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Greifswald Botanikerschatz: 4000 historische Fotos
Vorpommern Greifswald Botanikerschatz: 4000 historische Fotos
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00:00 29.08.2016

Die umfangreichen Sammlungen des Instituts für Botanik und Landschaftsökologie müssen keinen Vergleich scheuen. 214 bestens erhaltene, exakte Modelle des „Arnoldischen Obstcabinets“ sind sogar ein „echtes Goldstück“, sagt Kustos Peter König. Sie wurden zwischen 1856 bis 1899 in Gotha gefertigt. Angeschafft wurden die Obstmodelle von Julius Münter (1815 bis 1885), seit 1849 Professor in Greifswald. Er lehrte auch an der Landwirtschaftlichen Akademie Eldena, an der Obstbau unterrichtet wurde.

Um 1850 wurde das Botanische Museum gegründet. 2013 zog es von der Grimmer Straße 86 in dieSoldmannstraße, in die frühere Kinderklinik. Schon Münter schaffte Schränke für die Exponate an. Einige sind noch vorhanden. Leider fehle Platz in den Gebäuden in der Soldmannstraße, bedauert der Kustos. Daher könnten die Schränke nicht wieder aufgestellt werden. Die meisten Exponate des Botanischen Museums lagern bis zur Fertigstellung des Hörsaalgebäudes in der Soldmannstraße in Umzugskisten. Ausgewählte Stücke in einem Unischauhaus in der Alten Physik zu zeigen, wäre wünschenswert, sagt König. Solche Pläne gibt es (die OZ berichtete).

Ein zweiter wahrer Schatz der Lehrsammlung sind die 120 botanischenWandtafeln des Berliners Carl Ignaz Leopold Kny. Sie stammen aus der Zeit um 1900. Die Tafeln sind handkolorierte Lithografien, die mikroskopische Detailzeichnungen von Pflanzenteilen und -zellen zeigen. Duplikate schmücken übrigens die Wände in der Frauenklinik. Sowohl Obstmodelle als auch Knysche Tafeln wurden im Zuge der laufenden Digitalisierung wissenschaftlicher Sammlungen der Uni erfasst und können im Internet eingesehen werden.

Insgesamt besitzt das Institut etwa 1000 botanische Wandtafeln, die zwischen 1883 und 1930 beschafft wurden, berichtet Henry Witt. Der geschichtsinteressierte Biologe war dabei, als aus Anlass des Umzuges die Sammlungen genauer gesichtet wurden. „1887 bis 1985 gab es in Greifswald Zeichner, die nach Anleitung Lehrmitteltafeln fertigten“, erzählt er.

Ein weiteres Highlight des Botanischen Museums ist das Herbarium mit rund 300000 Belegen, darunter ausgestorbene und vom Aussterben bedrohte Pflanzen, ist die größte Sammlung ihrer Art in MV.

Aber es gibt noch viel, viel mehr. Modelle von Blüten, eine Kollektion von Holzarten und die aus Samen und Pflanzenteilen bestehende „Französische Colonial-Sammlung“ beispielsweise. „In der DDR wurde nichts weggeworfen“, so König. Vieles wurde auf dem Boden eingelagert. Kleinere Studentengruppen erleichterten in der DDR den Unterricht an den Exponaten.

„Es gibt zum Beispiel noch eine Kollektion alter Geräte, die zum Teil durch im Hause angestellte Feinmechaniker angefertigt wurden“, erzählt Witt. Es gebe außerdem 4000 Plattenfotos aus den Jahren 1904 bis 1956. „Bei der genauen Betrachtung zeigte sich, das sich in dieser Sammlungen Aufnahmen befinden, die zu früheren Vorlesungen gehören“, berichtet Witt. So hielt Professor Robert Bauch 1949/50 die erste Vorlesung zum Naturschutz. Er stellte Umweltsünden und prachtvolle Natur in Bildern gegenüber. Dazu gehören 58 Fotos. Bauch fotografierte 1934 auch slawische Burgwälle. 50 zugehörige Platten blieben erhalten. Bauch ging es besonders um Relikte von Kulturpflanzen aus der Zeit, als die Burgwälle bewohnt waren.

Einem Geologen namens Jurasky verdankt die Botanik ferner 63 Bilder von Hiddensee, Vilm und der Greifswalder Umgebung aus den Jahren 1904 bis 1956.

Eckhard Oberdörfer

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