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Greifswald Boddenschwimmen schon 100 Jahre alt?
Vorpommern Greifswald Boddenschwimmen schon 100 Jahre alt?
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00:05 11.07.2016
Der Start der Boddenschwimmer erfolgt traditionsgemäß vom Strandbad Ludwigsburg aus. Quelle: Peter Binder

1921 wird in der Greifswalder Zeitung erstmals offiziell auf ein „Schwimmen quer durch die Dänische Wiek“ hingewiesen. Da Tage später vom „diesjährigen Schwimmen“ die Rede ist, könnte der Wettbewerb älter sein, meint Dietlind Behnke, die bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich ist. 1915 gründete der Greifswalder Turnerbund eine Schwimmabteilung. Vielleicht gab es im Gründungsjahr einen Schwimmertag und damit ein Dauerschwimmen, so Behnke. Der Sieger des Jahres 1921 benötigte 57 Minuten für die 2,6 Kilometer lange Strecke. 1922 ließ die einzige Frau bei nur drei Startern zwei Männer hinter sich. Diese mussten sogar von den Begleitbooten aufgenommen werden. Kommentatoren meinten, dass Damen im Dauerschwimmen Hervorragendes leisten könnten. In den nächsten Jahren war das Langstreckenschwimmen in das jährliche Schwimmfest des Turnerbundes eingebunden. Dazu gehörten auch Brust-, Rücken- und Beliebigschwimmen sowie Wasserball. Später kamen Turmspringen, Tauchen und Rettungsschwimmen hinzu. Wer keinem Turnverein angehörte, startete außerhalb der Konkurrenz.

1935 musste jeder Starter selbst ein Begleitboot stellen, weil diese Boote knapp waren. In den 1930er Jahren übernahm der Ausschuss für Leibesübungen Greifswald die Durchführung des „Wiekschwimmens“.

Der Wettkampf war Teil der Greifswalder Meisterschaften, bestehend aus Waldlauf, Straßen-Staffellauf und den Meisterschaften auf der Kampfbahn und in der Turnhalle. Wer 1936 an den Start gehen wollte, was in dem Jahr bereits 46 Wagemutige taten, musste ein Startgeld von neun Pfennig zahlen. Nach dem Zweiten Weltkrieg, am 31. Juli 1947, meldete die Landeszeitung, dass man der Bevölkerung momentan keine lange Strecke zumuten wolle. Erst mit dem Fischerfest 1960 lebte Greifswalds altes Langstreckenschwimmen wieder auf, und zwar unter seinem heutigen Namen „Boddenschwimmen“.

Zusammen mit dem Ryckhangeln gehörte es zum sportlichen Höhepunkt des Festes. Auch einen Wanderpokal gab es in den 1960er Jahren. Gestartet wurde in Altersklassen. Ulrike Malzahn gewann unter ihrem Mädchennamen Gierig dreimal hintereinander das Boddenschwimmen und durfte ihren Wanderpokal behalten, so Behnke.

In den 1970er Jahren wurde es still um das Boddenschwimmen. Erst am 30. Juli 1987 meldete die OZ, dass die Boddenschwimmen-Premiere wegen niedriger Wassertemperaturen ausfallen musste. Am 18. Juli 1988 ging es dann als sportlicher Höhepunkt des Fischerfestes, per Kraul oder Brust, durch die Dänische Wiek. 65 Wasserratten nahmen teil.

OZ

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