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Greifswald Box-Symbolik und ideologische Grabenkämpfe
Vorpommern Greifswald Box-Symbolik und ideologische Grabenkämpfe
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00:00 17.11.2016

. Die jüngste Mahnwache vom Montagabend ist zwar Geschichte, der ideologische Konflikt zwischen den beteiligten Landtagsmitgliedern der Linken, weiteren Initiativen und dem Vorstand der Bürgerinitiative pro Kreiskrankenhaus hält indes unvermindert scharf an. Linkenfraktionschefin Simone Oldenburg wirft der BI vor, sich der Unterstützung rechtspopulistischer Kräfte, darunter solcher der AfD, zu bedienen. Die Kritik der Linken zielt vor allem auf die maßgebliche Beteiligung von Mitgliedern der Gruppe „Frieden, Freiheit, Demokratie, Gerechtigkeit“ (FFDG) an den Wolgaster Demonstrationen und Mahnwachen für den Erhalt des Kreiskrankenhauses. Der Greifswalder FFDG-Sprecher Norbert Kühl, der auf der jüngsten Großdemo als Redner und Koordinator des Programmes auf der B 111 auftrat, soll laut Oldenburg in der Vergangenheit unter anderem von „Rassenkrieg“ und „Reinhaltung der Blutlinien“ gesprochen haben. Eine Zusammenarbeit mit Leuten, die menschenverachtend und „rassistisch hetzen“, verbiete sich.

Kühl wies im Gespräch mit dieser Zeitung die Vorwürfe zurück. Es gebe weder Anzeigen gegen ihn, noch irgendwelche strafrechtlich relevanten Ermittlungsergebnisse. Er denke sozial und handele mehr links als mancher Linke.

Oldenburg und ihre Schweriner Genossen fordern von der BI explizit, sich von der FFDG klar zu distanzieren. Das lehnen Kieser & Co. aber prinzipiell ab. Laut BI-Vorstand Lars Bergemann gehe es um die Sache, nicht aber um irgendwelche ideologischen „roten Linien“. Er kritisiert, dass die Landtagsabgeordneten am Montagabend nicht einmal den Versuch gemacht hätten, mit FFDG-Leuten ins Gespräch zu kommen.

Auf Nachfrage bestätigte er OZ-Informationen, dass es neben kleineren Geldspenden von Sympathisanten zuletzt auch das Angebot eines AfD-Mitgliedes von der Insel gegeben habe, mehrere Großbanner für etwa 400 Euro zu finanzieren. Darin sehe der BI-Vorstand nichts Verwerfliches.

Unverblümte Kritik an dieser Haltung kam gestern allerdings auch vom Bündnis „Greifswald für alle“. In einem umfangreichen Statement warf Gregor Kochhan der BI-Spitze vor, dass diese Haltung erlaube, dass „Fremdenfeindlichkeit und offener Rassismus“ in die Mitte der Gesellschaft gelangen. Bezogen auf die Demo am 3. November ist für ihn offensichtlich, dass hinter der Dramaturgie des Ablaufs System stecke. AfD-Mann Weber sei als letzter und Hauptredner top platziert worden. Von der BI erwartet Kochhan eine Stellungnahme zu ihrem Verhalten bis zum 23. November.

Steffen Adler

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