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Greifswald Botschafter für ein gesünderes Klima
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04:32 12.03.2013
Die Architektur-Studenten der Universität Juan Misael Saracho in Tarija konnten die einzelnen Bauetappen mitverfolgen. Klaus Kretschmer (mit weißem Basecap) führte ihnen die Vorteile des Einsatzes natürlicher Baustoffe und deren effektive Verarbeitung vor Quelle: Klaus Kretschmer

Morgen beginnt für Klaus Kretschmer ein neues Abenteuer. Vor ihm liegt eine 30- stündige Reise nach Bolivien. Seit 2007 ist dies sein vierter Südamerika-Aufenthalt.

„Bolivien hat eine reizvolle Landschaft und warmherzige Menschen“, schwärmt der Wolgaster. „In kürzester Zeit findet man dort mehr Freunde als man in Deutschland hat.“ Auch die Ursprünglichkeit des Anden-Staates hat es ihm angetan. „Die Ureinwohner stellen mit 80 Prozent den größten Bevölkerungsanteil. Die Menschen dort bewahren ihre Kultur und wollen sich vom Westen nicht vereinnahmen lassen.“

Dem 60-jährigen Schiffbau-Ingenieur aus Pommern imponiert dies. Dennoch sorgt er sich um sein Gastgebervolk, bei dem er allein im Jahr 2010 sechs Monate verbracht hat. In der südbolivianischen Provinzstadt Tarija sorgte er damals für Aufsehen. Auf dem Campus der Universität stampfte er ein Lehmhäuschen aus dem Boden. „Das Modellhaus auf einem Fundament aus Feldsteinen und Mörtel besteht aus luftgetrockneten Lehmziegeln und Lehmstampfwänden.“

Aufmerksam beobachteten die Architekturstudenten das Geschehen, zumal Kretschmer traditionelle Bauweisen und -materialien einsetzte. „Lehm war in Bolivien früher der gängige Baustoff. Er droht nun aber von Beton und Stahl verdrängt zu werden“, berichtet er. Mit negativen Folgen: Aus natürlichem Lehm hergestellte Hauswände könnten Luftfeuchtigkeit aufnehmen bzw. abgeben. Beton habe diese Eigenschaft nicht. Die Feuchtigkeit kondensiere an den Wänden, was letztlich zu Schimmelbildung und gefährlichen Sporen in der Atemluft führe.

„Dass zu den Studenten jemand aus Westeuropa kommt und ihnen die Vorteile ihrer eigenen traditionellen Baumaterialien erklärt und vor Augen führt, sorgt bei den Bolivianern für Eindruck“, sagt Kretschmer, der sich seit 2001 auf Baubiologie spezialisiert hat. Während seines Bolivien-Einsatzes 2010 inspirierte er nicht nur die Studenten von Tarija. Im Oktober desselben Jahres war die Universität Juan Misael Saracho Ausrichter der Arquisur-Konferenz, die Architekten unterschiedlicher südamerikanischer Länder zusammenführt. Das Thema des Kongresses konnte passender nicht sein. Es lautete: „Die Lehre für eine nachhaltige Architektur“.

Das Ziel seiner diesjährigen Reise ist das bolivianische Hochtal Cajamarca. Auf einem 3000 Meter über dem Meeresspiel liegenden Plateau gelang vor gut 20 Jahren ein ungewöhnliches Projekt. Wo vorher nur Gras wuchs, stehen heute nach erfolgreicher Aufforstung Kiefern, Eukalyptus, Eichen und Kownia-Bäume. „Bauernfamilien können sich künftig als Forstwirte und Nutzer des sich bildenden Humusbodens u.a. für den Gemüseanbau betätigen“, erzählt der Wolgaster. Er will vor Ort helfen, den Betreffenden Grundlagen für neue berufliche Existenzen zu vermitteln. Erfahrungen hierfür sammelte Kretschmer 2012 beim „Bergwaldprojekt“ im Oberharz. „Hier wird in der Nähe des Brocken eine kranke und schadhafte Nadelwaldkultur schrittweise in einen Mischwald umgewandelt und so, abseits der großen Medien, ebenfalls Neuland beschritten.“

Projekt in Cajamarca
1980 wurde damit begonnen, auf dem Hochtal von Cajamarca ein Waldgebiet einzurichten. Von hier aus führt ein 30 Kilometer langer Wasserkanal, der aus vielen Quellen der Kordilleren im Hochtal gespeist wird und der Wasserversorgung für etwa 300 000 Einwohner in der Hauptstadt Sucre dient.


Im Interesse einer nachhaltigen

Wasserversorgung wurden nach und nach 87 Hektar Bergabhänge gekauft und aufgeforstet.

www.cajamarca-bolivien.de

Tom Schröter

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