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Bürger fordern Baustopp

Greifswald Bürger fordern Baustopp

Mitglieder der Bürgerinitiative Wieck/Ladebow erwägen eine Klage gegen die laufenden Arbeiten an der Bahnstrecke Greifswald-Ladebow.Für 750 000 Euro wird seit dieser Woche eine neue Brücke über den Ryck gebaut und die Gleisanlage instandgesetzt (OZ berichtete).

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Die Brücke über den Ryck verschwindet. Die neue Querung wird in Rudolstadt vormontiert.

Quelle: Peter Binder

Greifswald. . Auf der Sitzung des Ortsrates Wieck/Ladebow machten Wilfried Arndt, Eckart Eich und andere ihrem Ärger Luft. „Wir verlangen den sofortigen Baustopp“, heißt es in einer Erklärung, die die Initiative den Volksvertretern überreichte. Nach Ansicht dieser Bürger hätte vor dem Start eine Wirtschaftlichkeitsberechnung zur Strecke erfolgen müssen. Sie werfen der Stadt darum vor, Bestimmungen zur Fördermittelvergabe missachtet zu haben. Außerdem sei der Bebauungsplan 14 (Hafen Ladebow) noch nicht gültig. Auch das hätte nach Ansicht der Initiative vor Baubeginn der Fall sein müssen. Der Beschluss zum B-Plan 14 steht aber noch aus.

Nach den Berechnungen der Initiative müssen für die Strecke auf Dauer Zuschüsse in fünfstelliger Höhe bezahlt werden. Der Ortsratsvorsitzende Bernd Lieschefsky (Bürgerliste) bezeichnete es als unglücklich, dass die Stadt vor einigen Jahren das Gleis kaufte. Die Fragen und Anregungen wurden mit Bitte auf Antwort dem Protokoll der Sitzung angehängt, ver- sicherte Lieschefsky. Zu den Fragen gehören auch einige zum Bebauungsplan 14. Laut Wilfried Arndt muss die Stadt die Unterlagen wegen eines Formfehlers erneut auslegen.

Kosten, um die der Gleisbetreiber nicht herumkommt, verursacht die Weiche, die den Verkehr von der Stecke Berlin-Stralsund auf die Gleise Richtung Ladebow leitet. Wie Tiefbau- und Grünflächenamtsleiter Fred Wixforth informierte, müssen 18 000 Euro im Jahr dafür bezahlt werden. Die Regelung erfolgt per Fernsteuerung. Als es noch ein Stellwerk in Greifswald gab, hätte die Weiche nur 600 Euro gekostet.

Falls die Stadt die Strecke in Ermangelung privater Interessenten selbst betreiben wird, rechnet Bausenator Jörg Hochheim (CDU) mit etwa 50 000 Euro Kosten jährlich. Allerdings würde es ja auch Einnahmen aus dem Bahnverkehr geben. Gerechnet wird seitens der Stadt zunächst mit bis zu 100 Waggons im Jahr. Ein privater Interessent aus Schwerin sieht die Wirtschaftlichkeit des Zugverkehrs erst ab der doppelten Zahl als erreicht an (OZ berichtete).

Seit 2002 ist kein Zug nach Ladebow gefahren. Die Stadt erhofft sich von der Wiederinbetriebnahme wirtschaftliche Impulse für ihren Seehafen. Das wird vom Land unterstützt. Die 5,5 Kilometer lange Strecke soll ab Ende Juni befahrbar sein. eob

OZ

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