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Buchenaussaat wie zu Urgroßmutters Zeiten

Jägerhof Buchenaussaat wie zu Urgroßmutters Zeiten

Im Revier Jägerhof werden auf drei Hektar Bucheckern mit der Hand ausgebracht. Das Verfahren ist deutlich billiger als eine Pflanzung.

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Revierförster Wolfgang Oehmichen (l.) begutachtet die Arbeit von Fred Burmeister, Hans-Jürgen Kienbaum und Eberhard Pieper.

Quelle: cm

Jägerhof. In vier von sieben Revieren des Forstamtes Jägerhof — in Spandowerhagen, Buddenhagen, Jagdkrug und Jägerhof — läuft die Frühjahrsaufforstung auf Hochtouren. Den Förstern und ihren Waldarbeitern bleiben nur noch wenige Tage, um die im Herbst gerodeten Flächen mit jungen Buchen, Erlen und Kiefern zu bestücken.

Im Revier Jägerhof sind es gut zehneinhalb Hektar, die verjüngt werden. Auf knapp drei Hektar passiert in diesem Frühjahr noch etwas ganz Besonderes: Es werden wie zu Urgroßmutters Zeiten Bucheckern ausgesät — per Hand. Unter einem Schirm aus Nadelholz. Mit Harke und Rechen ziehen die Waldarbeiter auf dem gepflügten Boden Furche um Furche, um darin die Bucheckern auszusäen. Anschließend wird wie im heimischen Garten die Furche geschlossen und leicht festgeklopft. 50 bis 70 Kilo Saatgut brauchen die Männer pro Hektar.

Revierförster Wolfgang Oehmichen verweist darauf, dass diese Art der Buchennaturverjüngung nur auf wenigen Stellen im Wald Anwendung finden kann. „Buchensaat ist ökologischer Waldbau pur. So wurde schon vor Jahrhunderten für neuen gesunden Wald gesorgt. Aber die Bodenbeschaffenheit muss ebenso stimmen wie der Nadelwald, unter dem die Bucheckern auflaufen und wachsen sollen“, erläutert er. Das Saatverfahren sei uralt, das Wissen darum mit zunehmender Technisierung aber fast verloren gegangen. „Jetzt besinnen wir uns wieder darauf.“ Der erfahrene Forstmann erinnert daran, dass nach dem II.

Weltkrieg viele Buchenwälder in Vorpommern abgeholzt wurden, um das Holz als Reparationsleistung an die damalige Sowjetunion zu liefern. „Weil es nicht genügend Saatgut bzw. Buchenpflanzen gab, haben die Förster damals Kiefern ausgebracht. Heute sorgen wir dafür, dass wieder der ursprüngliche Buchenwald entstehen kann“, sagt er.

Eine Buchensaat habe nach Oehmichens Worten mehrere Vorteile gegenüber der Pflanzung. „Wegen des Pflanzschocks brauchen die Pflanzen länger, damit sich eine stabile Kultur entwickeln kann. Aber es schaffen niemals alle. Ausgesäte Bucheckern dagegen laufen in der Regel vollständig auf“, so der Förster. Außerdem sei das Saatverfahren billiger, „die Hälfte der Kosten lassen sich sparen“, sagt er.

Allerdings gäbe es auch Gefahren: Das seien Pilze, Mäuse und vor allem Wildschweine, die die Saat auffressen. Deshalb werde die neu angelegte Buchenfläche durch einen Zaun geschützt. Und es dürfe keine Dürre in der Keimphase geben. Im Moment seien die aufgeforsteten Flächen sehr trocken. Es müsse deshalb bald regnen. Für Wolfgang Oehmichen steht daher fest: „Für den ökologischen Waldbau bedarf es nicht nur des Wissens der Fachleute, sondern auch eines bisschen Glücks.“

Wir besinnen uns wieder auf die uralte Handaussaat.“

Wolfgang Oehmichen, Revierförster Jägerhof

Cornelia Meerkatz

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