind-Zentrums der Unimedizin, ist in Greifswald einer der öffentlichen Plätze zum Pokémonfangen – ein Pokéstop. Direkt daneben befindet sich der Eingang zur Blutspende“, schildert Mitarbeiter Ulf Alpen. Um Fans des neuen Computerspiels für den guten Zweck zu begeistern, hat der Mann sogenannte Lockmodule gekauft und sie in dieser Woche zu festgelegten Zeiten in der Blutspende freigesetzt. Dann konnten die Spieler besonders viele der Tierchen fangen. „Was für eine glückliche Fügung“, findet Alpen.

Auf der Facebookseite der Blutspende wurden die Zeiten bekanntgegeben, wo die Spieler sehr viele Pokémons ergattern können. Doch haben das tatsächlich potenzielle neue Spender gelesen? Ulf Alpen nickt. „Am Dienstag kamen mehrere junge Leute extra hierher“, so Alpen. Genau das ist für ihn das Supertolle an der Pokémon-Manie: Neue Spender zu gewinnen und andere ans Spenden zu erinnern. „Wir brauchen diese Unterstützung, im Sommer ist die Zahl der Spender geringer“, sagt er. Viele seien im Urlaub, die Studenten haben Prüfungen und Praktikum. Der Bedarf ist aber genauso hoch wie im Frühjahr oder Herbst.

Dennis Urban ist so ein „Neuer“. Der 22-Jährige daddelt auf seinem Handy, während er darauf wartet, angezapft zu werden. „Ich komme aus Brandenburg und studiere in Güstrow an der Polizeischule. Dort gehe ich auch zur Blutspende. Jetzt mache ich mein Praktikum in Greifswald – und spende wegen der Pokémons auch hier“, sagt er. Als Kind habe er die Tierchen geliebt. Gameboy, Karten: Er habe alles besessen. Neben ihm lacht Nicola Schuster, die ebenfalls immer aufs Handy schaut. Die Studentin ist bereits Blutspenderin. „Auch ich kenne Pokémon aus Kindertagen“, so die angehende Molekularbiologin. Dirk Wulf hat sich ebenfalls anlocken lassen. „Ich habe es auf Facebook gelesen, dass die Blutspende im Poké-Fieber ist und in meiner Chatgruppe gehört“, verrät er. Der 26-Jährige will Lehrer für Geografie werden. Wie passt Pokémon dahin? „Ich muss als Lehrer doch wissen, womit sich die Kinde im Unterricht so beschäftigen“, meint er trocken und lacht. Genauso wichtig ist für ihn: „Es ist eine wundervolle Kindheitserinnerung. Von den Filmen habe ich keinen verpasst. Und jetzt haben mich die kleinen Biester ans Blutspenden erinnert – toll“, freut er sich. Seinem Nebenmann, dem angehenden Krankenpfleger Florian Helmstädt (19) geht es ähnlich. „Ohne das Spiel wäre ich heute nicht hier“.

Ulf Alpen und die Mitarbeiter der Blutspende hoffen, dass es auch heute dank der Spieler wieder voll wird im Wartesaal. Denn von 9.30 bis 10.30 Uhr sind noch einmal die Lockmodule an der Reihe...

„Und dann beginnt unsere Sommeraktion, die hoffentlich genauso erfolgreich Spender anlockt wie die Pokémons“, wirbt Ulf Alpen.

Sommeraktion

1500 Spender kommen derzeit monatlich ins Greifswalder Blutspendezentrum. Gebraucht würden mindestens 1800 Spender.

9500 Menschen in der Hansestadt kommen regelmäßig jährlich zur Blutspende. Manche spenden auch zweimal oder mehr.

Sommer, Sonne, Leben retten – so heißt die Sommeraktion der Blutspende, bei der Partner für alle Spender gutscheine zur Verfügung stellen. Dazu gehören das Eiscafé Florence, die Salzgrotte Alwine, das Restaurant Poro, der dm-Drogeriemarkt, die Sparkasse Vorpommern und der Expert-Markt.

Cornelia Meerkatz

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