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Brandserie: Polizisten ermitteln auf Hochtouren

Greifswald Brandserie: Polizisten ermitteln auf Hochtouren

Sorge um zwei historische wertvolle Häuser, die in Flammen aufgingen.

Greifswald. . Die Kriminalpolizei ermittelt auf Hochtouren: Bislang gibt es keine heiße Spur zu dem Täter oder der Tätergruppe, die für die Brandserie in Greifswald verantwortlich ist. Bis zu 20 seit März gelegte Brände könnten auf das Konto des Feuerteufels gehen. Der letzte Brand vom Sonnabend soll jedoch nicht Bestandteil der Serie sein. „Die Art, wie die Tat begangen wurde, passt nicht zu den anderen“, sagt Polizeisprecher Axel Falkenberg. Unbekannte hatten im Dubnaring ein Fahrrad in einem Kellerraum angezündet (die OZ berichtete).

OZ-Bild

Sorge um zwei historische wertvolle Häuser, die in Flammen aufgingen.

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In der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag der Vorwoche waren insgesamt vier Feuer gelegt worden. Drei Wochen zuvor brannte es innerhalb von drei Stunden an fünf verschiedenen Stellen in der Nacht. Bereits zum zweiten Mal bestand akute Gefahr für Anwohner. Beim Brand auf dem Recyclinghof an der Steinbecker Brücke mussten 20 Anwohner evakuiert werden. Auch beim Feuer im dicht bewohnten Gartenweg mussten mehrere Bewohner ihre Häuser über Stunden verlassen.

Der Kunsthistoriker Felix Schönrock sorgt sich nun besonders um die beiden architektonisch und historisch wertvollen Häuser, die von den Brandanschlägen betroffen sind. Gemeint sind die Anklamer Straße 104 und die Brinkstraße 15. „Die Schäden müssen jetzt registriert werden“, fordert Schönrock, Mitglied der Greifswalder Altstadtinitiative. Auch erhaltenswerte Teile der Inneneinrichtung müssten gesichert werden.

Ein Haus aus den 1820er Jahren

Das vom Brand betroffene kleine Haus Anklamer Straße 104 gehöre zu den ältesten Gebäuden in den Vorstädten. „Es stammt aus den 1820er Jahren“, erläutert Schönrock. „Damals standen an den Ausfallstraßen Bauernhöfe und Ackerbürgerhäuser.“ Die Ein- und Zweigeschosser seien vorstadttypisch, das Nebeneinander unterschiedlicher Bauten präge das gewachsene Bild. Die Anklamer Straße 104 sei ein vergleichsweise gut erhaltenes Beispiel für diese frühen Bauten. Ein zweites Beispiel für diese kleinen, historischen Häuser ist die Wolgaster Straße 4. „Es ist allerdings viel stärker verändert worden“, räumt Schönrock ein. Auch das Haus in der Wolgaster Straße ist von der Brandserie betroffen.

Mietshaus für Arbeiter

Das Haus Brinkstraße 15 wurde unmittelbar nach dem Eisenbahnanschluss Greifswalds 1863 errichtet und steht neben dem Neubau, der auf die 2014/15 abgerissene „Brinke“, die Brinkstraße 16/17, folgte.

Das Gebäude- und Hofensemble galt laut Altstadtinitiative als „lebendes Museum der Fleischervorstadt“. „Vordergebäude und Seitenflügel der Brinkstraße 15 baute wahrscheinlich ein Tischler Neumann“, sagt Schönrock. „Hier ist sogar noch die klassizistische Haustür erhalten. Insgesamt ist es ein gutes Beispiel für die vielen bescheidenen Mietshäuser, die nach dem Eisenbahnanschluss entstanden.

Hier haben vor allem Arbeiter gewohnt, die in dieser Zeit in großer Zahl nach Greifswald zogen.“ Das Innere würden noch jetzt die 1864 entstandenen Raumstrukturen und die zugehörige Ausstattung prägen. „Bemerkenswert sei auch die vollständig erhaltene Hofbebauung aus dem 19. Jahrhundert. Da das benachbarte Polizeigebäude abgerissen werden soll, werden historische Häuser in der Brinkstraße langsam rar. „Gesichtslose Neubauten gibt es dort schon genug“, stellt Schönrock fest.

Eckhard Oberdörfer und Katharina Degrassi

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