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Greifswald Bündnis bringt hunderte Menschen zusammen
Vorpommern Greifswald Bündnis bringt hunderte Menschen zusammen
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00:05 11.07.2016
Für ihren Song „Heimweh“ holte Isabell Schmidt Steffi Bunge (27) auf die Bühne. Die Greifswalderin ist großer Fan, sah Isabell Schmidt bereits zum sechsten Mal live und konnte den Song selbstverständlich fehlerfrei mitsingen. Ihre Hände zitterten allerdings noch Minuten nach dem gemeinsamen Auftritt mit ihrem Idol. „Ich war total aufgeregt“, sagte Steffi Bunge. Isabell Schmidt wuchs in der Nähe von Greifswald auf. Bei der TV-Gesangs-Show „Voice of Germany“ schaffte sie es 2012 auf den zweiten Platz. Fotos (3): Katharina Degrassi

„Du bist perfekt, so wie du bist“ – singt Isabell Schmidt auf dem Greifswalder Markt und fordert mehrere hundert Gäste auf, zu sich und ihren Wünschen zu stehen, sich selbst zu verwirklichen. Teilhabe an der Gesellschaft ist das Kernthema des Kulturfestes, das das Bündnis „Greifswald für alle“ am Sonnabend organisiert hat. Während auf der Bühne zahlreiche Bands auftreten, präsentieren sich auf dem Platz Vereine wie das Flüchtlingsbündnis „Refugees welcome“, Amnesty International, die „Straze“ und viele mehr.

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Zum Kulturfest und Sommernachtsshopping war die Innenstadt gut besucht / Richtig voll wurde es erst am späten Abend

Gregor Kochhan, Sprecher des Bündnisses „Greifswald für alle“, ist rundum zufrieden mit dem Fest. Bereits zum zweiten Mal in kurzer Zeit hat das Bündnis aus Ehrenamtlern ein Kulturfest auf dem Markt gestemmt und geht damit neue Wege. Seine Anfänge nahm das Bündnis als Gegenbewegung zur asylkritischen Initiative „Frieden, Freiheit, Demokratie, Gerechtigkeit“. Immer wieder trafen die beiden Bewegungen als Demo und Gegendemo aufeinander. Während FFDG auf die Bundesregierung schimpfte und dabei fremdenfeindliche Parolen äußerte, trafen sich auf der Gegenseite des Greifswalder Bündnisses all jene, die für eine weltoffene und tolerante Gesellschaft stehen, die Flüchtlingen bei uns ein neues Zuhause geben wollen, sich für ihre Integration starkmachen.

Während in den ersten Demonstrationswochen im Herbst auf beiden Seiten insgesamt 400 Personen mitmarschierten, wurden es über die Monate immer weniger. „Bei der letzten FFDG-Demo im Juni habe ich noch 27 Leute gezählt. Deswegen haben wir dazu auch keine Gegenveranstaltung mehr gemacht“, sagt Gregor Kochhahn. Danach ging FFDG offiziell in Sommerpause. „Ich glaube, das Thema ist durch“, sagt Kochhan. Doch das Bündnis werde sich deswegen keineswegs zurückziehen. Solche Veranstaltungen wie das Demokratiefest auf dem Markt sollen Tradition werden. Ein Kulturfest für den 1. Mai im kommenden Jahr sei bereits in Planung.

Kochhan und seine Leute bekommen viel Unterstützung von lokaler Prominenz, zum Beispiel von Universitäts-Rektorin Johanna Eleonore Weber. „Ich freue mich über die vielen Initiativen, die Greifswald als weltoffenen, demokratischen und toleranten Standort leben und hier aktiv sind“, sagt Weber. Auch Matthias Gürtler, Pfarrer des Doms St. Nikolai, unterstützt das Bündnis und das Kulturfest. Er spricht sich für Vielfalt aus und fordert die Greifswalder auf, gut hinzuschauen, was die Politiker in Zeiten des Wahlkampfes versprechen und fordern. Ex-Oberbürgermeister Arthur König (CDU) bittet alle Festteilnehmer, zur Wahl zu gehen, um so ihrer Stimme Ausdruck zu verleihen.

Eingebettet war das Fest in das Sommernachtsshopping. Die Geschäfte hatten bis Mitternacht geöffnet. Auch im Westend und im Schuhhagen standen Bühnen. Je später der Abend, desto voller die Geschäfte und Straßen.

Katharina Degrassi

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